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Kindesmissbrauchs-Vorwürfe gegen Vater: Leihmutter fordert Baby Gammys Schwester zurück

Der Fall um Baby Gammy schlägt immer höhere Wellen: Der Vater, der angeblich nur die gesunde Zwillingsschwester mitgenommen hatte, war offenbar wegen Missbrauchs verurteilt. Die Leihmutter ist empört.

Nach der weltweiten Empörung über den Fall des in Thailand bei einer Leihmutter zurückgelassenen Babys Gammy haben Medien schwere Vorwürfe gegen den australischen Vater erhoben. Er soll schon einmal wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden sein.

Die Zeitung "Australian" zitiert aus Gerichtsunterlagen, wonach der Mann in den 90er-Jahren mindestens drei minderjährige Mädchen missbraucht haben soll. Der Sender Channel Nine News berichtete, seine Frau habe dies bestätigt. Der Mann sei 1998 deshalb im Gefängnis gewesen. "Menschen machen Fehler, dass heißt nicht, dass sie für immer schlecht sind", zitierte der Sender die Ehefrau.

Als Reaktion auf die Vorwürfe fordert die 21-jährige Pattaramon Chanbua nun die Zwillingsschwester von Gammy zurück, schreibt der Guardian. Chanbua hatte für das Paar Zwillinge ausgetragen. Der Junge, Gammy, wurde mit Down Syndrom und einem Herzfehler geboren, das Mädchen war gesund. Die Eltern hätten nur das Mädchen mitgenommen, sagt Chanbua.

Fruchtbarkeitskliniken droht die Schließung

Das thailändische Gesundheitsministerium hat nun erste Konsequenzen angedroht: Fünf der zwölf Kliniken, die künstliche Befruchtung anbieten, drohe die Schließung, teilte das Ministerium mit. Die Kliniken hätten offenbar nicht die richtigen Genehmigungen, um diesen Service anzubieten.

Das Paar aus der Nähe von Perth ist von selbst bislang nicht an die Öffentlichkeit getreten. Es weist jedoch alle Vorwürfe von sich. Dem Sender ABC sagte der Mann, das Krankenhaus habe den Jungen nie erwähnt. Die Leihmutter berichtete dagegen, der Vater habe das Mädchen im Krankenhaus besucht, den Jungen aber keines Blickes gewürdigt.

Der Fall löste eine Welle von Spenden aus: Mehr als 142.000 Euro zur Behandlung des kleinen Jungen seien bereits eingegangen, teilte eine australische Hilfsorganisation am Sonntag mit.

kis/DPA / DPA
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