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Umweltkatastrophe in China: Kaputte Ölplattform verseucht Bohai-Bucht

Das Leck in einer Ölplattform hat die Bohai-Bucht im Gelben Meer verseucht. Nach Angaben der chinesischen Behörden ist die betroffene Fläche fast doppelt so groß wie das Saarland. Zuvor war von einer erheblich geringeren Ausbreitung die Rede.

Ölkatastrophe in China: Durch ein Leck in einer Plattform ist nach offiziellen Angaben eine Fläche von mehreren tausend Quadratkilometer Meerwasser in der Bohai-Bucht im Gelben Meer verseucht worden. Die betroffene Fläche betrage 4200 Quadratkilometer, berichten chinesische Staatsmedien unter Berufung auf Angaben der Behörde für Meeresangelegenheiten. Das entspricht sechsmal der Größe Singapurs oder fast der zweifachen Fläche des Saarlandes.

Die Behörde hatte zuvor von 840 Quadratmeter verseuchter Fläche gesprochen. Nach ihrem seit Anfang der Woche auf der eigenen Website veröffentlichten Bericht bezieht sich diese Zahl jedoch nur auf die besonders stark verseuchte Fläche. Weitere 3400 Quadratkilometer seien, wenn auch in geringerem Ausmaß, ebenfalls mit Öl verseucht.

"CNOOC hat die Pflicht, zu informieren"

Die chinesischen Behörden hatten wochenlang über das seit dem 4. Juni bekannte Leck in der von der US-Firma ConocoPhillips und der staatlichen chinesischen Ölfirma CNOOC betriebenen Plattform geschwiegen. Erst Anfang Juli wurden Informationen dazu veröffentlicht. Neben Umweltschützern kritisierten vergangene Woche auch chinesische Zeitungen das lange Stillschweigen der Behörden ungewöhnlich scharf. Die "China Daily" schrieb, CNOOC habe "die Pflicht, zu informieren". In einem Leitartikel der Zeitung "Global Times" hieß es, die Meeresbehörde schütze die Ölindustrie.

Am Freitag berichtete die chinesische Handelszeitung "21st Century Business Herald", die Regierung wolle ConocoPhillips für den Schaden zur Verantwortung ziehen. Es gebe erste Pläne für Entschädigungsforderungen an ConocoPhillips China, zitierte das Blatt einen Behördenmitarbeiter.

CNOOC hatte vergangene Woche erklärt, das Leck sei weitgehend unter Kontrolle, ConocoPhilipps gab sogar an, das Loch sei geschlossen. Die Meeresbehörde sagte dagegen am Mittwoch, es ströme weiterhin Öl ins Meer. Die Behörde wies ConocoPhillips an, bis zum Schließen des Lecks die Aktivitäten in dem betroffenen Gebiet einzustellen. Nach Angaben von ConocoPhillips vom Donnerstag strömten insgesamt 1500 Barrel Öl ins Meer.

fro/AFP / AFP