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Mobbing, Schuleschwänzen: Trainer suspendiert ganzes Football-Team

Weil ihm das Verhalten seiner Nachwuchsspieler nicht gefiel, hat ein Football-Trainer einer amerikanischen High School sein ganze Mannschaft vor die Tür gesetzt - und erhält dafür viel Respekt.

Von Thomas Krause

Football ist eine der populärsten Sportarten der USA.

Football ist eine der populärsten Sportarten der USA.

Damit hatten die 41 jungen Männer aus dem US-Bundesstaat Utah wohl nicht gerechnet. Statt Training gab es für das Football-Team der Union High School vergangenen Freitag eine Gardinenpredigt, die sich gewaschen hat. Trainer Matt Labrum forderte alle Spieler auf, Helme und Trikots abzugeben. Er suspendierte das gesamte Team.

Der Grund für seine drastische Maßnahme waren Probleme außerhalb des Spielfeldes: Einige Football-Spieler schwänzten den Unterricht, andere sollen Mitschüler via Internet gemobbt haben. "Wir hatten das Gefühl, dass alles sich in eine Richtung entwickelte, in die sich unsere jungen Männer nicht entwickeln sollten", sagte Labrum der lokalen Nachrichtenseite "Deseretnews.com". "Wir hatten das Gefühl, etwas dagegen unternehmen zu müssen."

Am Boden zerstört

Also kündigte er seinen Spielern an, dass sie nicht wieder Football spielen würden, bis sie sich dieses Privileg verdient hätten. "Sie waren wirklich lange in der Kabine", sagte Jenn Rook, Mutter eines Teammitglieds, "Deseretnews.com". "Sie kamen raus und ich sah Tränen. Die Jungs waren am Boden zerstört."

Der Trainer setzte für den nächsten Tag ein Treffen an, bei dem die Footballspieler wieder Punkte sammeln konnten, um wieder ins Team zu dürfen. Auslöser der Maßnahme war, dass ein Schüler der Union High School im Internet den Vorwurf erhoben hat, von einem Footballspieler gemobbt worden zu sein. Labrum konfrontierte das Team mit dem Vorwurf. "Wir wollen so etwas bei uns nicht", sagte er. "Wer auch immer so etwas tut, wir wollen ihm helfen, auf den richtigen Weg zurückzufinden." Beim Treffen am Samstag verteilte er einen Brief an seine Mannschaft, in dem er erklärte, was ihn stört und wie die Spieler gegen ihre Suspendierung anarbeiten könnten. Statt des Trainings stand nun gemeinnützige Arbeit auf dem Programm. Auch ihren Familien und ihren Verwandten sollten die Mannschaftsmitglieder etwas Gutes tun und einen Bericht darüber schreiben, was sie unternommen haben.

Nicht alle schaffen es zurück ins Team

Sowohl die Schulleitung, die vorab über die Suspendierung informiert war, als auch die Eltern unterstützten Coach Labrum. Montag und Dienstag jätete die Mannschaft Unkraut, sammelte Müll oder besuchte Senioren im Altersheim. Mittwoch versammelten sich die Spieler zum Lernen. Bei der Gelegenheit prüfte Trainer Labrum, wer seine Kriterien zur Wiederaufnahme ins Team erfüllt hatte und wer nicht. Die meisten schafften es wieder in die Mannschaft, aber nicht alle. Matt Labrum bekommt für seine Maßnahme jedenfalls viel Anerkennung. Allein der Artikel der "Deseret News" hatte bis Freitagmorgen mehr als 41.000 "Gefällt mir" auf Facebook gesammelt. Auch "This Morning", die Morgensendung des Fernsehsenders CBS, berichtete wohlwollend.

Ob die Maßnahme auch zu einer besseren Mannschaftsleistung führt, ist noch nicht klar. Erst an diesem Freitag stehen die Football-Spieler der Union High aus Utah wieder auf dem Feld.

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