Rückgang Weniger Adoptionen in Deutschland


Im vergangenen Jahr sind in Deutschland so wenig Kinder adoptiert worden wie seit 1990 nicht mehr: 4509 Kinder und Jugendliche fanden neue Eltern. Die größte Zahl der angenommenen Kinder war jünger als sechs Jahre.

Die Zahl der Adoptionen in Deutschland ist auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Im vergangenen Jahr wurden 4509 Kinder und Jugendliche adoptiert, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte. Das waren fünf Prozent weniger als 2006. Damit setzte sich die rückläufige Entwicklung der letzten Jahre fort. Im Vergleich zu 1993 habe sich die Zahl der Adoptionen fast halbiert (minus 48 Prozent).

Rund 55 Prozent der im Jahr 2007 adoptierten Minderjährigen wurden von einem Stiefelternteil oder von Verwandten als Kind angenommen. Dies bedeutet gegenüber 2006 einen Rückgang um vier Prozentpunkte. Entsprechend stieg von 2006 zu 2007 der Anteil der Adoptionen, bei denen Adoptiveltern und Kind einander quasi fremd waren, von 41 Prozent auf 45 Prozent. 45 Prozent aller 2007 adoptierten Kinder und Jugendlichen waren unter sechs Jahre alt, 30 Prozent zwischen sechs und elf Jahren und 25 Prozent zwölf Jahre oder älter.

1432 oder 32 Prozent der adoptierten Kinder und Jugendlichen besaßen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. 2006 waren es 29 Prozent gewesen. Da nicht alle Adoptionen ausländischer Kinder deutschen Adoptionsvermittlungsstellen bekannt werden, können nicht alle Auslandsadoptionen in der Statistik nachgewiesen werden.

Die Zahl der zur Adoption vorgemerkten Kinder und Jugendlichen blieb mit 886 gegenüber 2006 nahezu unverändert. Demgegenüber lagen den Adoptionsvermittlungsstellen insgesamt 8914 Adoptionsbewerbungen vor (drei Prozent weniger als 2006). Rein rechnerisch standen damit einem zur Adoption vorgemerkten Minderjährigen zehn mögliche Adoptiveltern gegenüber.

AP AP

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