HOME

Verunglückte Adriafähre "Norman Atlantic": Mehrere Gerettete standen nicht auf der Passagierliste

Unter den Geretteten befanden sich offenbar auch Personen, die nicht auf der Passagierliste standen. Zudem stieg die Zahl der Todesopfer auf mindestens zehn. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Italienische Marine bei der dramatischen Evakuierung von der Unglücksfähre per Hubschrauber

Italienische Marine bei der dramatischen Evakuierung von der Unglücksfähre per Hubschrauber

Vor der griechischen Küste ist auf einer Autofähre ein Feuer ausgebrochen. Die wichtigsten Informationen im Überblick:

  • Mittlerweile sind alle Passagiere von der verunglückten Autofähre "Norman Atlantic" geborgen worden.
  • Der Kapitän hat die Fähre verlassen, nur vier Marine-Mitglieder befinden sich noch an Bord.
  • Die Zahl der Todesopfer wird mit zehn angegeben.
  • Offenbar standen mehrere Gerettete nicht auf der Passagierliste.

+++ 23.28 Uhr: Mehrere Gerettete standen nicht auf der Passagierliste +++

Von der "Norman Atlantic" sind nach Angaben des griechischen Ministers für Handelsschifffahrt, Miltiadis Varvitsiotis, Menschen gerettet worden, die nicht auf der Passagierliste standen. Wie Varvitsiotis am Montag im Fernsehsender Mega sagt, waren ungefähr zwanzig Unbekannte unter den Geretteten, die eine griechische Militärmaschine im italienischen Bari aufnehmen sollte. Griechenland habe eine komplette Liste mit den Namen der geretteten Personen beantragt.

+++ 20.33 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt auf mindestens zehn +++

Die Zahl der Todesopfer wird erneut nach oben korrigiert: Den neuen Angaben zufolge kamen demnach mindestens zehn Personen ums Leben. Es seien zwei weitere Leichen entdeckt worden, teilt die italienische Marine am Montagabend mit. Zuvor war von acht Toten ausgegangen worden.

+++ 19.35 Uhr: Schiff mit 69 Geretteten in Griechenland +++

Im westgriechischen Hafen Igoumenitsa kommen 69 Menschen an, die von der havarierten Adria-Fähre "Norman Atlantic"gerettet wurden. Die Passagierfähre "Cruise Europa" der griechischen Reederei Minoan hatte sie aufgenommen. Sie sollen zunächst ärztlich untersucht werden, heißt es im griechischen Fernsehen. Ein Teil soll zum Hafen Patras weiterfahren.

Die "Cruise Europa" war von Italien nach Griechenland unterwegs, als die "Norman Atlantic" ihren Notruf absetzte. Sie war nach griechischen Medieninformationen als erstes Schiff am Unglücksort und koordinierte zunächst die Rettungsaktion. Da das Schiff einen Hubschrauberlandeplatz hat, wurden vor allem zu Anfang der Rettungsaktion Menschen von der "Norman Atlantic" dorthin ausgeflogen.

+++ 18.50 Uhr: Ungereimtheiten mit der Passagierliste +++

Offenbar gibt es Ungereimtheiten mit der Passagierliste, auf der 478 Personen standen. Der Verbleib Dutzender Menschen ist zunächst unklar. Die italienische Regierung betont, es sei zu früh, eine Zahl von Vermissten zu nennen.

+++ 17.55 Uhr: Zahl der Toten steigt weiter - 427 Gerettete +++

Die Zahl der Toten steigt weiter. Mittlerweile seien acht Tote geborgen worden, sagt der italienische Transportminister Maurizio Lupi. Die Identität ist noch unklar. 427 Menschen seien gerettet worden. Die Suche nach möglichen Vermissten gehe weiter. An Bord waren laut Passagierliste 478 Menschen.

+++ 17.27 Uhr: 38 Menschen werden vermisst +++

Der Verbleib von Dutzenden Menschen ist noch unklar. An Bord waren laut Passagierliste 478 Menschen - der Verbleib vieler Menschen ist ungeklärt. Medien sprechen von mindestens 38 Vermissten. Möglicherweise waren auch blinde Passagiere an Bord. Die italienische Marine teilt mit, dass die Rettungsoperation weitergehen würde, gibt aber keine aktuelle Zahl zu Geborgenen bekannt.

