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+++ Der Tag im Ticker +++: Armenien-Entscheidung: Türkischer Sender beendet Zusammenarbeit mit ZDF

Neun Monate Haft für Flüchtling wegen Fußmarschs durch Ärmelkanal-Tunnel - neun Monate Haft +++ Bahn verpflichtet sich zu WLAN in allen ICE noch 2016 +++ Cameron will nach EU-Votum Premierminister bleiben +++ Der Tag im stern-Newsticker.

Die ZDF-Kindernachrichten "Logo" werden nicht mehr in der Türkei ausgestrahlt

Die ZDF-Kindernachrichten "Logo" werden nicht mehr in der Türkei ausgestrahlt

+++ 19 Uhr: Türkischer Sender kündigt Kooperation mit ZDF auf +++

Nach der Bundestagsentscheidung zum Massaker an Armeniern hat ein türkischer Fernsehsender die Zusammenarbeit mit dem ZDF beendet. Der Kanal D habe mitgeteilt, dass die Ausstrahlung der täglichen ZDF-Kindernachrichten "logo!" eingestellt werden müsse, erklärte das ZDF am Mittwoch. Als Grund würden zahlreiche Beschwerden von Zuschauern wegen der Abstimmung des Bundestags angegeben. Das Parlament hatte die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte danach die elf türkischstämmigen Abgeordneten als verlängerten Arm der verbotenen PKK bezeichnet. Der Kanal D gehört zur Dogan Yayin Holding ("Hürriyet").

+++ 17.45 Uhr: Reker-Attentäter verteidigt sich vor Gericht +++

Für das Attentat auf die heutige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat der Verteidiger eine Strafe von maximal 15 Jahren Haft beantragt. "Man muss seine schwere psychische Erkrankung strafmildernd berücksichtigen", sagte Rechtsanwalt Jasper Marten am Mittwoch am Düsseldorfer Oberlandesgericht über seinen Mandanten. Was aus der Kindheit des Angeklagten bekannt sei, lasse einen schaudern. Auch wenn er noch nie derart von einem Mandanten beleidigt und zurückgewiesen worden sei, werde er dessen Wunsch berücksichtigen und zur Beweisaufnahme keine Stellung nehmen. Im Ergebnis, nicht im Strafmaß, stimme er aber mit der Bundesanwaltschaft überein, sagte der Anwalt in seinem Plädoyer. Die Bundesanwaltschaft hatte die Tat als versuchten Mord gewertet und lebenslange Haft beantragt. 

Der Angeklagte bezeichnete die Äußerungen seines Anwalts als "unglaublich" und bestritt erneut eine Tötungsabsicht: "Die Beweisaufnahme ist auf stümperhaft manipulierten Akten und Asservaten aufgebaut", sagte der 44-Jährige. Er sei bei bester Gesundheit und klarem Verstand: "Die Gutachten wurden einfach gefälscht." Der psychiatrische Gutachter Prof. Norbert Leygraf hatte Frank S. eine paranoid-narzisstische Persönlichkeitsstörung attestiert. Er sei dennoch voll schuldfähig. Der Angeklagte verglich sich mit dem Attentäter der ermordeten britischen Labour-Abgeordneten Jo Cox: "Dieser Mann wollte töten. Jeder, der einmal zusticht, hat keine Tötungsabsicht. Ich wollte Reker nur verletzen."

+++ 17.30 Uhr: Auslöser von Bombenalarm in Brüssel muss sich vor Gericht verantworten +++

Der in Brüssel mit einer Bombenattrappe festgenommene Mann muss sich wegen "falscher Attentatsdrohung" verantworten. Wie die belgische Justiz am Mittwoch mitteilte, kam der 26-Jährige in Untersuchungshaft. Der offenbar psychisch gestörter Mann hatte am Dienstagmorgen einen Anti-Terror-Großeinsatz in der Innenstadt ausgelöst. Er hatte die Polizei angerufen und angegeben, er trage eine Sprengstoffweste.

Sprengstoffexperten gaben später jedoch Entwarnung: In der Weste befanden sich lediglich Salz und Kekse. Laut Staatsanwaltschaft war ihr der Mann der Polizei bereits bekannt, unter anderem wegen psychischer Probleme. Seit den Anschlägen im Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahnhof in Brüssel im März, bei denen 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt wurden, ist Belgien in erhöhter Alarmbereitschaft.


+++ 16.47 Uhr: Mörder flieht aus offenem Vollzug in Euskirchen +++

Ein verurteilter Mörder ist aus der Justizvollzugsanstalt Euskirchen in Nordrhein-Westfalen geflohen. Der 50-Jährige sei in den frühen Morgenstunden über den 2,10 Meter hohen Zaun geklettert, der das Gelände der JVA umschließe, sagte Leiterin Renate Gaddum. Zuvor hatte die "Kölnische Rundschau" darüber berichtet. Der Häftling verletzte sich bei der Flucht offenbar, wie Gaddum sagte. Wenig später soll er sich im Krankenhaus Mechernich wegen einer Rissverletzung behandeln lassen haben. Dort verlor sich aber die Spur. Das Krankenhaus alarmierte die Polizei.

