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Eskalierte Feierlichkeiten: Schüsse und blockierte Autobahnen: Fast 130 Polizeieinsätze wegen Hochzeiten in NRW

Vor allem die Feierlichkeiten türkischer Hochzeiten lösen in NRW häufig Polizeieinsätze aus. Aus der Bevölkerung gibt es Beschwerden über Schüsse in der Straße und blockierte Autobahnen. Die Polizei nennt jetzt Zahlen.

Allein in NRW kam es im Zusammenhang mit feiernden Hochzeitsgesellschaften zu 130 Polizeieinsätzen in zwei Monaten

Allein in NRW kam es im Zusammenhang mit feiernden Hochzeitsgesellschaften zu 130 Polizeieinsätzen in zwei Monaten

Getty Images

Die Sonne scheint, Vögel zwitschern, Liebe liegt in der Luft – und dazwischen ertönt ein Schuss aus einer Pistole. In deutschen Städten nimmt der Hochzeitstrubel zu: in Form von Autokorsos, Feuerwerken, aber auch mit Autoblockaden auf einer Autobahn, so passiert Mitte Mai auf der A3. Anfang Mai schon war ein Hochzeitskorso mit quietschenden Reifen und aufheulenden Motoren an einer Kölner Polizeiwache vorbeigefahren, was zu einer Verfolgungsjagd mit der Polizei führte.

"Innenstädte sind keine privaten Festsäle"

Bereits im April musste der Innenminister des Landes Nordrhein Westfalen (NRW), Herbert Reul, die Feiernden zur Mäßigung aufrufen: "Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle", sagte Reul. In der Pressemitteilung des NRW-Innenministeriums heißt es: "Hintergrund sind mehrere Ereignisse in den vergangenen Wochen, bei denen Feiernde mit Migrationshintergrund auf Autobahnen und in verschiedenen Städten Fahrzeugkonvois gebildet und Schüsse in die Luft abgegeben haben."

Das Landesinnenministerium gab nun nach Informationen der "Neuen Presse" konkrete Zahlen zu diesen sogenannten "Chaos-Hochzeiten" heraus. Demnach seien allein in den vergangenen zwei Monaten in dem Bundesland 129 Polizeieinsätze durch Hochzeitsfeierlichkeiten ausgelöst worden. 

Autokorsos und Schüsse in NRW

Eine Sprecherin des Ministeriums erklärte laut "Neue Presse", dass 14 von 36 gemeldeten Schüssen nachweisbar gewesen seien; durch aufgefundene Waffen oder Munition. Außerdem hätten Hochzeitsgesellschaften in 18 Fällen Pyrotechnik auf den Straßen abgebrannt. Zwölf Mal war es in NRW zu Chaos auf Autobahnen gekommen. Reul sagte dazu: "Wenn Hochzeitsgesellschaften sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen, werden die Toleranzgrenzen unserer Gesellschaft klar überschritten." Wer ignoriere, dass auf Autobahnen gefahren und nicht gefeiert werde, bekäme es mit der Polizei zu tun und riskiere, seinen Führerschein zu verlieren. Denn die Straßenverkehrsordnung gelte auch für Brautpaare und deren Gäste. 

Quellen: Innenministerium NRW, Neue Presse 

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