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Nach Brechdurchfall-Epidemie: Sodexo verteilt Gutscheine für erkrankte Kinder

Zuerst gab es Noroviren, jetzt Nachhilfe: Der Caterer Sodexo will die betroffenen Kinder der Durchfall-Epidemie mit Gutscheinen entschädigen. Der Caterer gibt vor, wofür das Geld ausgegeben wird.

Nach der Brechdurchfall-Epidemie in Ostdeutschland will der Caterer Sodexo die betroffenen Kinder mit Gutscheinen in Höhe von je 50 Euro entschädigen. Das Rüsselsheimer Unternehmen werde sie in Kürze verteilen, teilte Sodexo am Dienstag mit. Die Gutscheine könnten bei einem Berliner Verlag für Bücher, Lernmittel oder Nachhilfeangebote genutzt werden.

"Wir können die Emotionen der Kinder und Eltern der letzten Tage gut nachvollziehen und bedauern die durch die Vorgänge entstandenen Unannehmlichkeiten sehr", teilte das hessische Unternehmen mit. "Wir sind sehr froh darüber, dass sich die Lage in den Schulen und Kindertagesstätten nun wieder normalisiert."

Mehr als 11.000 erkrankt

Das Unternehmen sei weiter in ständigem Kontakt mit den betroffenen Kindergärten und Schulen, sagte der Sodexo-Sprecher. Neue Krankheitsfälle habe es nicht gegeben. Die Gutscheine sollen ein Trostpflaster für die erkrankten Kinder und Jugendlichen sein.

Mehr als 11.000 Menschen waren seit Anfang vergangener Woche an Brechdurchfall erkrankt. Betroffen waren Kinder und Jugendliche in Kindergärten und Schulen. Der Gipfel der Erkrankungen lag laut RKI zwischen dem 25. und 27. September. Mittlerweile haben die Untersuchungen des Robert Koch-Instituts (RKI) ergeben, dass mit Noroviren verseuchte Tiefkühl-Erdbeeren aus China den massenhaften Brechdurchfall in Ostdeutschland ausgelöst haben.

Erdbeeren gelangten wohl nicht in den Handel

Sodexo setzt nach dem Zwischenfall die Zusammenarbeit mit seinem deutschen Zwischenhändler aus, der die mit Noroviren verseuchten Tiefkühlerdbeeren aus China importiert haben soll. Unabhängige Prüfer sollen die Vorgänge bei dem Lieferanten untersuchen, erklärte der Sodexo-Sprecher.

Mit Ergebnissen werde in zwei bis drei Wochen gerechnet. Danach will das Unternehmen entscheiden, ob es weiterhin mit dem Zulieferer zusammenarbeitet. Angaben über die für Sodexo entstandene Schadenshöhe wollte der Sprecher nicht machen. Auch zur Gesamtsumme, die Sodexo für die Entschädigungen zahlen wird, nahm das Unternehmen keine Stellung.

Nach den bisherigen Erkenntnissen wurden die Erdbeeren nach ihrer Ankunft im Hamburger Hafen über einen Großhändler aus Sachsen in mehrere ostdeutsche Zentralküchen für Schulessen geliefert. In den Einzelhandel sind die Früchte wahrscheinlich nicht gelangt.

kmi/DPA / DPA
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