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Brennender Frachter vor Helgoland: "Purple Beach" droht zu explodieren

30 Kilometer westlich von Helgoland liegt der brennende Düngemittel-Frachter Purple Beach. Über Bremerhaven und Cuxhaven hat sich bereits eine stinkende Wolke gebildet. Das Schiff könnte explodieren.

Die havarierte Purple Beach in der Deutschen Bucht: Wegen der Rauchentwicklung und Explosionsgefahr wurde das 192-Meter-Schiff geräumt

Die havarierte Purple Beach in der Deutschen Bucht: Wegen der Rauchentwicklung und Explosionsgefahr wurde das 192-Meter-Schiff geräumt

Nach dem Austritt einer größeren Rauchwolke aus einem havarierten Düngemittel-Frachter in der Nordsee haben die Behörden die Bevölkerung an der niedersächsischen Küste vor der entstehenden Geruchsbelästigung gewarnt. Die Bürger würden vorsorglich gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten, teilte das für maritime Notfälle zuständige Havariekommando in Cuxhaven mit. Eine "unmittelbare gesundheitliche Gefährdung" für die Bevölkerung bestehe nach ersten Erkenntnissen aber nicht.

Seit dem frühen Dienstagmorgen gibt es nach Angaben des Havariekommandos in einem Laderaum des mit Düngemitteln beladenen Frachtschiffs Purple Beach ein Feuer oder eine chemische Reaktion mit Wärmentwicklung und zeitweiliger Rauchentwicklung. Was sich genau im Inneren abspielt, wissen die Experten derzeit nicht. Wegen der möglichen Explosionsgefahr sowie der Rauchentwicklung an Bord wurde das 192 Meter lange Schiff vorsorglich geräumt.

Frachter liegt etwa 30 Kilometer vor Helgoland

Die Purple Beach liegt etwa 30 Kilometer westlich der Insel Helgoland auf der sogenannten Tiefwasserreede in der Deutschen Bucht vor Anker. Begleitet wird sie von Spezialschiffen, darunter einem Seenotrettungskreuzer und zwei eigens für die Notfallbekämpfung ausgerüsteten Mehrzweckschiffen des Bundes. An Bord befinden sich unter anderem Spezialisten für die Brandbekämpfung auf Schiffen und zur Analyse chemischer Gefahrensituationen.

Die Notfallbekämpfungsschiffe sollten nach Angaben des Havariekommandos einen Sprühnebel aus Wasser über den Havaristen legen, um die Geruchsbildung zu reduzieren, die in Bremerhaven und Cuxhaven bereits bemerkbar war. Eines der Schiffe prüfte zudem, ob sich gefährliche Stoffe in der Luft befinden. Das war nicht der Fall.

Gebiet rund um Purple Beach gesperrt

Auch Messungen eines Überwachungsflugzeugs sowie an Land hätten keine Hinweise auf Gefahrstoffkonzentrationen ergeben, teilte die Einsatzleitung mit. Rund um die Purple Beach wurde eine Sperrzone von fünf Kilometern eingerichtet, die für alle anderen Fahrzeuge gilt.

Die vorsorgliche Warnmeldung vor der Geruchswolke gilt für die Kreise Wittmund bis Cuxhaven sowie die Städte Bremerhaven und Cuxhaven. Ebenfalls betroffen ist der nicht direkt an der Küste liegende Landkreis Ammerland. Sie gilt damit für einen großen Teil des westlichen Niedersachsens und der dortigen Nordseeküste.

and/AFP / AFP
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