Der 50-Jährige war nach Angaben der JVA 1998 vom Landgericht Bonn zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes, versuchten Mordes und Raub verurteilt worden. Die JVA Euskirchen ist eine Einrichtung für den offenen Vollzug. In den vergangenen Jahren waren die Haftbedingungen des Mannes Schritt für Schritt gelockert worden. Unter anderem durfte er ohne Aufsicht außerhalb der JVA arbeiten.

+++ 16.16 Uhr: Mutmaßliches IS-Mitglied festgenommen +++

Die Bundesanwaltschaft hat ein mutmaßliches Mitglied des IS festnehmen lassen. Beamte der Bundespolizei in Nordrhein-Westfalen und des Bundeskriminalamts nahmen den 30-jährigen tadschikischen Staatsangehörigen Mukhamadsaid S. am Dienstag fest, wie die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. Er wird demnach verdächtigt, sich von April bis September 2015 dem IS angeschlossen zu haben. Der 30-Jährige reiste den Ermittlungen zufolge Mitte April 2015 von Tadschikistan aus über die Türkei nach Syrien. Dort soll er für den IS gekämpft haben und auch in Videobotschaften aufgetreten sein. Darin habe er vornehmlich tadschikische Landsleute aufgerufen, für die Dschihadisten zu kämpfen. Spätestens Anfang September 2015 soll er nach Deutschland gekommen sein. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs ordnete Untersuchungshaft für ihn an.

+++ 16.08 Uhr: Merkel wirbt um britisches Ja zur EU +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat an die Briten appelliert, an diesem Donnerstag gegen einen Austritt aus der Europäischen Union zu stimmen. "Ich wünsche mir, dass natürlich Großbritannien in der Europäischen Union verbleibt", sagte Merkel am Mittwoch bei einem Treffen mit der polnischen Ministerpräsidentin Beata Szydlo in Berlin. Zugleich betonte sie erneut: "Aber es ist eine Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens."

+++ 15.55 Uhr: New York City führt Unisex-Toiletten ein +++

New Yorks öffentliche Toiletten dürfen ab kommendem Jahr nicht mehr nach Geschlecht getrennt werden. Der Stadtrat der Millionenmetropole stimmte am Dienstag mit 47 zu 2 Stimmen dafür, eine stadtweite Pflicht für Unisex-Toiletten einzuführen. Die ab 1. Januar 2017 geltende Maßnahme trifft tausende Betreiber von Bars und Restaurants, die ihre für Männer und Frauen ausgewiesenen Toiletten bis dahin neu beschildern müssen. Bürgermeister Bill de Blasio muss das Gesetz noch unterzeichnen, was als sicher gilt. Auf diesem Weg werde für Transgender-Menschen sowie jenen, die sich keinem Geschlecht zuordnen, ein "einladendes Umfeld" geschaffen, sagte Ratsmitglied Daniel Dromm, der sich für das Gesetz stark gemacht hatte. "Wir als die größte Stadt des Landes haben die Chance, die Bigotterie Einzelner zurückzuweisen, darunter North Carolinas Gouverneur Pat McCrory und die Gesetzgebung North Carolinas."

+++ 14.56 Uhr: Drei Festnahmen in Istanbul wegen Anschlagsplänen gegen Transgender-Demo +++

Die türkischen Behörden haben laut einem Medienbericht drei mutmaßliche Anhänger des IS festgenommen, die einen Anschlag auf eine Transgender-Demonstration in Istanbul geplant haben sollen. Wie die Nachrichtenagentur Dogan am Mittwoch berichtete, wurden die Männer am Freitag festgenommen und sind seitdem in Gewahrsam. Demnach ist einer der Verdächtigen Türke, die beiden anderen stammten aus der russischen Kaukasusrepublik Dagestan. Die Razzien fanden laut Dogan nach einem Hinweis an die Polizei in den Istanbuler Stadtteilen Basaksehir und Pendik statt. Dabei seien Gegenstände wie Sprengstoffgürtel, Tarnkleidung und Militärmesser beschlagnahmt worden.