+++ 16.20 Uhr: ARD-Reporterin: Bis zu 40 Tote +++

Auf Twitter berichtet die ARD-Reporterin Natalie Amari, die Zahl der Toten könne weitaus höher sein. Nach inoffiziellen Angaben könnten bis zu 40 Menschen ums Leben gekommen sein.

+++ 16.02 Uhr: Der Kapitän verlässt die "Norman Atlantic"

Nach der Rettung der letzten Passagiere von Bord der Fähre verlässt auch der Kapitän das Schiff. "Kapitän Argilio Giacomazzi hat das Schiff um 14.50 Uhr verlassen", erklärt die Küstenwache. Er übergab die Kontrolle über das havarierte Schiff an italienische Marine-Offiziere.

+++ 15.45 Uhr: Sieben Tote nach Adria-Fährunglück +++

Die Zahl der Toten nach dem Fährunglück in der Adria ist auf mindestens sieben gestiegen. Es seien zwei weitere Leichen entdeckt worden, teilt die italienische Küstenwache auf Twitter mit. Zuvor hatte die italienische Regierung fünf Tote bekanntgegeben.

+++ 14.22 Uhr: Rettungsaktion beendet +++

Die Evakuierung der Adria-Fähre "Norman Atlantic" ist abgeschlossen. An Bord seien nur noch der Kapitän und vier Marine-Mitglieder, teilt Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi mit. Alle anderen Passagiere und Besatzungsmitglieder seien geborgen worden. "Es ist jetzt nur noch der Kapitän da, der wie alle guten Kapitäne, als letzter von Bord geht", so Renzi.

+++ 13.27 Uhr: Nur noch Teile der Besatzung an Bord +++

Alle zunächst noch auf dem Schiff festsitzenden Passagiere und ein Großteil der Besatzung sind gerettet worden, teilt die italienische Marine mit. Die "Norman Atlantic" mit 478 Menschen an Bord war am Sonntagmorgen vor der Mittelmeerinsel Korfu in Brand geraten.

+++ 12.45 Uhr: Opferzahl steigt auf fünf +++

Der griechische Minister für Handelsschifffahrt, Miltiadis Varvitsiotis, bestätigt Informationen der BBC, nach denen bislang mindestens fünf Menschen bei dem Schiffsunglück gestorben sind. Zur Identität der Toten macht er keine weiteren Angaben. Bislang war offiziell nur von einem Toten aus Griechenland die Rede. Ein türkischer Passagier hatte von vier weiteren Toten berichtet.

+++ 12.22 Uhr: Womöglich fünftes Todesopfer +++

Laut der BBC gibt es mittlerweile fünf Todesopfer.

+++ 11.37 Uhr: Strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet +++

Vor allem soll geprüft werden, ob Fahrlässigkeit zu dem Unglück in der Adria geführt habe, teilt Staatsanwalt Giuseppe Volpe in Bari mit. Zudem sei Gegenstand der Ermittlungen, wie das Feuer ausbrach und warum es sich so rasend schnell verbreiten konnte. Der italienische Eigentümer der Fähre hat versichert, dass diese in einwandfreien Zustand gewesen sei. Es habe erst am 19. Dezember eine Inspektion gegeben, bei der auch die Brandschutztüren überprüft worden seien.

+++ 10.09 Uhr: Augenzeuge will vier Tote gesehen haben +++

Einer der Geretteten der "Norman Atlantic" spricht von Toten auf der Unglücksfähre. "Ich habe vier tote Personen gesehen, mit meinen eigenen Augen, ich bin sicher. Sie waren vor mir", zitiert die Agentur Ansa am Montag einen türkischen Passagier. Offiziell ist bisher von einem Todesopfer die Rede. Bisher sind bis zu 70 Menschen in Krankenhäusern in den süditalienischen Städten Lecce, Brindisi und Bari behandelt worden, wie Ansa meldet. Am schwersten sei die Verletzung bei einem Mann, der auch Atemwegsprobleme habe.

+++ 10.09 Uhr: Nur noch 149 Menschen an Bord +++

Nach Angaben der Marine sind am Montagvormittag noch 149 der ursprünglich 478 Menschen an Bord der "Norman Atlantic", die vor der albanischen Küste treibt. Die Menschen werden mit Hubschraubern gerettet, nach Medienangaben etwa 20 pro Stunde. Wind, schlechtes Wetter und Rauch behindern die Rettung.

