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Schiffbruch: Männer überleben wochenlang in Kühlbox

Eine Kühlbox als Lebensretter: Zwei Schiffbrüchige sind 25 Tage hilflos auf offener See getrieben und haben in ihrer Kühlbox überlebt. Ihr Fischerboot kenterte bereits am 29. Dezember. Erst jetzt fand ein Patrouillenflugzeug die beiden Männer.

Einer Kühlbox verdanken zwei schiffbrüchige Fischer ihr Überleben mehr als drei Wochen auf hoher See. 25 Tage trieben die beiden nach eigenen Angaben hilflos in dem gerade einmal badewannengroßen Behälter, ehe sie am vergangenen Samstag vor der Nordküste Australiens zufällig von einem Patrouillenflugzeug der Küstenwache entdeckt und gerettet wurden.

Die Behörden bezeichneten die Rettung als ein Wunder. Die bereits unter Austrocknung leidenden Schiffbrüchigen wurden nach der Bergung sofort in ein Krankenhaus auf Thursday Island vor dem australischen Staat Queensland gebracht, wo sie sich von der Odyssee erholten. Die nach eigenen Angaben aus Birma stammenden 22 und 24 Jahre alten Männer konnten das Krankenhaus am Dienstag wieder verlassen.

Ernährt von Fischbrocken

Ihr etwa neun Meter langes Fischerboot mit insgesamt 20 Mann Besatzung sei am 23. Dezember gesunken, berichteten die Fischer der Polizei. Sie seien offenbar die einzigen, die überlebt hätten. Während der Irrfahrt in ihrem "Rettungsboot" ernährten sie sich Medienberichten zufolge von Fischbrocken, die vor dem Untergang ihres Bootes in der 800 Liter fassenden Kühlbox gelagert wurden. Um nicht zu verdursten, hätten die Schiffbrüchigen Regenwasser getrunken, das sich am Boden der Kühlbox angesammelt habe. Die Männer müssen nahe am Verdursten gewesen sein.

Einer der Retter, der Pilot Terry Gadenne, berichtete dem Fernsehsender Seven Network, jeder der beiden habe unmittelbar nach der Bergung in der Torresstraße binnen Sekunden vier große Gläser Wasser getrunken.

Rettung grenzt an ein Wunder

Ein Foto, das von der Besatzung des Patrouillenflugzeugs aufgenommen wurde, zeigt die beiden Männer mit nackten Oberkörper in der rosafarbenen Kühlbox stehend und verzweifelt winkend. Allein schon, dass die beiden von der Besatzung entdeckt worden sei, grenze an ein Wunder, sagte Tracey Jiggins von der Seerettungsbehörde am Dienstag.

Wo das Boot der Fischer gesunken sei, wüssten die Behörden nicht, sagte die Sprecherin. Die Männer hätten aber berichtet, in ihr Boot sei einige Zeit vor dem Untergang Wasser eingedrungen. Nähere Angaben über den Unglücksort machen die beiden den Behörden zufolge nicht. Die australischen Behörden beabsichtigten nicht, nach den übrigen Besatzungsmitgliedern zu suchen. Die Einwanderungsbehörde will jetzt die Identität der beiden überprüfen. Die Männer hätten keine Papiere bei sich gehabt, sagte ein Sprecher der Behörde.

AP / AP