+++ 14.36 Uhr: Neun Monate Haft für Flüchtling wegen Fußmarschs durch Ärmelkanal-Tunnel +++

Weil er durch den Ärmelkanal-Tunnel von Frankreich nach England gegangen ist, ist ein sudanesischer Flüchtling in Großbritannien zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Der 40-Jährige hatte nahezu die gesamten 50 Kilometer des Tunnels zu Fuß durchquert, um nach England zu gelangen. Anfang August wurde er nahe der Tunnelausfahrt in der Grafschaft Kent festgenommen. Die Staatsanwaltschaft warf dem Flüchtling vor, den Verkehr im Tunnel behindert zu haben. Darauf stehen bis zu zwei Jahre Haft. Das Gericht in Canterbury verurteilte ihn am Mittwoch zu neun Monaten Gefängnis - ließ ihn aber umgehend frei, weil er die Strafe bereits durch die Untersuchungshaft abgesessen hat. Der 40-Jährige kann auch in Großbritannien bleiben: Sein Asylantrag wurde in der Zwischenzeit anerkannt.  Immer wieder versuchen Flüchtlinge, von Nordfrankreich aus auf Fähren oder durch den Ärmelkanal-Tunnel nach England zu gelangen. Tausende Flüchtlinge campieren seit Jahren in einem Lager bei Calais und warten dort auf eine Gelegenheit zur Flucht.

+++ 14.03 Uhr: Preisgekröntes Restaurant in Japan schließt nach Lebensmittelvergiftungen +++

Nach mehreren Fällen von Lebensmittelvergiftung ist ein preisgekröntes Restaurant in Japan geschlossen worden. Das Kita Kamakura Saryo Gentoan südwestlich der Hauptstadt Tokio sei vorübergehend geschlossen, nachdem insgesamt 14 Gäste nach dem Genuss von Seeigel, Tintenfisch und anderen Delikatessen über Bauchschmerzen und Durchfall geklagt hätten, sagte ein Behördenvertreter am Mittwoch. Keiner der Kunden des renommierten Restaurants, das einen Michelin-Stern hat, musste demnach im Krankenhaus behandelt werden. "Die Symptome scheinen eher mild, aber an Durchfall zu leiden, ist keine leichte Sache", sagte der Behördenvertreter von der Präfektur Kanagawa weiter. Derzeit wird noch ermittelt, was genau die Ursache der Erkrankungen war. In dem Restaurant in Kamakura wird "kaiseki" serviert - eine Art japanischer Haute Cuisine mit vielen kleinen, aber feinen Portionen. Laut einem Online-Führer kostet ein Mittagessen dort bis zu 8000 Yen (rund 67 Euro), ein Abendessen schlägt mit zwischen 9000 und 18.000 Yen zu Buche. Laut dem Fernsehsender TBS war das Restaurant seit 2011 jedes Jahr mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet worden.

+++ 13.13 Uhr: Zehntausende Studenten in Kalifornien sind obdachlos +++

Fast 50.000 Studenten der größten staatlichen US-Universität sind einer Studie zufolge obdachlos, noch weitaus mehr leiden Hunger. Bis zu zwölf Prozent der rund 460.000 an der California State University eingeschriebenen Studenten haben kein Dach über dem Kopf, wie aus der nun vorgestellten Untersuchung hervorgeht. 21 bis 24 Prozent essen demnach regelmäßig nicht genug. Laut der Studie fühlen sich etliche bedürftige Studenten nicht vom Uni-Personal verstanden, viele sind zudem in Unkenntnis über bestehende Hilfsprogramme. 

+++ 13.09 Uhr: Bahn verpflichtet sich zu WLAN in allen ICE noch 2016 +++

Bahnreisende sollen spätestens am Jahresende in allen ICE-Zügen auch in der zweiten Klasse einen kostenfreien WLAN-Zugang erhalten. Das sieht eine Vereinbarung von Bund, Bahn und Bahnindustrie vor, die am Mittwoch in Berlin unterzeichnet wurde.
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt kündigte eine "digitale Mobilitätsrevolution" auf der Schiene an, zu der nach der Vereinbarung auch neue Leit- und Sicherungstechnik, Forschungsförderung, automatisiertes Fahren und digitale Bauplanung beitragen.

"Die Bahn kann so das Verkehrsmittel des digitalen Zeitalters werden - neben Arbeitsplatz und Wohnung, ein zusätzlicher Ort zum Arbeiten und zur Kommunikation", betonte Dobrindt. Die Bahn hatte zu Jahresbeginn noch Zweifel geäußert, ob ihr der Ausbau des drahtlosen Internetzugangs in allen Zügen bis Jahresende gelingt. In der Vereinbarung werden auch die Mobilfunkbetreiber in die Pflicht genommen. Sie hätten zugesagt, alle ICE-Strecken an mobiles Breitband anzubinden, heißt es darin.