+++ 8.35 Uhr: Marine rettet immer mehr Menschen +++

Die Rettungsarbeiten auf der verunglückten Adriafähre laufen unvermindert weiter. Die italienische Marine teilt mit, dass noch 188 Menschen auf ihre Rettung auf hoher See warten. 290 wurden bis Montagmorgen gerettet.

+++ 7.57 Uhr: Containerschiff mit Geretteten trifft in Bari ein +++

Ein Containerschiff mit 49 Geretteten der Unglücksfähre "Norman Atlantic" läuft im Hafen von Bari ein. Das italienische Fernsehen zeigt am Montagmorgen Bilder von dem Frachter "Spirit of Piraeus", der zur Hamburger Rickmers-Gruppe gehört. Im Hafen bereiten sich die Rettungskräfte auf einen Großeinsatz vor, Krankenhäuser der süditalienischen Stadt sind in Alarmbereitschaft. Laut Medienangaben sind auch Deutsche an Bord des Frachters. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, dass es vermutlich keine schwerer Verletzten auf der "Spirit" gebe.

+++ 6.41 Uhr: Retter bergen weitere Passagiere +++

Den Rettern gelingt es, weitere Menschen von der in der Adria nach einem Brand in Seenot geratenen Fähre zu bringen. Am Montag gegen 6 Uhr morgens sind damit 251 Menschen in Sicherheit gebracht worden, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Marine des Landes meldet. 227 weitere befinden sich noch auf der "Norman Atlantic". 478 Menschen waren insgesamt an Bord, darunter wahrscheinlich auch 18 Deutsche.

+++ 4.42 Uhr: Immer noch über 250 Menschen an Bord +++

Rund 24 Stunden nach dem Ausbruch eines Feuers an Bord einer Adria-Fähre harren noch immer mehr als 250 Menschen auf dem Schiff aus. Die Rettungskräfte sind zwar durchgängig im Einsatz, doch Dunkelheit und dichter Rauch machten ihnen weiter zu schaffen. Wie die italienische Marine am frühen Montagmorgen mitteilte, wurden bislang 221 Menschen von der "Norman Atlantic" gerettet. 257 weitere befanden sich demnach jedoch noch auf dem Schiff. Der Marine zufolge wurden inzwischen Ärzte an Bord gebracht.

+++ 21.36 Uhr: Streit um Zielort der Fähre +++

Offenbar gibt es Meinungsverschiedenheiten, wohin die Fähre geschleppt werden soll, wenn sie stabilisiert ist. Die italienischen Behörden legen Wert darauf, das Schiff nach Brindisi zu schleppen, sagt der Sprecher der Chartergesellschaft. Das Schiff befinde sich aber näher an der albanischen Grenze.

+++ 21.30 Uhr: Feuer auf der "Norman Atlantic" unter Kontrolle +++

Die Lage auf der Autofähre "Norman Atlantic" ist nach Auskunft der Chartergesellschaft Anek unter Kontrolle. Nunmehr gebe es "nur noch Rauch", sagt ein Anek-Sprecher der griechischen Nachrichtenagentur ANA. Als Zeitpunkt, zu dem der Brand unter Kontrolle gebracht wurde, nannte der Sprecher 19.30 Uhr (MEZ).

Die noch an Bord befindlichen Menschen sollte mit Strickleitern in Sicherheit gebracht werden, kündigt der Sprecher an. Das Stabilisieren der Autofähre sei noch nicht gelungen. Vielmehr sei eine Vertäuung an einem Schlepper wieder zerrissen.

+++ 21.06 Uhr: Streit um Zustand der Fähre +++

Auch Fragen zum Zustand der Fähre häufen sich. Schwere Vorwürfe erhebt im Radiosender Skai der Spediteur Panagiotis Panagiotopoulos, der zwei seiner Fahrer auf der Fähre hat. Er habe sich am Vorabend mit der Reederei gestritten, weil die Fähre nicht geeignet sei. "Das ist verantwortungslos!"

+++ 21.04 Uhr: Rettungsboote verbrennen +++

Medien berichten, dass Rettungsboote verbrannt seien oder nicht ins Wasser gelassen werden könnten. "Das große Unglück ist, dass das Wetter überhaupt nicht hilft", sagt Pantelis Trikilis von der Reederei Kyklades Maritime, deren Schiff zu Hilfe geeilt ist, dem Sender Skai. Bei Windstärke sieben bis acht könnten weder andere Schiffe noch deren Rettungsboote einfach an den Havaristen heranfahren und Menschen aufnehmen.

