Die Mitmachaktion "Die Stunde der Gartenvögel" des Naturschutzbunds (NABU) ist beendet und der Trend der letzten Jahre setzt sich fort: In Deutschlands Gärten nimmt die Zahl vieler Vögel ab, allen voran bei den bei Spatzen, Mauerseglern und Mehlschwalben. Wurden 2018 noch durchschnittlich 33,79 Vögel pro Garten oder Park gezählt, waren es in diesem Jahr im Schnitt nur noch 28,43. Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten: Buchfinken und Grünfinken wurden dieses Jahr häufiger gesichtet als 2025.
Häufige Vogelarten nehmen im Bestand ab
Der Haussperling, besser bekannt als Spatz gehört zu einer der am weitesten in Deutschland verbreitetsten Vogelarten. So verwundert es auch nicht, dass diese Art bei der Stunde der Gartenvögel auch insgesamt am häufigsten gemeldet wurde. Dennoch nimmt die Zahl der Haussperlinge weiter ab. In diesem Jahr wurden neun Prozent weniger Spatzen gemeldet als im Vorjahr. Beim Feldsperling waren es sechs Prozent weniger. Dazu sagt NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler: "Diese Zahlen müssen uns besorgen. Denn wenn so häufige Arten wie der Haussperling immer weniger gemeldet werden, könnte das ein Alarmsignal für den Zustand der Natur in unseren Siedlungen sein."
Auch die Zahl der gemeldeten Mauersegler ging deutlich zurück. Dieses Jahr wurden 24 Prozent weniger Vögel dieser Art gemeldet als im letzten Jahr. Bei den Mehlschwalben waren es zwölf Prozent weniger. Das könnte an einem verringerten Nahrungsangebot und dem Verlust von Lebensraum in den Städten liegen. Möglicherweise sind laut den Naturschützerinnen und Naturschützern bislang aber auch weniger Vögel dieser Arten aus ihren Winterquartieren nach Deutschland zurückgekehrt.
Buch- und Grünfink wieder häufiger
Der Buchfink wurde in diesem Jahr 14 Prozent öfter in Garten und Parks gesichtet als 2025. Auch beim Buchfink wurden drei Prozent mehr Sichtungen gemeldet. Das kann daran liegen, dass dieses Jahr eine große Infektionswelle mit Trichomonaden ausbleibt. Die Krankheit hatte den Bestand von Finken in der jüngsten Vergangenheit etwas zugesetzt. Doch insgesamt bleibt die Situation besorgniserregend, da insbesondere der Buchfink bei den Zählaktionen des NABU immer weniger gemeldet wird. Der Amsel-Bestand bleibt weitestgehend stabil. Die Zahl ihrer Meldungen entspricht etwa der des Vorjahres.
56.000 Menschen zählten mit
Bei der "Stunde der Gartenvögel" ruft der NABU jedes Jahr dazu auf, an einem bestimmten Wochenende die Höchstzahl der verschiedenen Vögel zu melden, die sich innerhalb einer Stunde in einem Garten oder Park zeigen. Dieses Jahr beteiligten sich rund 56.000 Menschen, die über eine Million Vögel in rund 38.000 Gärten in Deutschland zählten. Die nächste Zählaktion findet an dem Wochenende vom 8. bis 10. Januar 2027 statt.