+++ 13 Uhr: Gesetzestexte sollen verständlicher werden +++

Gesetzestexte sollen verständlicher und bürokratische Hürden abgebaut werden. Dieses Ziel verfolgt ein Arbeitsprogramm, das das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hat. So soll etwa das Wohngeldgesetz überarbeitet und ein Online-Verfahren eingeführt werden, um Elterngeld zu beantragen. Für die Bundesarbeitsagentur ist sogar ein "virtuelles Welcome-Center" vorgesehen. Darüber hinaus plant die Bundesregierung Erleicherungen für die Wirtschaft wie eine Modernisierung der Handwerksordnung oder einen Abbau von Nachweispflichten für Fahrschulen.

+++ 12.50 Uhr: Polizist überrollt Mann - Strafbefehl gegen Nürnberger Beamten +++

Wegen fahrlässiger Tötung ist Strafbefehl gegen einen Polizisten erlassen worden, der einen betrunkenen 61-Jährigen überfahren hat. Der Unfall wäre laut einem Sachverständigen vermeidbar gewesen, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth am Mittwoch sagte. Der Beamte war im Dezember mit einem Kollegen unterwegs gewesen, als er den auf der Straße liegenden Mann überrollte. Der 61-Jährige starb noch am Unfallort. Die Polizisten waren nüchtern und nicht zu schnell unterwegs. Der Fahrer hätte laut Sachverständigem dem Mann jedoch ausweichen oder früh genug bremsen können, wäre er aufmerksamer gewesen.

Der Polizist kann den Strafbefehl in Höhe von zwei Monatsgehältern entweder akzeptieren oder Einspruch einlegen. In diesem Fall käme es zu einer Gerichtsverhandlung. Die Polizeipressestelle war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

+++ 12.03 Uhr: Putin will höhere Abwehrbereitschaft gegen Nato-Bedrohung +++

Angesichts erhöhter Nato-Aktivitäten nahe der russischen Grenze hält Kremlchef Wladimir Putin eine Stärkung der Abwehrbereitschaft der Streitkräfte für nötig. Er sehe keine Bereitschaft zu gemeinsamen Lösungen von Sicherheitsfragen, sagte Putin am Mittwoch im Parlament in Moskau. "Im Gegenteil, die Nato intensiviert ihre aggressive Rhetorik und ihre aggressiven Handlungen in der Nähe unserer Grenzen", betonte er in einer Kreml-Mitteilung. Russland müsse sich darauf einstellen. Er ging nicht weiter ins Detail. Das westliche Bündnis plant, beim Nato-Gipfel Anfang Juli eine Stärkung ihrer Ostflanke zu beschließen. Russland sieht darin eine Bedrohung.

+++ 11.18 Uhr: Mordserie von Krankenpfleger Niels H. umfassender als bisher bekannt +++

Die Mordserie des ehemaligen Krankenpflegers Niels H. ist noch umfassender als bisher bekannt. Der bereits wegen Mords verurteilte H. habe vor seinen Taten im Klinikum Delmenhorst auch im Klinikum Oldenburg mehrere Patienten getötet, teilten die Ermittler am Mittwoch in Oldenburg mit. H. hatte bestritten, bereits in Oldenburg Menschen getötet zu haben.

Der ehemalige Krankenpfleger Niels H. versteckt sein Gesicht hinter einem Aktendeckel

Niels H. muss sich bislang wegen dreifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs verantworten

+++ 10.46 Uhr: Michelle Obama will bei Snapchat die Jugend ansprechen +++

Nicht nur Bilder vom Küchengarten im Weißen Haus und "First Dog" Bo: US-First Lady Michelle Obama ist nun auch auf Snapchat aktiv. Unter dem Benutzernamen "MichelleObama" postet ihr Büro seit Dienstag auf der Foto- und Messenger-App. Die Frau von Präsident Barack Obama wolle auf Snapchat junge Menschen über ihre Initiativen informieren, hieß es in einem Post auf der Plattform medium.com. Sie setzt sich unter anderem für bessere Bildungschancen für Mädchen und gesunde Ernährung ein.

+++ 10.45 Uhr: Gericht erlaubt Bild von AfD-Politiker Höcke mit ausgestrecktem Arm +++

Die Tageszeitung "taz" darf nach einer Entscheidung des Landgerichts Erfurt weiter ein Bild von Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke mit ausgestrecktem Arm zeigen.
Allerdings dürfe dieses Foto nicht in Verbindung mit einer zunächst gewählten Überschrift "Hitlergruß im Abendland" verwendet werden, erklärte der Vorsitzende Richter Dirk Steinmaier am Mittwoch in Erfurt. Er begründete dies mit der Verletzung der Persönlichkeitsrechte.

Die "taz" hat die Überschrift des auf ihrer Internetseite verbreiteten Artikels über eine Demonstration in Erfurt mittlerweile in "Höcke nimmt Maß" geändert. Der AfD-Landes- und Fraktionschef gilt innerhalb seiner Partei als Rechtsaußen. Für Schlagzeilen sorgte er mit einer umstrittenen Rede über den "afrikanischen Ausbreitungstyp".

