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Gute Idee, schlechte Umsetzung? Lidl führt neue "Rettertüte" mit "weniger perfektem" Obst ein – Kunden berichten aber von "gammliger Ware"

Lidl-Tüte mit Obst und Gemüse
Scheinbar varriert der Inhalt der Rettertüten sehr – und so auch die Reaktionen der Kund:innen im Netz dazu (Symbolbild)
© xmonticellox / Imago Images
Lidl bietet nun in seinen Filialen Rettertüten voller Obst und Gemüse mit "kleinen Schönheitsfehler"an – für nur drei Euro. Jedoch zeigen sich die Kund:innen verärgert und enttäuscht von der Aktion.

Rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen jährlich in den deutschen Müll. Das meldete das Statistische Bundesamt an die EU-Kommission im Juni 2022. Viele dieser Verluste seien dem Lidl-Konzern zufolge vermeidbar. Aus diesem Grund führte derDiscounter nun deutschlandweit die "Rettertüte" ein.

Bei der Tüte aus dem "Rette mich"-Konzept sollen "äußerlich weniger perfekten, aber verzehrfähigen Obst- und Gemüseprodukten […] eine zweite Chance gegeben" werden, teilt Lidl mit.

Bis zu fünf Kilogramm Obst und Gemüse zum Einheitspreis

Für nur drei Euro können Kund:innen in allen Lidl-Filialen in Deutschland eine "Rettertüte" kaufen. Gefüllt ist jede Tüte mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten oder Artikeln, bei denen die Verpackung beschädigt wurde. Eine "Rettertüte" kann mit bis zu fünf Kilogramm gefüllt sein.

"Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht in die Tonne", sagt Christian Härtnagel, Geschäftsleitungsvorsitzender von Lidl in Deutschland. "Jedes nicht weggeschmissene Lebensmittel ist für uns, die Umwelt und das Klima ein Erfolg."

Matschiges und verschimmeltes Obst enttäuschen Kund:innen

In den Kommentaren unter dem Beitrag von Lidl äußern sich die Kund:innen zwiegespalten zum neuen Angebot. Viele Facebook-User:innen sind begeistert von der Aktion. "Fast alles war aus dem Biosortiment von Lidl", freut sich eine Kundin über den Inhalt ihrer "Rettertüte".

Gleichzeitig teilen zahlreiche Kund:innen ihre negativen Erfahrungen mit der Auswahl. Eine andere Kundin empfand den ihrer Tüte als "eine bodenlose Frechheit". Ein Großteil der von ihr gekauften Waren sei verschimmelt und matschig gewesen – "so gammelig dass es nichtmal von den Tafeln angenommen würde. DAS sind keine 'kleinen Schönheitsfehler'", schreibt sie.

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Zusammenarbeit mit den Tafeln soll weiter bestehen

Anfang des Jahres testete Lidl in seinen mehr als 3.200 Filialen in Deutschland die Rettertüte. Nichtsdestotrotz betont der Lebensmitteldiscounter, dass er die seit 15 Jahren geführte Zusammenarbeit mit den Tafeln fortführen werde. "Mit der Rettertüte schaffen wir zusätzlich zur Abgabe von Lebensmitteln an die Tafeln einen weiteren Baustein für unsere Nachhaltigkeitsstrategie", sagt Härtnagel.

Quellen: HNA, Pressemitteilung Lidl


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