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Kuriose Namen: Cajus Julius Caesar - er sitzt im Bundestag

Kein Scherz: Cajus Julius Caesar sitzt im deutschen Bundestag. Und das schon seit 1998. Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wollte das anfangs nicht glauben - er ließ sich den Führerschein des Abgeordneten zeigen. stern.de hat Caesar getroffen.

Von Martin Krebbers

Weiße Haare, markante Nase, stechender Blick. So ungefähr muss er ausgesehen haben, der römische Feldherr Cajus Julius Caesar, der die antike Welt großflächig eroberte - mit Ausnahme eines kleinen gallischen Dorfes natürlich, glaubt man den Asterix-Comics. Im Jahr 44 vor Christus wurde Caesar grausam ermordet, sein Leben und Sterben hat Eingang in ungezählte Geschichtsbücher und Romane gefunden. Doch so richtig tot ist ein Caeser nie: Rund 2000 Jahre später taucht sein Name in der Abgeordnetenliste des deutschen Bundestages auf. Wie jetzt: Caesar im Parlament?

Kein Witz. Cajus Julius Caesar ist 57 Jahre alt, gelernter Förster, dreifacher Familienvater - und gewählter Volksvertreter für den CDU-Kreisverband Lippe in Westfalen. Auch rein von der Optik her könnte man glauben, er stamme vom antiken Caesar ab. Der Vorname Caius Julius gehöre mittlerweile zur Familientradition, sagt der Umweltpolitiker im stern.de-Interview: "Zu dem Nachnamen Caesar passt natürlich der Vorname Cajus Julius und da bin ich meinen Eltern auch äußerst dankbar, dass sie diesen gewählt haben.“ Schon sein Vater trug den antiken Vornamen, logisch, dass Caesar auch seinen Sohn so nannte. Cajus Julius Junior ist Pilot bei einer großen, deutschen Fluggesellschaft.

"Schäuble guckte irritiert"

Anders als sein berühmter Namensvetter, ist der Abgeordnete Caesar ein freundlicher, friedliebender Zeitgenosse, der bis heute für jeden Verständnis hat, der von ihm den zweifelsfreien Beweis für seinen Namen einfordert: den Personalausweis oder zumindest den Führerschein. Klar, dass auch der Bundesinnenminister beim ersten Treffen einen Blick drauf werfen musste. "In der Tat gab es ein Gespräch bei uns vor Ort mit Wolfgang Schäuble. Natürlich habe ich mich gemeldet und der Bezirksvorsitzende sagte dann: Das ist unser Cajus Julius Caesar. Und Schäuble guckte schon etwas irritiert. Und dann habe ich natürlich noch mal zum Beweis meinen Führerschein rüber geschoben, und dann hat er es letztendlich dann auch geglaubt."

Aber was hat der moderne Caesar mit dem antiken zu tun? Gibt es mehr als eine Identität der Namen? Wenn er nicht gerade im Bundestag ist oder durch seinen Wahlkreis tourt, bewirtschaftet Caesar seinen Forst in der Lipper Heimat. Und wenn er nicht gerade seinen Forst bewirtschaftet, grübelt er über über die Vergangenheit. Gibt es doch eine verwandtschaftliche Linie zum antiken Feldherrn. "Ich will es nicht ausschließen, aber ich kann es letztendlich auch nicht nachweisen“, sagt Caesar. Ein kluger Satz: So bleibt dem Lipper Umweltpolitiker der antike Glamour bis auf weiteres erhalten.

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