+++ 10.35 Uhr: Zweiter deutscher Forscher stirbt bei Gluthitze in Arizona +++

Zwei deutsche Forscher sind bei einer Wanderung in der Gluthitze im US-Bundesstaat Arizona ums Leben gekommen. Ein 57-Jähriger war nach Polizeiangaben vom Montag auf dem Rückweg von einer Wanderung im Santa-Catalina-Gebirge unweit der Stadt Tucson gestorben. Nun wurde auch ein 33-Jähriger tot gefunden. "Wir haben seit heute Nacht traurige Gewissheit, dass auch unser zweiter vermisster Mann ums Leben gekommen ist", sagte der Leiter des Laser-Zentrums im niedersächsischen Garbsen, Klaus Ullbrich, am Mittwoch. Ein dritter Kollege überlebte den Ausflug ins Santa-Catalina-Gebirge am Sonntag schwer verletzt. Alle drei Wissenschaftler stammen aus der Region Hannover. Am Sonntag wurde in Tuscon der Rekordwert von 46,1 Grad Celsius gemessen.

+++ 10.31 Uhr: Polizei auf Chios greift gegen straffällige Migranten durch +++

Griechenland schiebt straffällig gewordene Flüchtlinge ab. Von der Insel Chios wurden am Dienstagabend 22 straffällige Migranten in die nordgriechische Hafenstadt Kavala gebracht. Von dort sollen sie in die Türkei abgeschoben werden. Das berichtete das Insel-Nachrichtenportal "Politis". Die Betreffenden hätten in der Hauptstadt der Insel Diebstähle begangen und seien zum Teil auch für Randale und Zusammenstöße von Flüchtlingen verschiedener Nationalitäten verantwortlich, heißt es in dem Bericht. Die Polizei sei vom Ministerium für Staatsschutz dazu angehalten worden, in solchen Fällen hart durchzugreifen. 

+++ 9.39 Uhr: Diebe reißen mit gestohlenem Bagger Supermarkt-Wand ein +++

Unbekannte haben im Harz mit einem Bagger die Außenwand eines Supermarkts eingerissen und aus einem Geldautomaten mehrere Kassetten mit Bargeld gestohlen. Den Bagger hatten sie zuvor von einer Baustelle gestohlen, wie die Polizei mitteilte. Nach der Aktion in Thale in der Nacht zu Mittwoch flüchteten die Täter mit einem Auto, den Bagger ließen sie zurück. Durch die Fahndung, bei der auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam, wurde das Auto entdeckt. Ein Streifenwagen verfolgte den Wagen. Die Fahrzeuge stießen zusammen, die Diebe konnten jedoch flüchten.

+++ 9.16 Uhr: Cameron will nach EU-Votum Premierminister bleiben +++

24 Stunden vor dem Brexit-Referendum zeigt sich der britische Premierminister David Cameron unsicher über den Ausgang."Niemand weiß, was geschehen wird", sagte er der Zeitung "Financial Times". Er könne aber vor der Abstimmung am Donnerstag gut schlafen. Cameron bekräftigte, dass er in jedem Fall Premierminister bleiben wolle. Er bereue es nicht, dass er zu dem Referendum aufgerufen habe. Die Briten sollen mit ihrem Votum entscheiden, ob sie in der EU bleiben oder austreten. Nach Umfragen ist es weiterhin offen, wie die Abstimmung am Donnerstag ausgehen wird. Alles deutet auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hin. Viele der 45 Millionen Wahlberechtigte waren laut Umfragen noch vor wenigen Tagen unentschlossen.

+++ 9 Uhr: Bombe aus dem Vietnamkrieg tötet zwei Männer +++

In Vietnam sind zwei Männer bei dem Versuch getötet worden, eine Bombe aus dem Vietnamkrieg zu öffnen. "Sie haben versucht, die Bombe zu zersägen, um den Sprengstoff herauszunehmen", bestätigte die Polizei in der Provinz Kun Tum am Mittwoch. Die nicht explodierte Bombe wurde vor zehn Tagen gefunden, später entdeckten Zeugen die Leichen der Männer. Seit dem Ende des Vietnamkrieges 1975 starben nach UN-Angaben mehr als 100 000 Vietnamesen durch Blindgänger oder Landminen.

