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Massenkarambolage in Mecklenburg-Vorpommern: Viele Tote nach Sandsturm auf der A19

Ein Sandsturm hat in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Massenkarambolage geführt: Mindestens acht Menschen starben bei dem schweren Unfall auf der A19, rund 100 wurden verletzt.

Bei einer Massenkarambolage in einem Sandsturm sind am Freitag auf der Autobahn Berlin-Rostock mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Einige Opfer seien noch in den ausgebrannten Fahrzeugen, sagte eine Polizeisprecherin. 97 Menschen wurden verletzt.

Rund 20 Autos fingen Feuer, darunter ein Gefahrguttransporter. Die Feuerwehr brauchte mehrere Stunden, um die Flammen zu löschen. Rettungswagen und Hubschrauber brachten die Verletzten in umliegende Kliniken. Nach Angaben der Krankenhausleitungen erlitten die Opfer vor allem Knochenbrüche, Prellungen, Stauchungen und Schädel-Hirn-Verletzungen.

"Schlimmster Unfall in Mecklenburg-Vorpommern jemals"

Der Unfall ereignete sich gegen 12.50 Uhr auf der A19 zwischen den Anschlussstellen Kavelstorf und Laage, südlich von Rostock. Rund 80 Autos rasten in beiden Fahrtrichtungen ineinander, wie die Polizei mitteilte. Ein Reporter der Nachrichtenagentur DPA am Unfallort berichtete, die Autos seien regelrecht zusammengequetscht, sie müssten mit hoher Geschwindigkeit aufeinandergerast sein.

"Das ist der schlimmste Verkehrsunfall, den Mecklenburg-Vorpommern je erlebt hat", sagte eine Polizeisprecherin. Die Autos müssten mit hoher Geschwindigkeit aufeinander gerast sein.

"Als ich die ausgebrannten Fahrzeuge gesehen habe, war mir klar, dass es viele Tote gegeben haben muss", sagte der DPA-Reporter. "Die Autos waren alle zusammengeschoben. Da ist keiner mehr rausgekommen."

Autobahn in beiden Richtungen gesperrt

Die im beginnenden Wochenendverkehr stark befahrene Autobahn wurde in beiden Richtungen voll gesperrt. Ausweichende Autofahrer sorgten für volle Nebenstrecken. Das habe auch Bergung und Transport der Verletzten erschwert, hieß es.

Die Verletzten wurden in Krankenhäuser in Rostock, Güstrow und Bad Doberan gebracht. "Wir haben Ärzte und Schwestern zurückgeholt, zusätzliche Betten vorbereitet", sagte der Ärztliche Direktor der Uniklinik Rostock, Professor Peter Schuff-Werner. Der Landkreis Bad Doberan richtete ein Bürgertelefon für Angehörige der Unfallopfer ein.

Unfallursache: schlechte Sicht

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zeigte sich tief betroffen. "Das ist ein schreckliches Unglück, mit so vielen Toten und Verletzten. Ich hoffe sehr, dass es gelingt, schnell zu helfen. Mein Dank gilt allen Feuerwehrleuten, den Rettungskräften und all den anderen Helfern", erklärte der Schweriner Regierungschef.

Der Grund für den Unfall soll extrem schlechte Sicht gewesen sein. Ein seit dem Morgen herrschender Sturm hatte Sand von umliegenden Feldern aufgewirbelt und über die Fahrbahn getrieben. Der Sturm richtete auch an anderen Orten im Land Schäden an. In Ostvorpommern wurden zwei Menschen bei einem Unfall zwischen Stresow und Bandelin leicht verletzt. Der Sturm hatte das Auto mit Anhänger von der Straße gedrückt. Etliche Bäume wurden umgeworfen und behinderten den Verkehr. Auf der Insel Usedom bei Benz stürzte ein Baum in eine Hochspannungsleitung, die daraufhin riss.

be/ins/DPA / DPA