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Fahndung 40-Jähriger bei Lüdenscheider Kirmes erschossen – Polizei sucht mindestens sechs junge Männer

Polizeibeamte unweit des Tatorts auf der Steinert-Kirmes in Lüdenscheid
Polizeibeamte unweit des Tatorts auf der Steinert-Kirmes in Lüdenscheid
© Markus Klümper / DPA
Nach einem Streit auf einer Kirmes in Lüdenscheid stirbt ein vermutlich Unbeteiligter. Die Polizei setzt bei der Tätersuche jetzt auch auf Videoaufnahmen.

Er sollte der Auftakt für zehn Tage Ausgelassenheit werden – doch der Eröffnungstag der Steinert-Kirmes in Lüdenscheid (Sauerland) endete mit einem Toten. Ein 40-jähriger Mann wurde in der Nähe des Festgeländes erschossen. Die Polizei sucht jetzt den oder die Täter.

Bisherigen Ermittlungen zufolge hat es am Samstagabend gegen 20.30 Uhr auf dem Kirmesgelände einen gewaltsamen Streit zwischen einem 16-Jährigen und einer mindestens sechsköpfigen Gruppe gegeben. 20 Minuten später seien die Kontrahenten am Haupteingang des Rummels in der Nähe des Autoscooters erneut aufeinandergetroffen. Der Jugendliche sei dabei von seinem Vater begleitet worden und habe die Gruppe zur Rede stellen wollen.

40-Jähriger stirbt an Steinert-Kirmes in Lüdenscheid

Die sechs Männer seien daraufhin über ein Tankstellengelände in Richtung eines Wohngebiets geflüchtet. "Während der Flucht gaben zwei Personen Schüsse aus einer Schreckschusswaffe und aus einer scharfen Schusswaffe ab", so die Ermittler. "Die Schüsse wurden sowohl in die Luft abgeben als auch in die Richtung des nacheilenden 16-Jährigen und des 52-jährigen Vater."

Ein Projektil habe einen 40-Jährigen aus Gummersbach am Eingang zur Kirmes getroffen. "Er verstarb später im Krankenhaus an seinen Verletzungen", so die Polizei. Vermutlich handele es sich bei ihm um einen Unbeteiligten, sagte ein Sprecher der Hagener Staatsanwaltschaft dem stern.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot zur Steinert-Kirmes an, befragte Zeugen, sicherte Spuren und fahndete nach den mindestens sechs jungen Männern – bislang ohne Erfolg. Die Mordkommission Hagen setzt jetzt auf sichergestellte Videoaufzeichnungen. Darauf seien die Täter möglicherweise zu sehen, so der Sprecher weiter. Ob und wann eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet wird, stehe entgegen anderslautender Medienberichte noch nicht fest. Ein Richter müsste über die Veröffentlichung der Bilder ohnehin vorab entscheiden.

Gesucht werde nach mindestens sechs Männern im Alter von vermutlich 16 bis 20 Jahren. Zum Tatzeitpunkt waren den Angaben zufolge vier von ihnen dunkel gekleidet, einer trug ein weißes T-Shirt, ein anderer einen grauen Jogginganzug. Alle Verdächtigen sollen dunkle Haare haben.

Der Bürger-Schützen-Verein Lüdenscheid als Betreiber der Steinert-Kirmes reagierte geschockt auf die Tat. "Wir als Veranstalter bedauern diesen Vorfall zutiefst und bekunden allen Beteiligten und vor allem den Angehörigen des Verstorbenen größte Anteilnahme", hieß es in einer Stellungnahme. "Jegliche, vor allem gewaltsame, Auseinandersetzungen können und wollen wir nicht dulden." Für die kommenden Tage des Jahrmarkts (läuft bis zum 29. Mai) kündigte der Verein eine Aufstockung des Sicherheitspersonals an.

Die Kripo Hagen hat die Telefonnummer (02331) 9862060 für Hinweise auf den oder die Täter und weitere Zeugenaussagen eingerichtet.

Quellen: Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis, Steinert-Kirmes, Staatsanwaltschaft Hagen, Nachrichtenagentur DPA

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