+++ 8.40 Uhr: 20 Tote bei Kämpfen zwischen afghanischen Taliban +++

Bei blutigen Kämpfen zwischen radikalislamischen Taliban sind 20 Kämpfer getötet worden. Zwei rivalisierende Gruppen hätten sich in der westafghanischen Provinz Herat bekriegt, sagte der Sprecher des Gouverneurspalastes, Dschailani Farhad, am Mittwoch.
Zivile Opfer habe es nicht gegeben. Die eine Gruppe habe zu Dissidentenführer Mullah Mohammed Rassul gehört, die andere zu dem Ende Mai neu gewählten Chef der Hauptgruppe der Taliban, Mullah Haibatullah Achundsada. Mullah Rassul hatte bereits einen Tag nach der Wahl dem neuen Chef die Gefolgschaft verweigert. Das "Wall Street Journal" berichtete im Mai, dass der afghanische Geheimdienst von den USA bereitgestelltes Geld nutze, um Taliban-Splittergruppen zu unterstützen. Ziel sei die Zersetzung der Bewegung, um sie zu schwächen. Auch Mullah Rassuls Gruppe habe Geld und Waffen erhalten.

+++ 7.42 Uhr: Gauck erinnert an Opfer der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg +++

Bundespräsident Joachim Gauck hat zum 75. Jahrestag des Überfalls von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion an die Leiden sowjetischer Soldaten und Zivilisten erinnert. "Kein Land hat im Zweiten Weltkrieg so große Opfer gebracht wie die Sowjetunion: Fast 27 Millionen Menschen verloren ihr Leben", betonte Gauck in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. "Wir blicken zurück auf die barbarische Politik des nationalsozialistischen Deutschland, die von Rassenwahn und Herrenmenschentum geleitet war", sagte Gauck. Er erinnerte auch an die sowjetischen Kriegsgefangenen in Deutschland, deren grauenhaftes Schicksal bis heute noch weitgehend unbeachtet geblieben sei.

+++ 7.02 Uhr: Hongkong wird zur teuersten Stadt der Welt +++

In der Rangliste der teuersten Städte der Welt ist Hongkong auf den Spitzenplatz gerückt. Die Fernost-Metropole verdrängte in der am Mittwoch von der Beratungsfirma Mercer vorgelegten Aufstellung die angolanische Hauptstadt Luanda, die drei Jahre lang als die für Ausländer teuerste Stadt der Welt galt. Dass ausländische Besucher in Hongkong besonders tief in die Tasche greifen müssen, hat vor allem mit Wechselkursschwankungen zu tun. Die Währung der chinesischen Sonderwirtschaftszone, der Hongkong-Dollar, ist an den US-Dollar gebunden, der in der vergangenen Monaten deutlich an Wert gewonnen hat. Das macht die Stadt gerade für Besucher aus Deutschland und anderen Euro-Staaten momentan besonders teuer. Das Preisniveau innerhalb der untersuchten Städten sei indes weitgehend stabil gewesen, hieß es bei Mercer in Paris. Manche Städte seien durch Schwankungen der Wechselkurse sogar deutlich billiger geworden. Der Wertverfall des russischen Rubels beispielsweise ließ Moskau von Platz 17 auf Platz 67 der Liste fallen. 

+++ 6.37 Uhr: Serienkiller in Kolumbien räumt 25 Morde ein +++

Ein Kolumbianer hat den Mord an 25 Menschen gestanden. Unter den Opfern waren auch seine Lebenspartnerin und deren zwei Kinder, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Das Geständnis des Verdächtigen sei glaubwürdig, sagte der Direktor für öffentliche Sicherheit bei der Staatsanwaltschaft, Luis González. Der 44-Jährige habe die Ermittler zu der Stelle geführt, wo er vier seiner Opfer verscharrt hatte.

Die Leichen wurden auf einem Gutshof in der Ortschaft Guarne im Department Antioquia im Nordwesten Kolumbiens exhumiert. "Die Personen wurden mit einem Nylonband erdrosselt. Ein Leichnam wurde verbrannt", sagte González. Der Verdächtige habe die Taten ruhig eingeräumt. "Er wusste, was er tat", sagte der Ermittler.

Die meisten Opfer des Gutsverwalters seien Frauen gewesen. Nach den Taten habe er persönliche Gegenstände wie Kleidung seiner Opfer behalten. Über die Handys der Toten habe er Kontakt zu den Angehörigen gehalten und sie glauben lassen, seine Opfer hätten die Region verlassen und seien noch am Leben.

Ein Serienkiller hat Kolumbien 25 Morde gestanden

Einsatzkräfte bergen die Leiche einer Frau. Ein Serienkiller in Kolumbien hat gestanden, noch 24 weitere Morde begangen zu haben.

+++ 5.32 Uhr: Tausende bei Sonnwendfeuern im Südwesten Deutschlands +++

Tausende Menschen haben im Südwesten Deutschlands in der Nacht zum Mittwoch die Sonnwende gefeiert. Vielerorts versammelten sie sich an riesigen Feuern. Eine der größten Veranstaltungen im Land wurde in Freiburg organisiert: Dort wurde eine meterhohe Holzpyramide entzündet. Das Feuer soll an die Bedeutung der Sonne für Menschen und Tiere auf der Erde erinnern. Sonnwendfeuer gehören in Deutschland an vielen Orten seit dem späten Mittelalter zur Tradition. In vielen anderen Gemeinden wurde die Sommersonnwende ebenfalls mit solchen Feuern gefeiert, unter anderem auf dem Feldberg im Schwarzwald, dem höchsten Berg in Baden-Württemberg. Gleich nach dem Spiel der Fußball-Europameisterschaft Deutschland gegen Nordirland strömten viele zu den nächtlichen Aktionen zur Sonnwende. Am 21. Juni jeden Jahres - dem kalendarischen Sommeranfang - steht in Deutschland die Sonne am höchsten. Es ist der Tag, an dem die Sonne mit knapp 16 Stunden am längsten scheint. Danach nimmt die Zahl der täglichen Sonnenstunden wieder ab und die Nächte werden länger.

+++ 4.55 Uhr: Zeitung: Apple verzichtet bei nächstem iPhone auf Ohrhörer-Anschluss +++

Die Hinweise verdichten sich, dass Apple beim nächsten iPhone-Modell auf den traditionellen Ohrhörer-Anschluss für Klinkenstecker verzichtet. Nach entsprechenden Vorhersagen von Analysten und Gerüchten aus der Zuliefererkette berichtet das jetzt auch das "Wall Street Journal". Damit solle das Telefon dünner und wasserfester gemacht werden, hieß es in der Nacht zum Mittwoch unter Berufung auf informierte Personen.

Kopfhörer könnte man stattdessen über den Digital-Anschluss, über den die Geräte auch geladen werden, oder per Bluetooth-Funk anschließen. Schon die bisherigen Gerüchte sorgten für den Vorwurf, es sei nicht verbraucherfreundlich, wenn Nutzer ihre Kopfhörer nicht mehr einfach in die neuen Modelle einstöpseln könnten.

+++ 3.50 Uhr: Lucke unterstützt Moschee-Bau in Erfurt - Signal gegen Höcke und AfD +++

Der Alfa-Europaabgeordnete Bernd Lucke trifft sich an diesem Mittwoch in Erfurt mit Vertretern der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde, um ein Zeichen für Religionsfreiheit zu setzen. Luckes ehemalige Partei, die AfD, will mit einem Bürgerbegehren verhindern, dass die Gemeinde am Stadtrand von Erfurt eine Moschee baut. Das Gotteshaus soll eine Kuppel und ein elf Meter hohes Minarett bekommen. Bislang gibt er aber nur eine Bauvoranfrage. "Ich bin dagegen, darüber abzustimmen, ob ein Gotteshaus gebaut werden darf, denn die Gewährung von Grundrechten kann nicht von einem Mehrheitsvotum abhängig gemacht werden", sagte Lucke der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Kampagne der thüringischen AfD-Landtagsfraktion unter Björn Höcke nannte er "unsäglich". Alfa wolle sich von den islamfeindlichen Positionen der AfD abgrenzen, betonte Lucke. "Wir wollen, dass der Staat eine klarere Haltung im Umgang mit radikalen islamischen Gruppierungen vertritt und beispielsweise auch Salafisten ohne deutschen Pass ausweist", sagte Lucke. Das Verhältnis zu allen anderen Muslimen müsse aber von Toleranz und Integrationsbemühungen geprägt sein.

+++ 2.45 Uhr: Nestlé-Konzern will 300.000 jungen Afrikanern bei Start ins Berufsleben helfen +++

Der Lebensmittelriese Nestlé will 300.000 jungen Menschen in Afrika beim Start ins Berufsleben helfen. Die Berufsvorbereitungskurse sollen Karriereberatungen, Übungen für Vorstellungsgespräche und Hilfe beim Verfassen von Lebensläufen umfassen, kündigte Konzernchef Paul Bulcke am Dienstag auf einem Wirtschaftsforum in Abidjan in der Elfenbeinküste an. Im Unternehmen selbst sollten 3000 Praktika-Plätze für junge Afrikaner geschaffen werden. Das Programm werde bis 2018 laufen. Die Starthilfe für junge Menschen solle einen Beitrag gegen die hohe Arbeitslosigkeit leisten, die eine "ernste soziale und wirtschaftliche Herausforderung" in Afrika sei, sagte Bulcke. Sein Nestlé-Konzern hat sich auf dem Kontinent, wo 70 Prozent der rund 1,2 Milliarden Einwohner jünger als 30 Jahre sind, wichtige Absatzmärkte erschlossen. Menschenrechtler hatten dem Konzern in der Vergangenheit vorgeworfen, in Entwicklungsländern auch von Kinderarbeit zu profitieren.

