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Nachts im Museum Putzfrau schrubbt Teile von Kunstwerk weg


Zum Glück war das Kunstwerk "Wenn's anfängt durch die Decke zu tropfen" gut versichert, denn wasserfest war es leider nicht. Der Übereifer einer Putzfrau könnte einen Schaden von mehreren hunderttausend Euro angerichtet haben. Sie hat eine Kalkschicht entfernt.

Eine Putzfrau hat in einem Dortmunder Museum ein Kunstwerk kaputt geputzt. Das Werk "Wenn's anfängt durch die Decke zu tropfen" des Künstlers Martin Kippenberger sei nach dem Putzeinsatz "in seiner ursprünglichen Form nicht wiederherzustellen", sagte eine Stadtsprecherin am Donnerstag. Die im Dortmunder Museum Ostwall ausgestellte Leihgabe besteht demnach aus einem etwa mannshohen Holzlattenturm, unter den der Künstler einen Gummitrog mit Patina platziert hatte - wobei die Patina die getrockneten Überreste von herabgetropftem Wasser darstellte. Die Putzfrau habe nun "die vier Wände des Trogs von der Patina befreit", sagte die Sprecherin.

Der Vorfall an dem Kippenberger-Werk, das einen Versicherungswert von 800.000 Euro besitzt, wurde demnach am 21. Oktober bemerkt. Die Stadtspecherin verwies darauf, dass Putzfrauen bei ihrer Arbeit im Museum einen Abstand von mindestens 20 Zentimetern zu den Kunstwerken einhalten müssten. Laut dem Internetportal "DerWesten" darf die Putzfrau ihren Job behalten. Sie sei "fix und fertig" und sei durch ihre Scham schon genug gestraft, erklärte ihr Arbeitgeber.

Der Fall erinnert an den eifrigen Einsatz einer Reinigungskraft, dem 1986 ein Werk des Künsters Joseph Beuys zum Opfer fiel. Damals war bei Putzarbeiten in der Düsseldorfer Kunstakademie die legendäre Fettecke von Beuys weggewischt worden.

ono/AFP AFP

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