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Nach Doppelanschlag in Moskau: Medwedew spricht von Tätern als "Bestien"

Nach dem Doppelanschlag auf die Metro in Moskau am Montagmorgen sagt der russische Präsident Dimitri Medwedew, die Täter seien keine Menschen, sondern "Bestien", die "gefunden und vernichtet" werden würden.

Trauer und Wut nach dem doppelten Terroranschlag in der Moskauer Metro: In der russischen Hauptstadt wurden die Fahnen am Dienstag an offiziellen Gebäuden auf Halbmast gesetzt. Als Zeichen der Trauer verzichteten Fernseh- und Hörfunksender auf Unterhaltungsprogramme und Werbung. Die russisch-orthodoxe Kirche organisierte Trauergottesdienste.

Präsident Dmitri Medwedew hatte am Vorabend an einem der Tatorte in der Metro Blumen niedergelegt. Er verurteilte das Blutbad und erklärte, die Täter seien keine Menschen sondern "Bestien" und würden getötet. Er habe keinen Zweifel, dass die Hintermänner "gefunden und vernichtet" würden, erklärte Medwedew an der Station Lubjanka.

Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf 39. Ein Mann sei im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben, sagte der Chef der Moskauer Gesundheitsbehörde, Andrej Selzowski. Ärzte schlossen nicht aus, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte, da unter den noch etwa 70 Verletzten einige noch immer um ihr Leben ringen.

Am Vortag hatten zwei Selbstmordattentäterinnen mitten im Berufsverkehr Sprengsätze in der Metro gezündet. Es war das größte Blutbad islamistischer Terroristen seit sechs Jahren in der U-Bahn. Nach dem Doppelanschlag fahnden die russischen Ermittler nach zwei Frauen und einem Mann, die den Selbstmordattentäterinnen geholfen haben sollen.

Während sich die Ermittlungen am Dienstag auf Rebellen aus dem Nordkaukasus konzentrierten, schloss Russlands Außenminister Sergej Lawrow auch eine Beteiligung des Terrornetzwerks El Kaida nicht aus.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete, der Geheimdienst FSB habe die Identität der beiden Selbstmordattentäterinnen festgestellt, die sich am Montagmorgen im Berufsverkehr in den U-Bahn-Stationen Lubjanka und Park Kultury in die Luft gesprengt hatten. Außerdem seien mit Hilfe von Überwachungskameras zwei mutmaßliche Helferinnen identifiziert worden, die die Täterinnen begleitet haben sollen. Die Frauen und ein möglicher dritten Helfer würden gesucht.

DPA, AFP / DPA