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Zufallsfund: Hobby-Historiker suchte nach Nazi-Gold und stößt unverhofft auf einen anderen Schatz

Den legendären Goldzug der Nazis suchte der polnische Hobby-Historiker Piotr Koper bisher vergeblich. Statt des sagenumwobenen Waggons mit der Kriegsbeute legte er in einem Schloss in Niederschlesien zufällig mehr als 20 wertvolle Wandgemälde frei.

Hobby-Schatzsucher findet Gemälde statt Nazi-Gold

Stolz präsentiert Piotr Koper seinen überraschenden Fund. Bei Renovierungsarbeiten entdeckte er mehrere, vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammende Wandgemälde.

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Vielleicht ist es der Lohn für die jahrelange Mühe, die Piotr Koper in die Suche nach dem noch immer verschollenen Goldzug gesteckt hat. Vielleicht ist es ein glücklicher Zufall. Dem polnischen Hobby-Historiker dürfte das alles egal sein. Er traute seinen Augen nicht als vor einigen Tagen zunächst kleine Farbspuren unter dem Putz einer Wand im Ballsaal des Schlosses Adelsbach hervorlugen sah. Er habe den Putz dann vorsichtig entfernt. "Plötzlich blickte ich einem Kaiser ins Gesicht", schildert Kober den Moment, als er etwas fand, nachdem er gar nicht gesucht hatte. "Das waren ganz große Emotionen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Porträt-Galerie auf 50 Quadratmetern

Schätzungen zufolge sollen die insgesamt 22 Porträts deutscher und böhmischer Herrscher Mitte des 16. Jahrhunderts - etwa zwischen 1560 und 1570 entstanden sein. Neun davon haben Experten bereits freigelegt. Von einem "bislang einzigartigen Fund" spricht Krzysztof Wieczorek, Eigentümer des 700 Jahre alten Schlosses im niederschlesischen Struga. Demnach erstrecke sich die Porträt-Galerie über eine Fläche von mehr als 50 Quadratmetern. Wieczorek lässt das Schloss seit einigen Jahren aufwendig renovieren. Ende kommenden Jahres soll es für Besucher geöffnet werden. Allein die wertvollen Wandgemälde dürften einige Menschen mehr in die Räume des Schlosses locken. 

Koper bleibt dem Nazi-Gold auf der Spur

Koper ist zwar glücklich, seinen eigentlich Traum hat er aber immer noch nicht begraben. Zuletzt hatte er an Bahnkilometer 65 nach dem Panzerzug der Nazis gegraben. Bodenradarbilder führten ihn 2016 an diese Stelle. Doch das ist ihm zu teuer. Mehrere zehntausend Euro hat er bereits investiert. Nun tüftelt an einem neuen Plan. Das Geld dafür, etwa 60.000 Euro, will er mit Hilfe seiner Stiftung Goldzug sammeln. An welcher Stelle er dann weiter graben wird, will Koper nicht verraten. "Sonst pilgern da gleich morgen Menschenmassen hin", vermutet er.

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js / DPA
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