HOME

Top Anlagentipps: Mit diesen Aktien sind Sie auf der sicheren Seite

Die eierlegende Wollmilchsau als Aktie? Die gibt es. Sie zahlen verlässlich Dividenden, holen Kursverluste immer auf und sind nicht zu hoch bewertet.

Von Christian Kirchner

Symbol für Luxus und guter Aktien-Tipp - Schmuckhändler Tiffany in New York

Symbol für Luxus und guter Aktien-Tipp - Schmuckhändler Tiffany in New York

Nur zwei Filmminuten im Jahr 1961 haben ausgereicht, um aus Audrey Hepburn eine Stilikone zu machen - und einen Juwelier in New Yorks Fifth Avenue weltberühmt: In der Rolle der flatterhaften Holly Golightly steigt Hepburn in einem engen, schwarzen Kleid aus einem Taxi, um mit Blick auf die exklusiven Schaufenster­auslagen ihr "Frühstück bei Tiffany" einzunehmen.

Die Filiale ist bis heute ein beliebtes Fotomotiv bei Touristen, der Markenname steht als Synonym für Luxusgüter von Verlobungsringen (die ein Viertel der Umsätze ausmachen) bis hin zum Diamantcollier für mehr als 1 Millionen Euro. Und weil jeden Morgen genügend Menschen aufstehen, die Heiratsabsichten, ein schlechtes Gewissen oder beides haben, laufen die Geschäfte bei Tiffany seit Jahrzehnten glänzend.

Kein Wunder, dass die Anteilscheine des Schmuck­­unternehmens auch zu den 50 besten Aktien der Welt zählen, die das Wirtschaftsmagazin Capital aus 1 800 Aktien weltweit in einem aufwendigen Verfahren he­rausgefiltert hat.

Gesucht: Aktien mit wenig Risiko

Geprüft wurden die jeweils 600 größten und liquidesten Titel Nordamerikas, ­Europas und Asiens. Anstatt wacklige Prognosen über künftige Umsätze und Gewinne zu treffen, ging Capital bei der Analyse drei zentralen Fragen nach, die vor allem risikoaversen Anlegern besonders wichtig sind.

Erstens: Welche Unternehmen haben in den vergangenen 25 Jahren verlässlich Dividenden gezahlt und ihre Aktionäre über mehrere Konjunkturzyklen hinweg am Geschäftserfolg beteiligt?

Zweitens: Welche dieser Aktien haben seit 1990, also über zwei der schlimmsten Börsencrashs der Geschichte hinweg, Kursverluste binnen 15 Jahren komplett wettgemacht und binnen zehn Jahren nie mehr als ein Viertel ihres Werts verloren?

Und drittens: Welche dieser Aktien sind mit Blick auf Ausschüttungsquote, Verschuldung, Cashflow, und Bewertung im Verhältnis zum Wachstum auch künftig am ehesten in der Lage, einen starken Konjunktureinbruch zu meistern?

"Hidden Champions"

Im Schnitt 13,3 Prozent pro Jahr über das letzte Vierteljahrhundert hinweg brachten die 50 Titel ein, die Capital aus den 1800 Aktien ermittelt hat. Diese Entwicklung lässt sich natürlich nicht linear in die Zukunft fortschreiben - und viele Technologietitel sind aufgrund der Kriterien gar nicht vertreten. Doch Aktien, die in der Vergangenheit Börsenstürme überstanden und die Herausforderungen durch Globalisierung und Digitalisierung gemeistert haben, besitzen sehr gute Chancen, auch in den kommenden Jahren für Aktionäre Kursgewinne und attraktive Dividenden zu erwirtschaften - bei vergleichsweise geringem Risiko.

Auffällig: In der Liste der Top-50-Aktien finden sich zahlreiche Konzerne, die kaum bekannt sind - so genannte "Hidden Champions" - oder in Branchen tätig sind, in denen man kaum verlässliche Dividendenzahler vermutet, etwa der Banken- und Versicherungsbranche. Zwei deutsche Konzerne haben es ebenfalls in die Liste geschafft wie drei japanische Titel, die sich dem dramatischen Kursverfall der Nippon-Aktien seit 1989 entziehen konnten. Hier eine Auswahl von zehn Konzernen, die es durch alle Filter geschafft haben - die vollständige Liste finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Capital.

Zehn Aktien, die sich lohnen

1) Sodexo: Kaum jemand kennt den französischen Großkonzern - dabei beschäftigt das Unternehmen rund 420.000 Mitarbeiter weltweit. In Deutschland ist Sodexo vor allem als Caterer für Firmen, Krankenhäuser und Kitas bekannt oder als Dienstleister so genannter Essensgutscheine von Firmen. Weder die Konjunktureinbrüche der letzten Jahre noch die Börsenbeben richteten in Bilanz oder Aktienchart von Sodexo größere Schäden an, im Gegenteil: Gerade Sparmaßnahmen führen häufig dazu, dass Firmen mehr Leistungen an Sodexo auslagern. Das brachte Aktionären verlässlich steigende Dividenden eine durchschnittliche Jahresrendite von 14 Prozent pro Jahr ein

2) Franklin Resources

: Wer sich am Tag des Börsengangs von Apple im Jahr 1980 für Apple-Aktien entschieden hat, hat sein Geld ver292-facht. Wer seinerzeit hingegen Anteile der US-Fondsgesellschaft Franklin Resources erworben hat, hat mehr als das doppelte verdient. Die Gesellschaft hinter dem auch in Deutschland populären "Templeton Growth"-Fonds profitiert von gleich zwei Megatrends: Dem demografischen Wandel, der private Vorsorge immer wichtiger macht sowie dem wachsenden Anlagebedarf auch in Schwellenländern. Die Dividendenrendite ist mit 1,2 Prozent pro Jahr zwar eher gering, aber dafür gut abgesichert.