Der griechische Verteidigungsminister, Nikos Dendias, sagt, das Schiff habe wegen des Löschwassers sieben Grad Schlagseite.

+++ 20.59 Uhr: "Wir werden verbrennen wie die Mäuse" +++

"Wir werden verbrennen wie die Mäuse", sagt ein Augenzeuge namens Nikos im griechischen Radiosender Skai. Jannis, der sich auf ein Containerschiff retten konnte, sagt: "Das ganze Schiff steht in Flammen. Meine Frau war in einem anderen Rettungsboot, das ist aber hier nie angekommen."

Bisher werden 165 Menschen gerettet. Darunter ist nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa auch eine Frau, in der 30. Woche schwanger, mit ihren zwei Kindern, die vermutlich ins Wasser gefallen waren. Andere Kinder warten demnach im Krankenhaus in Süditalien auf Nachrichten von ihren Eltern, die noch an Bord seien.

+++ 20.56 Uhr: Noch 317 Menschen an Bord +++

Nach Angaben der italienischen Küstenwache sind noch 317 Menschen an Bord der Unglücksfähre.

+++ 20.42 Uhr: "Leichte Fehlfunktion" an Brandschutztür +++

Die im Mittelmeer in Brand geratene Autofähre "Norman Atlantic" ist nach Auskunft des Eigners erst am 19. Dezember einer Inspektion unterzogen worden. "Die Tests ergaben, dass das Schiff voll funktionstüchtig war", sagt der Chef der Visentini-Gruppe, Carlo Visentini, der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

Bei der Inspektion sei eine "leichte Fehlfunktion" an einer Brandschutztür aufgefallen. Diese sei unmittelbar behoben worden. Das sei "zur Zufriedenheit der Inspektoren" erfolgt, deshalb habe das Schiff in vollem Umfang seine Einsätze absolvieren können, fügt Visentini hinzu. Er sagt, es habe sich um die Brandschutztür 112 gehandelt. Genau dort habe sich nach den ihm vorliegenden Informationen der Brand entwickelt. Es ist nicht bekannt, aus welchem Grund das Feuer ausbrach.

+++ 20.10 Uhr: Schiffe bilden Windschutz +++

Sieben Handelsschiffe bilden einen Windschutz um die "Norman Atlanic". Vier griechische und italienische Feuerwehrschiffe kamen zur Unglücksfähre, die manövrierunfähig in Richtung der albanischen Küste trieb.

+++ 19.55 Uhr: Rettungsaktion mit vielen Problemen +++

"Es ist eine der kompliziertesten Rettungsaktionen, die wir jemals hatten", sagt der griechische Schifffahrtsminister Miltiadis Varvitsiotis. Andere Schiffe können sich der Fähre wegen eines Sturms mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 88 Kilometern pro Stunde und hoher Wellen kaum nähern.

+++ 19.45 Uhr: Rettung per Helikopter im Video +++

+++ 19.20 Uhr: Augenzeugen: Wir ersticken im Qualm +++

Augenzeugen schildern ihre Angst an Bord der brennenden Adria-Autofähre "Norman Atlantic". "Wir stehen draußen an Deck, sind durchfroren und ersticken im Qualm", sagt Giorgos Styliaras dem griechischen Sender Mega Channel. "Das Schiff brennt, die Decks glühen, einige zittern vor Kälte, andere husten vom Rauch", fügt er hinzu. "Die Frage ist, ob wir es durchhalten."

Zwei gerettete Teenager aus Griechenland sagen laut Nachrichtenagentur Ansa, es sei "wie auf der Titanic" gewesen. Beide seien beim Versuch in ein Rettungsboot zu kommen, ins Wasser gefallen.

Der Kapitän des Schiffes stammt aus Italien. "Wir können es kaum erwarten, ihn wieder in die Arme zu schließen", sagte die Tochter von Argilio Giacomazzi der Ansa.

+++ 19.10 Uhr: Video zeigt Flammenmeer auf der Fähre +++

+++ 18.35 Uhr: 160 Menschen von Fähre gerettet +++

Bisher werden rund 160 Menschen gerettet, darunter eine Schwangere und Kinder. Stürmischer Wind, Wellen und dichter Qualm erschweren die Rettung. Ein Schlepper kann an Bord des immer noch qualmenden Schiffs festmachen.

