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Rund um den Globus: Schülerzeitung international

Maria dreht Filme in Deutschland, Pascal macht in Frankreich eine Schülerzeitung und Istvan moderiert bei einem ungarischen Jugendradio. Die jungen Medienmacher tauschen sich über eigene Plattformen aus.

Von Carolin Mader

Europa bewegt sich und ganz besonders Europas Jugend. Wir wachsen in einer Zeit auf, in der Mobilität und Internationalität immer mehr von Bedeutung sind. Wir fliegen zum Sprachkurs nach Florida, verbringen unsere Sommerferien auf Kreta oder besuchen unsere Partnerschule in Tschechien. Diese Freiheit wurde durch vorherige Generationen hart erkämpft. Wir können sie nun nutzen und aktiv mitgestalten – durch internationale Jugendmedienarbeit.

Ein Schülerzeitungsnetzwerk für Europa


Schülerzeitungen sind das Medium schlechthin, wenn es darum geht, an einer Schule über Missstände aufzuklären, neue Lehrer zu porträtieren oder über die aktuellsten Entwicklungen in Sachen regionaler Jugendkultur zu berichten. Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern auch im Rest der Welt. Besonders Europa kann auf eine lange Schülerzeitungstradition zurückblicken und so bestehen heute europaweit mehrere tausend schülereigene Redaktionen. Grenzübergreifend reflektieren junge Redakteure ihre kulturellen, sozialen, aber auch politisch geprägten Lebenshintergründe. Im Zuge der wachsenden europäischen Identität sieht die Projektgruppe "Internationales" der Jugendpresse Deutschland e.V. jetzt die Möglichkeit, die bunte Schülerzeitungslandschaft Europas zu nutzen, um Jugendliche des gesamten Kontinents miteinander zu vernetzen.

"Schülerzeitungen haben in ihrem unmittelbaren Umfeld kaum Möglichkeiten, internationale Kontakte zu knüpfen oder sich mit ausländischen Redaktionen auszutauschen. Damit sie genau das tun können, wollen wir ihnen ein Netzwerk schaffen. Es ist wichtig, sich miteinander zu beschäftigen, denn gerade als Jugendlicher kann man noch so viel lernen. Dieses Projekt kann ohne viel bürokratischen Aufwand dazu beitragen, dass sich Jugendliche aus ganz Europa mit einer Vielzahl von Geschichten und Erfahrungen auseinander setzen. Ich hätte mir so etwas als Schüler gewünscht" so Philip Geisler, Leiter der Projektgruppe "Internationales" und einer der Initiatoren des internationalen Netzwerkes. Demnächst soll das Pilotprojekt mit Jugendlichen aus Deutschland und Schweden starten. Weitere Nationen sollen bald hinzukommen. Eine möglichst große Basis ist den Aktiven der Projektgruppe nämlich wichtig. Die Mitglieder des Netzwerkes sollen die Chance erhalten, die verschiedensten Nationen Europas kennen zu lernen. Nur so werden eine zukünftige Zusammenarbeit und das Lernen von- und miteinander möglich.

Create Media. Shape Europe
Die Vernetzung der Nachwuchsjournalisten Europas hat auch die European Youthpress zur Aufgabe gemacht. Als europäischer Dachverband, in dem mehr als 48.000 ehrenamtlich aktive Jungjournalisten aus 13 europäischen Ländern zusammengeschlossen sind, setzt sich die jugendliche Organisation auf internationaler Ebene für die Interessen seiner Mitglieder ein. Ihr Ziel sind demokratische, engagierte und selbstbestimmte Jungjournalisten in ganz Europa. Mit den ersten europäischen Jugendmedientagen, den European Youth Media Days, vom 27. bis 30. Juni kommen sie ihrem Ziel einen großen Schritt näher. Über 1000 Jugendliche aus ganz Europa haben sich für das Medienevent in Brüssel angemeldet, doch nur 270 von ihnen können an der Großveranstaltung im Europäischen Parlament teilnehmen. In Workshops werden die Teilnehmer eine Vielzahl europäischer Themen diskutieren und ein Bild der europäischen Medien in den nächsten Jahrzehnten skizzieren.

Die Jugendlichen sind es, die zu einer neuen europäischen Identität beitragen. Sie sind es, die Europa ein Gesicht geben, es nach ihren Vorstellungen prägen und formen. Durch ihre Ideen, ihren Tatendrang und ihr unermüdliches Engagement für eine junge europäische Medienlandschaft, machen sie Europa greifbar und sexy.