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Rendsburg 19-Jähriger trotz Quarantäne in der Stadt unterwegs – jetzt muss er ins Gefängnis

Corona-Gefängnis in Schleswig-Holstein
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Ein junger Mann aus Rendsburg wusste, dass er mit dem Virus infiziert war. Ihm war Quarantäne angeordnet worden. Doch an die hielt er sich nicht.

Zwei junge Männer aus Rendsburg sind gute Freunde, eventuell aber zu gut: Ein 18-Jähriger aus der Stadt erkrankte am Coronavirus, sein Kumpel sollte daraufhin als Kontaktperson ersten Grades in häusliche Quarantäne. Wie die "Bild" berichtet, war diese Maßnahme absolut berechtigt – vier Tage fiel bei dem 19-Jährigen ebenfalls ein Corona-Test positiv aus. Er hatte sich angesteckt. "Der junge Mann ist nach den Werten des PCR-Tests hochansteckend", so Stephan Ott, Leiter der Gesundheitsbehörde.

Nach dem Testergebnis vergehen vier Tage. Dann erhält der junge Mann eine Nachricht: Sein zuvor an Corona erkrankter Kumpel ist in einen Unfall verwickelt. Er ignoriert die Quarantäneanweisung und macht sich auf den Weg zu dem 18-Jährigen. Natürlich hätte auch der auf keinen Fall draußen unterwegs sein dürfen – er war es aber trotzdem. Somit hatten nun beide junge Männer die Quarantäne gebrochen. Zudem trug keiner von beiden einen Mundschutz, als die Polizei an den Unfallort kam. Auch teilten sie den Beamten nicht mit, dass sie beide corona-positiv waren.

Die beiden waren corona-positiv und trugen keine Masken

Doch nach Aufnahme der Personalien durch die Polizei bemerkten tags darauf die Corona-Fahnder des Gesundheitsamtes, dass die beiden Männer auf keinen Fall außerhalb ihrer eigenen Wohnungen hätten sein dürfen. Sie statteten dem 19-Jährigen am Tag nach dem Unfall einen Besuch ab und machten deutlich, dass ihm bei einem erneuten Verstoß Haft drohen würde. Beeindruckt hat das den jungen Mann nicht: Nur einen Tag später beobachtete ein Polizist ihn laut "Bild" bei einem Spaziergang mit einer jungen Frau – ohne Maske. Als der 19-Jährige den Beamten sah, versuchte er zu flüchten.

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Doch die Ermittler hatten keine Geduld mehr mit ihm: Zwei Beamte in Schutzausrüstung griffen ihn anschließend in seiner Wohnung auf und brachten ihn in die Jugendarrestanstalt Moltsfelde, in der extra Platz für renitente Quarantäne-Brecher geschaffen wurde. Allerdings ist dies das erste Mal, dass eine solch harte Maßnahme in der Tat tatsächlich vollzogen werden musste. "Wir mussten ihn zum Schutz der Öffentlichkeit dort unterbringen. Bei uns im Kreis ist das der erste Fall“, sagt Stephan Ott. "Wir prüfen, was danach auf ihn zukommt."

Die vier Polizisten, die sich nach dem Unfall um den 19-Jährigen und seinen 18-jährigen Kumpel gekümmert hatten, mussten anschließend in Quarantäne. Ob sie sich angesteckt haben, ist noch nicht klar. Für deren Arbeitsausfall sowie seine Unterbringung soll der junge Mann vor Gericht zur Kasse gebeten werden.

Quelle:  "Bild"

wt

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