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Kuriose Verordnung: "Sexverbot gab's nicht mal zu Kaisers Zeiten"

Die Sonne strahlt, die Hormone spielen verrückt. Der Frühling bringt das perfekte Wetter, um der Lust nach Liebe im Freien nachzugeben. Eine Dorf in Brandenburg hat jedoch ein Freiluftsexverbot verhängt. stern.de hat dort kleinlaute Beamte und kopfschüttelnde Bürger getroffen.

Von Malte Arnsperger, Müllrose

Es geht um gedrechselte Verordnungen, verwirrende Paragrafen und um einen übereifrigen Beamten. Vor allem aber geht es um Sex fernab heimischer Betten in einem kleinen Erholungsort in Brandenburg.

Angefangen hat alles damit, dass zwei Pärchen den Werbespruch des Tourismusverbandes vom "wildromatischen Schlaubetal" im vergangenen Sommer allzu wörtlich genommen hatten. Während das ganze brandenburgische Dorf Müllrose - der Hauptort des Gemeindeverbandes Schlaubetal - auf dem traditionellen "Seezauber"-Fest das Tanzbein schwang oder ein Bier mit den Freunden trank, vergnügten sich die vier Verliebten auf ihre Weise. Das eine Paar schlich zum Schäferstündchen in den nur wenige Meter vom Festplatz entfernten Park, das andere ließ ein Auto auf dem angrenzenden Supermarkt-Parkplatz wackeln.

Den ausgelassen feiernden Festbesuchern mögen diese Aktivitäten entgangen sein, nicht jedoch den wachsamen Augen von Müllroses Superbeamten Felske, Frank Felske. Der Vize-Ordnungsamtschef nämlich sah auf seinem Rundgang sehr wohl, wie dort freie Liebe im Wortsinne praktiziert wurde. Und Felske wäre kein ordentlicher, pflichtbewusster deutscher Beamter, würde er diese schockierende Erfahrung nicht umgehend in Paragraphen pressen. So geschehen in der "Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet des Amtes Schlaubetal".

35 Euro Strafe für Freiluftsex

Klingt bürokratisch, ist es aber nur teilweise. Denn nachdem der Beamte in den Abschnitten eins bis zehn im üblichen Amtsdeutsch mit Park- oder Fütterungsverbote seinen Regelungswahn befriedigt, beschäftigt sich Paragraph elf mit dem "Störenden Verhalten in der Öffentlichkeit". Und dazu zählt neben aggressivem Betteln oder unzulässigem Lärmen auch das "Ausüben von öffentlich wahrnehmbaren sexuellen Handlungen". Damit auch jeder weiß, was damit gemeint ist, hat Felske in lebensnaher Sprache ein Beispiel angeführt: "z.B. Freiluftsex". Vorgesehene Strafe: 35 Euro.

Zwar weist die 13-seitige Liste ausdrücklich daraufhin, dass alle Verbote nur für öffentliche Straßen und Anlagen gelten - das Liebesspiel im Garten oder auf der Terrasse ist also nicht betroffen. Doch dafür interessiert sich keiner mehr, das Amt Schlaubetal hat seinen Skandal.

"Das Verbot ist völliger Blödsinn"

Obwohl die Verordnung erst am 8 April in Kraft treten wird, ist der Sex-Passus Gesprächsthema Nummer eins in der 4300-Einwohner Gemeinde Müllrose. Auf dem kleinen Marktplatz ist Wochenmarkt. Hier werden neben Schinkenwurst oder Blümchen-Blusen auch ausgestopfte Wildschweinköpfe für 150 Euro und Armee-Hosen verkauft. Erna Blink und Klaus Baesler treffen sich beim Fischverkäufer "Fischers Fritze". Während der 64-jährige Rentner seinen Kaffee schlürft, stützt sich seine alte Bekannte über ihr Fahrrad. "Sexverbot, tststs." Die grauhaarige Frau schüttelt den Kopf. "So etwas kann doch nur der Verwaltung in Müllrose einfallen. Da fehlen mir wirklich die Worte."

Doch das hält die rüstige 73-Jährige nicht vom Schwärmen ab. Mit träumerischem Gesichtsausdruck erzählt sie, wie sie sich früher mit ihrem Mann aufs Motorrad geschwungen hat, um bei schönem Wetter den Frühlingsgefühlen in der Natur rund um Müllrose freien Lauf zu lassen. "Ja, wir waren auch mal jung. War das nicht herrlich damals?" Klaus Baelser nickt und sagt: "Das Verbot ist völliger Blödsinn." Das sieht Hans Sandeck ähnlich. Der 76-Jährige schiebt sein Fahrrad gemütlich in Richtung Markplatz und sagt: "Ein Sexverbot im Freien gab es noch nicht mal zu Kaisers Zeiten. Eine solche Verordnung stammt aus dem Mittelalter. Das ist spießig und kleinbürgerlich."

