Mordversuch an Student in Berlin Neonazis aus Brandenburg vor Gericht


Zusammengeschlagen lag der blutende Student am Boden. Mit voller Wucht sollen zwei Neonazis auf den Kopf ihres Opfers eingetreten haben. Knapp ein halbes Jahr nach dem "Bordsteinkick" müssen sich vier Männer aus der rechtsextremen Szene Brandenburgs wegen Mordversuchs vor dem Berliner Landgericht verantworten.

Zusammengeschlagen lag der blutende Student am Boden. Mit voller Wucht sollen zwei Neonazis dann auf den Kopf ihres Opfers aus der linken Szene eingetreten haben. Knapp ein halbes Jahr nach dem brutalen "Bordsteinkick" müssen sich vier Männer aus der rechtsextremen Szene Brandenburgs von diesem Donnerstag an wegen Mordversuchs vor dem Berliner Landgericht verantworten. In der Anklage heißt es, die Männer im Alter von 20 bis 26 Jahren hätten ihr Opfer aus Wut und "Gründen der Machtdemonstration" töten wollen.

Der damals 22-jährige Student wurde bei dem Überfall in der Nacht zum 12. Juli 2009 im Berliner Stadtteil Friedrichshain lebensgefährlich verletzt. Unmittelbar nach der Tat wurden die betrunkenen Verdächtigen festgenommen. Der mutmaßliche Haupttäter soll den Studenten auf einen Fahrradweg gezerrt, seinen Kopf "mit dem Gesicht nach unten ausgerichtet" und mit voller Wucht daraufgetreten haben. Dieser sogenannte Bordsteinkick wurde durch eine ähnliche Szene im US-Film "American History X" bekannt.

Wegen einer schweren Attacke auf einen jungen Mann müssen sich vor dem Wuppertaler Landgericht seit Mittwoch zwei Rechtsradikale verantworten. Die 27 und 34 Jahre alten Männer hatten laut Anklage im November 2008 ihr Opfer beim Aussteigen aus einem Zug von hinten angegriffen und seinen Kopf auf den Bahnsteig prallen lassen. Der 20- Jährige erlitt einen Schädelbasisbruch.

Das Duo hatte laut Anklage rechtsradikale Lieder gesungen und Parolen skandiert. Als einer von ihnen rief "Deutschland wird geführt von rechter Hand", soll das spätere Opfer entgegnet haben: "Ganz bestimmt nicht". Den Angeklagten wird gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Beide sind wegen erheblicher Gewalttaten vorbestraft.

DPA DPA

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