+++ 17.50 Uhr: Ein Toter nach Brand auf Adria-Fähre +++

Das Fährunglück in der Adria kostet mindestens einen Menschen das Leben. Ein Opfer sei geborgen worden, teilt die italienische Küstenwache mit. Der Mann sei vermutlich beim Sprung von Bord umgekommen. Hunderte warten noch auf ihre Rettung. Die Operation soll nach Angaben des italienischen Verteidigungsministeriums auch in der Nacht weitergehen.

+++ 17.17 Uhr: Unglücksfähre soll Mängel gehabt haben +++

Auf der "Norman Atlantic" sollen bei einer Inspektion Sicherheitsmängel festgestellt worden sein. Wie das staatliche griechische Fernsehen NERIT und andere Medien berichten, hat eine Inspektion der Hafenbehörde von Patras am 19. Dezember unzureichende Rettungsmittel, undichte Sicherheitstüren, den Zustand der Notbeleuchtung und das Fehlen von Evakuierungsplänen an den Wänden des Schiffes bemängelt.

Der Reederei sei eine zweimonatige Frist zur Behebung dieser Mängel eingeräumt worden, berichtete NERIT. Ob das Schiff dennoch als seetüchtig gelten konnte, blieb unklar.

+++ 17.10 Uhr: 146 Personen von der Fähre gerettet +++

146 Menschen sollen bereits von der "Norman Atlantic" gerettet worden sein, berichtet "La Repubblica". Nach Angaben des Kapitäns der Fähre soll es bislang keine Opfer zu beklagen geben.

+++ 16.32 Uhr: Hubschrauber retten Passagiere +++

Auf der brennenden Autofähre vor der Küste Griechenlands hat die Evakuierung aus der Luft begonnen. Rettungshubschrauber holten Passagiere paarweise von der "Norman Atlantic", wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Die Menschen werden demnach auf ein in der Nähe kreuzendes Schiff geflogen.

Die Teams arbeiteten unter Hochdruck, um noch vor Einbruch der Dunkelheit möglichst viele Menschen in Sicherheit zu bringen. Der griechischen Regierung zufolge dauert jeder Hubschraubertransfer rund 15 Minuten. Noch immer sitzen Hunderte auf der Unglücksfähre fest.

+++ 16.15 Uhr: Video vom Militärjet aus gesehen +++

Der italienische Sender Rai hat diese Luft-Videoaufnahmen des Militärs veröffentlicht.

+++ 13.19 Uhr: Feuer laut Kapitän gelöscht +++

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf den Kapitän der "Norman Atlantic", dass das Feuer unter Kontrolle sei und sich auf auf Brücke 5 beschränkt hätte. Ansa berichtete, dass bisher mindestens acht Menschen, darunter drei Kinder, mit einem Hubschrauber gerettet und ins süditalienische Lecce gebracht worden seien. Sie litten an Unterkühlung, aber sonst gehe es ihnen den Umständen entsprechend gut.

Mehrere Menschen sind von Bord der Autofähre "Norman Atlantic" gegangen und mussten aus der Luft gerettet werden

Mehrere Menschen sind von Bord der Autofähre "Norman Atlantic" gegangen und mussten aus der Luft gerettet werden

+++ 13.17 Uhr: Italienisches Fernsehen zeigt dramatische Bilder +++

Das italienische Fernsehen hat dramatische Bilder von dem Brand auf der Adria-Fähre "Norman Atlantic" gezeigt. Zu sehen ist zum Beispiel ein Mensch, der bei starkem Wind per Hubschrauber aus dem Wasser geborgen wird. Auch ist verschwommen zu erkennen, wie sich mehrere Opfer im Wasser bei hohem Wellengang an einem Gegenstand festhalten. Der Sender Rai News zeigte auch Fotos von schwarzem Rauch, der von dem Schiff aufstieg, das derzeit im Mittelmeer treibt.

+++ 12.35 Uhr: 18 Deutsche auf Adria-Fähre +++

Das Ministerium für Handelsschifffahrt bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur DPA, dass sich an Bord der brennenden "Norman Atlantic" 18 Deutsche befinden. Bei den übrigen Passagieren handele es sich um 234 Griechen sowie Türken, Albaner, Italiener, Niederländer, Belgier und Angehörige anderer Nationen.