Die junge Müllroser Generation pflichtet den Älteren bei. "So ein Quatsch", sagt Silvio Schmidt. Der braungebrannte Dachdecker mit den kurzen blondierten Haaren freut sich schon auf die warme Jahreszeit. "Meine Freundin und ich haben es schon öfter in der Öffentlichkeit getan. Ob am See oder im See. Wer es machen will, macht es halt."

Kostenlose Werbung für Müllrose

Während die Bürger über die neueste Idee der Verwaltung diskutieren, sitzt Amtsdirektor Detelf Meine an seinem großen Schreibtisch im weiß-getünchten Amtshaus. Neben ihm Frank Felske. Unruhig rutscht der Erfinder des Kopulationsparagraphen auf seinem Stuhl hin und her. Verzweifelt versucht er, die Absicht hinter dem ominösen Verbot zu erklären. Das Strafgesetzbuch verbiete zwar schon die "Erregung öffentlichen Ärgernisses", doch das sei ihm zu unpräzise gewesen. "Die Regelungen der Verordnung sollen inhaltlich allen Bürgern klar sein, deshalb habe ich konkrete Beispiele angeführt", sagt Felske.

Dass dies nun als generelle Verbannung von Liebesspiel verstanden wird, sei nicht beabsichtigt gewesen. Mit Nachdruck sagt der Beamte: "Es gibt kein Sexverbot im Schlaubetal. Im Wald oder auf Feldern können die Leute von uns aus Sex haben ohne Ende. Wir wollen nur, dass sich die Verliebten dafür Stellen suchen, an denen sie nicht im Blickfeld anderer Leute und vor allem Kinder sind." Und selbst wer demnächst im Schlaubetal seine Hormone nicht im Griff hat, muss sich keine Sorgen um sein Portemonnaie machen, versichert Felske. "Die 35 Euro sind als Warnung zu verstehen. Es werden keine Sex-Kontrolleure eingestellt. Wenn wir wirklich jemanden erwischen, dann werden wir sie bitten, woanders hinzugehen. Ich würde ihnen sogar einen Tipp geben, wo sie es heimlicher machen können."

Während sein eifriger Untergebener um Erklärungen ringt, sitzt sein Chef, ein gemütlicher, kräftig gewachsener Herr mit Seeotter-Schnurrbart, mit einem breiten Grinsen im Gesicht daneben. Detlef Meine nimmt die Aufregung mit Humor. Vor ihm liegen ein dutzend Artikel über die "Erste Stadt mit Sexverbot", wie ein Boulevardblatt schreibt. Sogar britische und belgische Medien haben über den Ort berichtet. "Eigentlich könnte ich die Mitarbeiter des Fremdenverkehrsvereins entlassen", sagt Meine scherzhaft. "Denn so viel Werbung hatten wir noch nie."

Witz über den Sexparagraphen

Über Gratis-Publicity freut sich auch der Mit-Organisator des Seefestes. Bisher kann Peter Poetke rund 5000 Gäste beim Seefest begrüßen, durch die Berichterstattung werden es vielleicht ein paar mehr, hofft er. Poetke schlendert über die Festwiese, vorbei an den Orten der Sünde. "Es gibt im Ort keine Diskothek und die Leute feiern bei den Veranstaltungen im Sommer schon kräftig", sagt der untersetzte 39-Jährige. Das Verbot findet aber auch Poetke übertrieben. Schmunzelnd sagt er: "Trotzdem sind 35 Euro immer noch billiger als ein Hotelzimmer."

Dazu passt ein Witz, der derzeit in Müllrose kursieren soll: Ein Kontrolleur vom Ordnungsamt entdeckt ein Ehepaar beim Sex. Er zückt seinen Block mit den Strafzetteln. "So", sagt der Kontrolleur zu dem Mann, "das macht für Sie 35 und für Ihre Frau 105 Euro." Der Mann fragt verwundert: "Wieso muss meine Frau mehr bezahlen als ich?" - Der Mann vom Amt antwortet: "Ihre Frau habe ich heute schon zum dritten Mal erwischt."

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Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg