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Persischer Golf: Iraner besetzen rumänische Ölplattform

Offenbar wegen Rechtsstreitigkeiten zwischen den Betreibern haben iranische Soldaten eine rumänische Ölplattform im Golf von Persien besetzt. Die 26 Rumänen auf der Förderanlage haben keinen Kontakt mehr zur Außenwelt.

Der Präsident der rumänischen Betreibergesellschaft GSP Grup, Gabriel Comanescu, erklärte, Hintergrund der Aktion sei ein seit längerem dauernder Rechtsstreit mit iranischen Firmen. Ein iranisches Kriegsschiff habe am Dienstagmorgen Schüsse abgegeben, dann sei die Plattform "Orizont" besetzt worden, sagte Comanescu. Sergiu Medar, der Sicherheitsberater des rumänischen Staatspräsidenten, sagte man warte noch auf Informationen von iranischer Seite, bevor man reagieren wolle. Derzeit stünden nur die Angaben von GPS zur Verfügung. "Vorläufig können wir nur sagen, dass es um einen Handelsrechtstreit geht, auf den der Iran zu hart reagiert hat", sagte Medar weiter.

Alle Arbeiter wohlauf

Comanescu sagte weiter, auf der Plattform seien vier bewaffnete iranische Soldaten stationiert worden. Einem der rumänischen Crewmitglieder sei es gelungen, per Handy mit Kollegen von außerhalb zu telefonieren. Alle seien wohlauf. Der rumänische Handelsvertreter in Teheran, Mircea Has, sagte, er habe eine Protestnote an das iranische Außenministerium geschickt.

Nach Darstellung von GSP werfen die iranischen Ölgesellschaften Petroiran und Oriental Oil Kish den Rumänen Vertragsbruch vor, weil GSP vor kurzem eine andere Ölplattform, die "Fortuna", aus den iranischen Gewässern zurückgezogen habe. Jedoch hätten die Rumänen mit den beiden iranischen Gesellschaften hierzu keinerlei Verträge, erklärte GSP weiter. Ursache des Konflikts sei ein illegaler Vertrag eines saudiarabischen Kunden von GPS mit einem iranischen Ölunternehmen, erläuterte die GSP-Sprecherin Sanda Murtaza.

Rumänen fördern nicht selbst

Die Firma GSP mit Sitz in der rumänischen Schwarzmeer-Hafenstadt Constanta habe die Plattformen "Orizont" und "Fortuna" an die Gesellschaft Oriental Oil Company aus Dubai samt Personal zu Dienstleistungszwecken vermietet, sagte die GSP-Sprecherin Murtaza. Ohne Einverständnis von GPS habe aber der Kunde aus Dubai die Plattform "Fortuna" an die iranische Firma Oriental Oil Kish untervermietet. Auf den Plattformen "Orizont" und "Fortuna" würden von GPS nur vorbereitende Arbeiten zur Ölförderung geleistet. Die Ölförderung selbst sollten die Kunden durchführen.

DPA / DPA