+++ 12.22 Uhr: Vermutlich auch Deutsche an Bord +++

"Wir gehen davon aus, dass sich auch Deutsche an Bord befinden", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Sonntag. Die deutschen Botschaften in Rom und Athen seien eingeschaltet und stünden in Kontakt mit den zuständigen Behörden.

+++ 11.48 Uhr: "Norman Atlantic" treibt Richtung Albanien +++

Die brennende Adria-Fähre "Norman Atlantic" ist manövrierunfähig und treibt in Richtung Albanien. Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf den Kapitän des Schiffes. Das Feuer sei noch nicht gelöscht. Am Ort seien mindestens sieben Frachter und ein Boot der italienischen Küstenwache, berichtete Ansa weiter.

+++ 11.28 Uhr: Griechischer Minister bestätigt lediglich 35 gerettete Menschen +++

Genaue Angaben zu Opfern oder Verletzten sind weiterin nicht verfügbar. Frühere Behördenangaben, wonach bereits mehr als 100 Reisende in Sicherheit gebracht werden konnten, wurden vom griechischen Schifffahrtsminister Miltiadis Varvitsiotis nicht bestätigt. Er erklärte lediglich, es sei gelungen, 35 Menschen von einem Rettungsboot mit 150 Passagieren in ein Containerschiff aufzunehmen.

+++ 11.09 Uhr: Renzi verspricht starkes Rettungsteam +++

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi erklärte über Twitter die Rettungsaktion werde unter "maximale Beteiligung" italienischer Kräfte stattfinden. Er sei mit dem griechischen Premierminister Antonis Samaras in Kontakt.

+++ 10.19 Uhr: Mindestens 200 Menschen in Sicherheit +++

Bis acht Uhr morgens konnten rund 55 Menschen auf ein anderes Schiff in Sicherheit gebracht werden, 150 weitere saßen in einem Rettungsboot. Mehrere Schiffe eilten zum Ort des Unglücks. Die italienische Marine schickte nach eigenen Angaben einen Hubschrauber zur Unglücksstelle, zwei weitere sollten von aus Sizilien einen Hilfseinsatz fliegen.

Auf der Autofähre "Norman Atlantic" ist während eines Sturms ein Feuer ausgebrochen

Auf der Autofähre "Norman Atlantic" ist während eines Sturms ein Feuer ausgebrochen

+++ 10.05 Uhr: Zahl der Menschen an Bord nach oben korrigiert +++

Die Nachrichtenagentur AFP meldet, dass sich zum Zeitpunkt des Unglücks 478 Passagiere und Besatzungmitglieder an Bord der "Norman Atlantic" befunden haben sollen. Bislang wurde von 466 Menschen berichtet.

+++ 9.36 Uhr: Fähre weit von Küste entfernt +++

Die Autofähre "Norman Atlantic" hatte den Hafen im griechischen Patras um 5.30 Uhr Ortszeit in Richtung der italienischen Stadt Ancona verlassen. 33 Seemeilen (gut 60 Kilometer) von der kleinen griechischen Insel Othonoi entfernt sendete die Besatzung ein Notsignal.

+++ 9.22 Uhr: Passagiere beschreiben chaotische Rettungsaktion +++

Das Feuer brach offenbar auf dem Autodeck mit rund 200 Fahrzeugen aus. Die Hitze breitete sich aber schnell bis zum Passagierdeck aus. "Unsere Schuhsohlen begannen zu schmelzen", sagte ein bereits geretteter Passagier dem griechischen TV-Sender Mega. In Telefonaten mit Nachrichtensendern zeichneten Passagiere ein dramatisches Bild von der Rettungsaktion. "Sie versuchten einige Boote herunterzulassen, aber nicht alle von uns konnten hinein. Es gibt keine Koordination", sagte ein Fahrgast. "Es ist dunkel, der Boden des Schiffs steht in Flammen." Andere Gerettete berichteten, der Wind habe Orkan-Stärke.

Vom griechischen Fernsehen wurden am Sonntagmorgen Bilder verbreitet, die ein brennendes Schiff zeigten, bei dem es sich jedoch nicht um die "Norman Atlantic" handelt. Diese waren kurzzeitig auch hier zu sehen. Wir bitten dies zu entschuldigen.

ono/mka/Reuters/AFP/DPA / DPA / Reuters