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Rekordhitze: Heißeste Nacht des Jahres

Es war die bisher heißeste Nacht des Jahres: In Hohenstadt in der Schwäbischen Alb schwitzten die Menschen in der Nacht zu Dienstag bei 25,5 Grad, wie Wetterexperte Jörg Kachelmann mitteilte.

Es war die bisher heißeste Nacht des Jahres: In Hohenstadt in der Schwäbischen Alb schwitzten die Menschen in der Nacht zu Dienstag bei 25,5 Grad, wie Wetterexperte Jörg Kachelmann mitteilte. Fast winterlich nahmen sich dagegen die 9,3 Grad in Bernau im Schwarzwald aus. Dort lag die Temperatur laut Kachelmann noch um 0,7 Grad tiefer als auf der Zugspitze. Die bis jetzt heißeste Tagestemperatur des Jahres wurde am Montag vom Wetterdienst Meteomedia mit 38,9 Grad am Mannheimer Flughafen gemessen.

Brütende Hitze

Mit über 40 Grad im Schatten könnte es in Deutschland in dieser Woche so heiß werden wie noch nie zuvor: Die bisherige Rekordmarke von 40,2 Grad aus dem Jahr 1983 werde vielleicht am Mittwoch in Süddeutschland übertroffen, prognostizierte der Deutsche Wetterdienst am Montag. Auch im übrigen Deutschland hält sich die brütende Hitze. Fast überall erreichen die Temperaturen diese Woche weit über 30 Grad. Gesundheitsexperten raten dazu, tagsüber im Schatten zu bleiben und viel zu trinken. In vielen Bundesländern herrscht erhöhte Waldbrandgefahr.

Sonne satt

Bis zum Mittwoch scheint in Deutschland quasi pausenlos die Sonne, und es weht kaum Wind. Angenehmer ist es Dienstag und Mittwoch an den Küsten: Dort bleibt es mit 25 bis 29 Grad etwas weniger heiß. In den Mittelgebirgen und an den Alpen besteht ein geringes Schauerrisiko. Nachts ist es meist gering bewölkt oder klar und niederschlagsfrei. Die nächtlichen Temperaturen schwanken zwischen 14 und 23 Grad.

Am Flughafen in Frankfurt/Main wurde in der Nacht zum Montag bereits ein Temperaturrekord gebrochen: Dort gab es mit 23,5 Grad die wärmste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen. Der bisherige Rekord lag bei 22,0 Grad, gemessen am 9. August 1982. Der historische Temperaturrekord am Tage in Deutschland steht seit 20 Jahren unverändert bei 40,2 Grad, sie wurden Ende Juli 1983 im bayerischen Gärmersdorf bei Amberg gemessen.

Gesundheitsexperten raten zur Vorsicht

Wegen der Temperaturen von teilweise weit über 30 Grad raten Gesundheitsexperten zur Vorsicht. Die gesundheitliche Belastung durch andauernde Hitze sei laut Untersuchungen weit höher einzuschätzen als beispielsweise durch hohe Ozonwerte, sagte der Medizin-Meteorologe Gerd Jendritzky vom Deutschen Wetterdienst der Nachrichtenagentur AP. Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr und lockerer Kleidung empfahl der Meteorologe, derzeit auf Sonnenbäder zu verzichten.

Für die nötige tägliche Menge an Flüssigkeit gelte die Faustregel, immer ein bisschen mehr zu trinken, als man Durst habe, sagte der Medizin-Meteorologe. Jeden Tag gingen dem Körper mehrere Liter Wasser verloren, und damit auch Mineralstoffe. Zum Auffüllen sollte auf keinen Fall Alkohol getrunken werden, denn das bringe die Temperaturregulation des Körpers durcheinander. Am besten seien Mineralwasser oder Tee. Besonders ältere Menschen sollten auf sich achten, genügend trinken und in der Mittagshitze zu Hause bleiben.

Ozonwerte steigen auf kritische Marke

Auf keinen Fall sollte man in die Sonne gehen, den dort steige die gefühlte Temperatur sprunghaft um bis zu zehn weitere Grad an, sagte Jendritzky. Bei Hitze mache vor allem der Kreislauf Probleme. Falls es besonders schlimm wird, hilft kaltes Wasser, wie der Meteorologe erklärt: Die Unterarme in kaltes Wasser halten, wenn möglich auch die Füße oder das Gesicht mit kaltem Wasser benetzen.

Bei der Hitze der letzten Tage sind die Ozonwerte vielerorts über die kritische Marke geklettert. Wie das Umweltbundesamt vorhersagte, werden für die kommenden Tage vor allem im Westen Werte von bis zu 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erwartet, die kritische Marke liegt bei 180. Gebietsweise könnten bis zu 250 Mikrogramm erreicht werden. Das Umweltbundesamt rät, anstrengende körperliche Aktivitäten wie Ausdauersport in die frühen Morgenstunden zu verlagern.

DPA