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Patienten totgespritzt: Urteil für Todes-Pfleger steht bevor: Ihm droht lebenslängliche Haft

Weil er Patienten zu Tode gespritzt hat, steht ein Krankenpfleger vor dem Landgricht Oldenburg. Wie viele Menschen er getötet hat, ist unklar. Als sicher gilt, dass ihm eine lebenslange Haft droht.

Der ehemalige Krankenpfleger Niels H. versteckt sein Gesicht hinter einem Aktendeckel

Der ehemalige Krankenpfleger Niels H. versteckt sein Gesicht hinter einem Aktendeckel

Im Krankenhaus gehört der Tod zum Alltag. Viele Patienten mit schweren Krankheiten und Verletzungen haben Angst zu sterben. Doch sie vertrauen darauf, dass die Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger alles dafür tun, damit sie wieder gesund werden. Undenkbar, dass einer von ihnen sie umbringen könnte. Am Klinikum Delmenhorst in Niedersachsen ist jedoch genau das geschehen. Ein Pfleger soll Patienten dort über Jahre zu Tode gespritzt haben. Am Donnerstag könnten die Richter ein Urteil in dem Mordprozess verkünden.

Dass dem 38-jährigen Niels H. lebenslange Haft droht, gilt als sicher. Ein Schlussstrich bedeutet das jedoch noch lange nicht. Angeklagt ist der frühere Krankenpfleger wegen dreifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs. Doch das könnte nur die Spitze des Eisbergs sein: 90 Taten hat der Angeklagte im Prozess gestanden, bis zu 30 Patienten sollen gestorben sein. Die Polizei überprüft zurzeit sogar mehr als 200 Verdachtsfälle - nicht nur in Delmenhorst, sondern auch an anderen früheren Arbeitsstellen des Mannes.

Damit könnte es sich nach Angaben eines Experten für Patiententötungen um die größte Mordserie an einem Krankenhaus in Deutschland handeln. Doch erst jetzt, fast zehn Jahre nach der Festnahme des Verdächtigen, werden die verstörenden Einzelheiten bekannt: Niels H. soll den Patienten auf der Intensivstation eine Überdosis eines Herzmedikaments gespritzt haben, um diese anschließend wiederbeleben zu können. "Es war der klinische Alltag, der mich unterfordert hatte", begründet er seine Taten später vor Gericht. Wenn es ihm gelungen sei, die Opfer zurück ins Leben zu holen - er also als heldenhafter Retter dastand -, habe er sich tagelang gut gefühlt.

Eine Krankenschwester erwischt ihn

Mit der Zeit wird der Niels H. immer unvorsichtiger. Er zieht Spritzen mit dem todbringenden Medikament vor den Augen von Kollegen auf, setzt Injektionen während im Nebenzimmer Visite ist. Im Sommer 2005 ertappt ihn schließlich eine Krankenschwester auf frischer Tat. Die Staatsanwaltschaft klagt den Mann wegen Mordversuchs an - in einem Fall. Obwohl es während des Prozesses ganz konkrete Hinweise gibt, dass der Angeklagte deutlich mehr Patienten getötet haben könnte, lässt die Staatsanwaltschaft nicht weiterermitteln. 2008 verurteilt ihn das Landgericht zu siebeneinhalb Jahren Haft. Bis dahin kann er weiter als Pfleger arbeiten - und möglicherweise weitere Patienten töten.

Zum zweiten Prozess kommt es später nur, weil Kathrin Lohmann, deren Mutter 2003 am Klinikum Delmenhorst starb, nicht locker ließ. "Ich bin denen immer wieder auf die Nerven gegangen", sagt sie heute. Die Staatsanwaltschaft lässt schließlich mehrere Leichen exhumieren. In fünf Fällen bestätigt sich der Verdacht. Im September 2014 beginnt der nächste Prozess gegen den früheren Pfleger.

Richter kündigt weitere Verfahren an

Die Oldenburger Staatsanwaltschaft spricht inzwischen von Ermittlungspannen. Wieso trieben die damals zuständigen Staatsanwälte die Aufklärung nicht voran? Haben sie den Fall falsch eingeschätzt? Haben sie schlampig gearbeitet, oder fehlte ihnen einfach die nötige Zeit? Diese Fragen soll jetzt die Osnabrücker Staatsanwaltschaft klären. Sie ermittelt gegen die beiden früheren Oldenburger Kollegen wegen des Verdachts der Strafvereitlung im Amt.

Am Donnerstag werden die Familien der Opfer voraussichtlich ein letztes Mal dem Mann gegenüber sitzen, der ihnen viel Leid zugefügt hat. Am Morgen soll erst die Verteidigung ihr Plädoyer halten. Danach will die Kammer ein Urteil sprechen. Verurteilen kann sie den Ex-Pfleger allerdings nur für die fünf angeklagten Taten. "Ich gehe davon aus, dass wir uns in weiteren Verfahren sehen werden", hat der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann dem Angeklagten bereits angekündigt.

Irena Güttel/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.