3) SAP

: Viele Anleger kennen die Aktie des DAX-Konzerns als Wachstumswert. Tatsächlich ist der Softwareschmiede aber auch ein verlässlicher Dividendenzahler, der Anlegern gemessen am Kurs eine Dividendenrendite von 1,6 Prozent zahlt und diese Ausschüttung in einem Vierteljahrhundert noch nie gekürzt hat. Da derzeit zudem nur jeder Dritte verdiente Euro tatsächlich ausgeschüttet wird, dürfte die Dividende auch in einer Krise kaum wackeln. In vielen anderen fundamentalen Kennziffern ist SAP zwar nicht billig, die Zeit des stürmischen Wachstums vorbei - aber das waren die Aktien seit dem Börsengang 1988 auch noch nie und legten dennoch im Schnitt der letzten 25 Jahre um knapp 19 Prozent pro Jahr zu.

4) Northrop Grumman

: Rüstungsaktien kommen für viele Investoren aus ethischen Gründen nicht in Frage. Die Aktien des US-Rüstungskonzerns sind indes ein gutes Beispiel dafür, dass Aktien aus moralisch zweifelhaften Branchen häufig überdurchschnittlich hohe Renditen abwerfen: Knapp 17 Prozent pro Jahr legten die Northrop-Grumman-Aktien seit 1990 zu und zahlten Anlegern dabei verlässlich Dividenden.

5) Groupe SEB

: Beim Konzern SEB denken viele Investoren intuitiv vermutlich an die auch in Deutschland zeitweise tätige schwedische Bank. Nur wenige kennen hingegen jenen französischen Konzern, der es durch alle Capital-Filter geschafft hat, aber sehr viele seine Marken: Der Haushaltsgüterhersteller steht hinter Produkten von Tefal, Krups, Moulinex oder Rowenta. Das Geschäft mag bieder sein, dafür aber auch wenig zyklisch und vor allem für Aktionäre profitabel: Im Schnitt elf Prozent kletterten SEB-Aktien, die aktuell gut zwei Prozent Dividendenrendite abwerfen.

6) Danone

: Aktien von Nahrungsmittelherstellern gelten als Prototypen sicherer und dividendenstarker Aktien, mit denen man Krisen umschiffen kann. Dennoch haben viele Konsumgüterkonzerne das achtstufige Filterverfahren von Capital nach den attraktivsten Aktien nicht bestanden. Der Grund war meist, dass sie inzwischen viel zu hoch bewertet sind oder ihre Bilanz mit teuren Übernahmen aufgebläht haben. Eine Ausnahme stellt der Joghurthersteller Danone dar. Dessen Aktien fallen zwar weder mit hohen Renditen noch besonders günstigen Bewertungen auf, schaffen es aber mühelos durch alle Filter und zahlen Aktionären derzeit 2,2 Prozent Dividendenrendite.

7) M&T Bank

: Banken waren eigentlich eine der letzten Branchen, in die man über die letzten zehn Jahre hinweg investiert sein wollte: Dem tiefen Einbruch von Geschäft wie Aktienkursen ab 2007 folgten viele Pleiten und Beinahe-Pleiten sowie eine Kette an neuen Regulierungsvorschriften. Umso erstaunlicher, dass es Institute gibt, die seit Jahrzehnten weder Verluste erwirtschaftet haben noch jemals die Dividenden kürzen mussten. Die vor allem im Nordosten der USA aktive M&T-Bank ist so ein Beispiel. Weil sie sich aus allzu riskanten Geschäften stets heraus gehalten hat, fiel bei der bei der rund 150 Jahre alten Bank der letzte Quartalsverlust 1976 an - und konnten zahlreiche klammen Institute in den Krisen günstig übernommen werden.

8) Medtronic

: Der US-Medizintechnikkonzern gilt bereits seit den 90er Jahren als Wachstumswert par excellence - weil die Nachfrage nach seinen Produkten vom Herzschrittmacher bis hin zur Insulinpumpe alleine schon aus demografischen Gründen konstant wächst. Das sichert dem Unternehmen, das über 50.000 Patente besitzt, beständig steigende Umsätze und den Aktionären stets steigende Dividenden. Mit 17 Prozent pro Jahr kletterten die Aktien seit 1990 mehr als doppelt so stark wie der Gesamtmarkt.

9) Smiths Group

: Der britische Maschinenbauer ist ein schönes Beispiel dafür, dass in einem Goldrausch selten die Schürfer, sondern vor allem die Schaufelverkäufer gute Geschäfte machen: Aktien von Fluggesellschaften gelten als Kapitalvernichter. Die Smiths Group wiederum stellt unter anderem jene Detektoren her, die Flugpassagiere an Flughäfen aus den Sicherheitsschleusen kennen - und über die Luftsicherheitsgebühr direkt mitbezahlen.

10) Hoya

: Noch immer notiert Japans Nikkei-Index rund 50 Prozent unter den Ende 1989 aufgestellten Höchstkursen. Einige japanische Aktien konnten sich aufgrund starker Marktstellungen in ihren Nischen jedoch absetzen. Dazu zählt Hoya, ein Hersteller von Linsen, die in Brillen auch in Deutschland, aber auch in industriellen Maschinen eingebaut werden. So musste Hoya die Dividende seit 1990 nie kürzen - und bescherte Anlegern knapp zehn Prozent Gesamtrendite pro Jahr. Gemessen am Wachstum wies die Aktie zudem eine der günstigen Bewertungen überhaupt auf im Capital-Check.

Die ganze Geschichte...

... lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von "Capital". Hier stellen wir Ihnen die 50 besten Aktien-Tipps vor.