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Legionellen im Abwasser der Warsteiner-Brauerei: Spur führt zur Kläranlage

Nach dem Fund von Legionellen in der Warsteiner Brauerei gehen die Untersuchungen weiter. Das Bier sei jedoch nicht betroffen, wie das NRW-Umweltministerium und die Brauerei betonen.

Nach dem Fund von Legionellen im Abwasser der Warsteiner-Brauerei suchen die Behörden weiter intensiv nach der Ursache der Infektionswelle in der sauerländischen Stadt. "Die Ursachenforschung geht weiter", sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums am Donnerstag in Düsseldorf. "Die Abwasseranlage der Warsteiner-Brauerei ist für uns derzeit nicht die ursächliche Quelle."

Die Warsteiner-Brauerei hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass auch in ihrem Abwasser am Ausgangsbereich eines Vorbehandlungsbeckens Legionellen nachgewiesen worden waren. Laut Umweltministerium wurden die Erreger auch in den Kühlanlagen gefunden.

Als möglicher Ausgangspunkt der Legionellen-Infektion in Warstein gilt bislang die kommunale Kläranlage, in der hohe Konzentrationen der Krankheitserreger festgestellt worden waren. Von der Kläranlage könnten die Legionellen über den Bach Wäster in die Kühlanlage einer Firma gelangt und von dort großräumig in der Luft verteilt worden sein. Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch das Abwasser der Brauerei auf diesem Wege belastet wurde, sagte der Ministeriumssprecher.

165 Krankheitsfälle

Das Bier der Warsteiner-Brauerei ist nach Expertenangaben von dem Legionellen-Fund nicht betroffen. Es werde bei der Herstellung auf fast 100 Grad erhitzt, sagte der Sprecher des Landesumweltministeriums. Legionellen werden bei Temperaturen von mehr als 60 Grad abgetötet.

Mit dem Legionellen-Ausbruch im Sauerland vor rund einem Monat werden mittlerweile 165 Krankheitsfälle in Verbindung gebracht, zwei Menschen starben an den Folgen der Infektion. Der Kreis Soest hatte wegen der Erkrankungswelle von Reisen nach Warstein abgeraten. Zuletzt wurden allerdings nach Angaben der Behörden keine weiteren Krankheitsfälle gemeldet. Am Donnerstagnachmittag wollte deshalb der Krisenstab die Lage auch hinsichtlich der Reisewarnung neu bewerten.

Erkrankungen durch Legionellen-Bakterien äußern sich häufig in Form von Lungenentzündungen, begleitet von Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Reizhusten oder auch Durchfall. Die Sterblichkeit liegt bei ernstlich Erkrankten bei sieben Prozent

ivi/AFP / AFP