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Polizei erschießt entlaufenes Rindviech: Die 'Problemkuh' aus dem Unterallgäu

Das Unterallgäu hat seinen eigenen Fall Bruno. Mehrere Stunden lang führte eine entlaufene Kuh die Bewohner der Gemeinde Oberrieden an der Nase herum. Weil sie sich nicht betäuben ließ, setzte die Polizei ihrem Leben ein gewaltsames Ende.

Dieses Wochenende werden die Einwohner der Gemeinde Oberrieden im Unterallgäu nicht so schnell vergessen: Eine junge Kuh hatte offenbar genug vom Leben hinter Gattern und büxte ihrem Halter aus. Auf ihrem Fluchtweg muss sie Oberrieden dann aber mit dem spanischen Pamplona verwechselt haben: Menschen, die dem flüchtigen Vierbeine in die Quere kamen, mussten sich vor den Attacken des Tieres in Sicherheit bringen. Obwohl ein Tierarzt das neun Monate alte Rind nach zweistündiger Jagd mit einem Schuss aus dem Betäubungsgewehr traf, konnte es entkommen.

Doch schon einen Tag später war die Kuh wieder da - und die Jagd begann aufs Neue. Vier Stunden lang hetzten die Einwohner kreuz und quer durch die Höfe und Gärten von Oberrieden. Doch auch diesmal verfehlte ein gezielter Betäubungsschuss seine Wirkung.

Da entschieden sich die Oberriedener, um göttlichen Beistand zu bitten - beziehungsweise um den der Kirche. Im Anschluss an die Sonntagspredigt wurde die örtliche Kirchengemeinde über die missliche Lage informiert. Und tatsächlich: Gemeindemitglieder entdeckten das renitente Tier am südöstlichen Ortsrand. Zum dritten Mal versuchte es der Tierarzt mit einem Betäubungsschuss. Zum dritten Mal zeigte sich das Rind unbeeindruckt. Letztlich konnte nur noch die Polizei helfen. Mit scharfer Munition setzten die Beamten dem Rinderwahnsinn in Oberrieden ein gewaltsames Ende.

jwi (mit DAPD)
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