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Katastrophe in Südkorea Unglücksfähre "Sewol" war völlig überladen


Nach dem Untergang der "Sewol" kommen neue Ermittlungsdetails ans Licht: Die Fähre war anscheinend regelmäßig überladen. Insbesondere am Unglückstag soll die Kapazität weit überschritten worden sein.

Die verunglückte südkoreanische Fähre "Sewol" war nach Angaben der Ermittler in der Vergangenheit regelmäßig überladen. Der jetzige Reeder der "Sewol" habe bei mehr als der Hälfte der 241 Fahrten des Schiffs zu viel Ladung aufgenommen, um mehr Profit herauszuschlagen, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Ermittlerteam aus Staatsanwaltschaft und Polizei. Am Unglückstag vor drei Wochen sei die Fracht dreimal so schwer gewesen wie die empfohlene maximale Ladekapazität.

Die Ermittler vermuten schon seit Längerem, dass eine Überladung des Schiffs sowie frühere Umbauten an der 20 Jahre alten Auto- und Personenfähre den Untergang mit verursacht haben könnten. Untersucht wird auch, ob die Ladung richtig gesichert war. Der jetzige südkoreanische Reeder Chonghaejin Marine hatte die Fähre nach der Übernahme im vergangenen Jahr umbauen lassen, um mehr Passagiere befördern zu können.

Die "Sewol" war am 16. April mit 476 Menschen an Bord vor der Südwestküste Südkoreas gekentert. Die Zahl der Toten liegt bei mehr als 260. Etwa 40 Menschen gelten noch als vermisst. Ein Taucher starb bei den Bergungsarbeiten.

fme/DPA DPA

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