+++ 1.47 Uhr: Jaguar bei olympischer Fackel-Zeremonie in Brasilien erschossen +++

Während einer Olympia-Zeremonie im brasilianischen Urwald ist ein in den Festakt eingebundener Jaguar getötet worden. Das Tier sei von einem Soldaten erschossen worden, nachdem es ihn während einer Parade mit der olympischen Fackel in Manaus im Amazonas-Urwald angegriffen habe, berichteten örtliche Medien am Dienstag. Der Jaguar namens "Juma" war das Maskottchen eines benachbarten Militärzoos und offenbar seinen Wärtern während der Veranstaltung entkommen. Der Vorfall ereignete sich demnach am Montag. Die Organisatoren der Olympischen Spiele 2016 in Rio bedauerten die Tötung des Jaguars. Es sei ein Fehler gewesen, ein angekettetes wildes Tier direkt neben dem olympischen Feuer - einem Symbol des Friedens und der Einheit der Völker - zu platzieren, hieß es in einer von dem Nachrichtenportal "GloboEsporte" zitierten Mitteilung. Eine derartige Situation werde sich während der Spiele nicht wiederholen. Die Olympischen Sommerspiele 2016 finden vom 5. bis zum 21. August in Rio statt.

+++ 1.24 Uhr: Zeitung: Frau soll künftig Deutsche Rentenversicherung leiten +++

Mit der Sozialexpertin Gundula Roßbach tritt einem Zeitungsbericht zufolge erstmals eine Frau an die Spitze der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund. Die 51-Jährige folge auf den derzeitigen Präsidenten Axel Reimann, der aus Altersgründen in den Ruhestand gehe, schreibt die "Frankfurter Rundschau". Das vom DRV-Vorstand einstimmig beschlossene Personalpaket solle an diesem Donnerstag auf der Bundesvertreterversammlung in Bremen beschlossen werden. In dem dreiköpfigen Direktorium der Rentenversicherung Bund werde damit die Frauenquote auf 66 Prozent erhöht und das Durchschnittsalter auf 49 Jahre gesenkt. Roßbachs freiwerdenden Platz als normales Direktoriumsmitglied solle die bisherige Leiterin der Reha-Abteilung, Brigitte Gross (54), bekommen. Voraussichtlich im Herbst 2017 werde dann der bisherige Berlin-Brandenburger Rentenkassen-Chef Stephan Fasshauer (42) als Nachfolger von Herbert Schillinger in das Gremium einziehen.

+++ 0.45 Uhr: Bericht: Nordkorea schießt erneut Mittelstreckenrakete ab +++

Nordkoreas Militär ist offenbar zum fünften Mal in diesem Jahr der Test einer Mittelstreckenrakete misslungen. Das ballistische Geschoss, allem Anschein nach eine Musudan-Rakete, sei am Mittwochmorgen (Ortszeit) von der Ostküste des Landes abgefeuert worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Vertreter der Streitkräfte in Seoul. Allerdings sei der Test fehlgeschlagen, hieß es ohne nähere Erläuterung zu den Gründen. Mehrere UN-Resolutionen verbieten dem kommunistischen Regime in Pjöngjang Versuche mit ballistischen Raketen. Nordkorea arbeitet an der Entwicklung von Mittelstrecken- und Langstreckenraketen, die einen atomaren Sprengkopf tragen können. Die Lage in der Region ist seit einem nordkoreanischen Atomtest im Januar - dem vierten des Landes - und dem umstrittenen Start einer Weltraumrakete sehr gespannt. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang Anfang März verschärft.

+++ 0.43 Uhr: EU-Bank will Investitionen in Flüchtlings-Herkunftsländern verdoppeln +++

Die Europäische Investitionsbank (EIB) will den Zuzug von Flüchtlingen nach Europa mithilfe neuer Milliarden-Investitionen in den Herkunftsländern begrenzen. EIB-Präsident Werner Hoyer schlug in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe) und sechs weiteren europäischen Blättern vor, Projekte außerhalb der EU mit doppelt so viel Geld wie bisher geplant zu fördern. Zusätzliche sechs Milliarden Euro sollten in den kommenden fünf Jahren dabei helfen, die Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen. Es sei dabei auch "entscheidend, dass Europa jene Länder unterstützt, die eine große Zahl an Flüchtlingen aufgenommen haben", sagte Hoyer. Das zusätzliche Geld solle vor allem Investitionen in Jordanien, Libanon, Ägypten und den Maghreb-Staaten zugutekommen. Auch Westbalkanländer wie Serbien und Albanien sollten in hohem Maß davon profitieren. Die Mittel könnten beispielsweise eingesetzt werden, um den Bau von Schulen zu finanzieren, das Gesundheitssystem zu verbessern oder Wasserzugänge zu ermöglichen, sagte der Bankchef. Je besser die Lage vor Ort sei, desto weniger Menschen sähen sich zur Flucht gezwungen.

jek / DPA / AFP