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Münster Krankenschwester läuft neun Kilometer durch Schneesturm zur Arbeit

Eine Krankenschwester und ein Pfleger behandeln einen Patienten.
Auch während des Schneechaos: Klinikpersonal leistet wichtigen Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus (Symbolbild).
© Armando Franca / DPA
Der Wintereinbruch in Norddeutschland erschwert die Arbeitsbedingungen für Ärzte und Krankenschwestern im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Zu welchen drastischen Mitteln das Krankenhauspersonal mittlerweile greifen muss, bewies nun eine Krankenschwester aus Münster. 

Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle auf RTL.de

Über den Norden von Deutschland tobt am vergangenen Montag ein heftiger Schneesturm. Die meisten Menschen mummeln sich Zuhause ein und vermeiden es, auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen. Nicht so Miriam Tölle. Denn sie ist Krankenschwester am Universitätsklinikum Münster und weiß, wie dringend ihre Hilfe in solch einer Ausnahmesituation dort gebraucht wird. Obwohl sie keinen Dienst hat, macht sich die junge Frau zu Fuß auf den Weg in die Klinik. Zuerst berichtete "BILD" über die Geschichte.

Neun Kilometer liegen vor ihr

Miriam Tölle lebt in Gremmendorf, einem Vorort von Münster. Für die 24-Jährige ist ihr Beruf auch Berufung. Sie arbeitet als medizinische Fachangestellte in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Da liegt es auf der Hand, dass ihr Einsatz gerade während der außergewöhnlichen Wettersituation, die im Norden und der Mitte Deutschlands am Montag auftritt, gebraucht wird. Denn Unfälle und Knochenbrüche passieren den Menschen bei Glatteiswetter und Schnee natürlich häufiger. Neun Kilometer sind es von ihrem Wohnort bis zum Universitätsklinikum Münster, das ist nicht gerade um die Ecke. Trotzdem sagt Miriam Tölle: "Als in unserer WhatsApp-Gruppe die Frage kam, wer irgendwie zum Klinikum kommen kann, war für mich wie für viele bei uns im Team klar, dass wir Dienste von denjenigen, die von weiter wegkommen, übernehmen."

Und so macht sich die junge Frau ganz allein auf den Weg – mitten durch den Schneesturm. Eiskalt peitscht ihr der Wind ins Gesicht, die Füße bleiben im Schnee sticken. Trotz mehrerer Lagen Kleidung muss sich die 24-Jährige unterwegs bei einer Freundin aufwärmen. Thermo-Strumpfhose, zwei gefütterte Leggins, drei Paar Socken und Schneeschuhe halten bei solchen Bedingungen Minustemperaturen nur wenige Minuten warm. Nach zweieinhalb Stunden hat sie es endlich geschafft und sieht ihr Ziel: das Uniklinikum Münster.

"Ein herzliches Dankeschön"

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Stellvertretend für alle Pflegekräfte, die am Universitätsklinikum Münster arbeiten und in dieser Ausnahmesituation außergewöhnlichen Einsatz gezeigt haben, hebt die Klinik auf Instagram die Leistung von Miriam Hölle hervor. "Das ist großartig, was unsere Mitarbeitenden auf sich nehmen, um für die Patientinnen und Patienten da zu sein", lobt Pflegedirektor Thomas van den Hooven die Mitarbeiter in einem Post auf Instagram. Mehr als 60 Mitarbeitende hätten im Universitätsklinikum übernachtet, um nach ausreichender Ruhezeit weitere Dienste übernehmen zu können. Dafür bedankt sich die Klinikleitung ausdrücklich, denn sie weiß, dass so außergewöhnlich engagierte Mitarbeiter wie Miriam Tölle keine Selbstverständlichkeit sind. 

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