Oldenburg "Holzklotz"-Prozess startet im November


Im Frühjahr hatte die "Holzklotz"-Attacke von Oldenburg bundesweit für Entsetzen gesorgt: Der mutmaßliche Täter soll den Holzklotz von einer Autobahnbrücke geworfen haben. Dadurch starb eine zweifache Mutter. Ab dem 4. November muss sich Nikolai H. vor Gericht verantworten.

Mehr als sieben Monate nach dem tödlichen Holzklotzwurf von Oldenburg beginnt am 4. November der Mordprozess gegen den mutmaßlichen Täter. Vor dem Oldenburger Landgericht muss sich der 30-jährige Nikolai H. aus Rastede bei Oldenburg wegen Mordverdachts verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem drogenabhängigen Mann vor, am Ostersonntag, dem 23. März, einen Holzklotz von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg gezielt auf ein Auto geworfen und dabei eine 33 Jahre alte Frau getötet haben. Zudem ist er des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt, wie das Landgericht am Montag mitteilte. Für das Verfahren sind zunächst 15 Verhandlungstage bis in den Januar angesetzt.

Der Mann hat den rund sechs Kilogramm schweren Holzklotz laut Anklage auf die Autobahnbrücke gebracht und in dem Moment über das Geländer geworfen, als er einen herannahenden Pkw bemerkt habe. Der Klotz durchschlug die Windschutzscheibe des Autos und traf die aus Telgte in Nordrhein-Westfalen stammende Olga K. auf dem Beifahrersitz. Sie starb vor den Augen ihres Mann und ihrer zwei Kinder. Erst nach langer Fahndung nahm die Polizei im Mai den 30-jährigen H. aus Rastede bei Oldenburg fest. Er hatte sich zuvor als Zeuge gemeldet und verdächtige Angaben gemacht. H. gestand die Tat zunächst, widerrief aber später.

Die Verteidiger des 30-Jährigen verlangten inzwischen von der Staatsanwaltschaft die Herausgabe von Mitschnitten der Überwachung einer Telefonzelle in Rastede. Die Überwachung sei nicht rechtmäßig gewesen, heißt es in dem Schriftsatz. Dabei seien 150 Telefongespräche von 135 Personen mitgeschnitten worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft beruhte die Telefonüberwachung auf einem richterlichen Beschluss. Die Betroffenen seien vorschriftsgemäß nachträglich informiert worden. Einige hätten sich daraufhin gemeldet, sagte Behördensprecherin Frauke Wilken. Bei der Staatsanwaltschaft sei ein Antrag auf Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Überwachung gestellt worden.

AP AP

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