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Schwere Vorwürfe Online-Petition fordert Abschaltung der Pornoseite Pornhub

Online-Petition fordert Abschaltung von Pornhub
Die Initiatoren einer Online-Petition fordern die Abschaltung von Pornhub. Der Vorwurf: Die Plattform profitiere durch sexuellen Missbrauch.
© Christoph Hardt / Geisler-Fotopres / Picture Alliance
Eine Online-Petition fordert die Abschaltung von Pornhub. Die Plattform profitiere von sexuellem Missbrauch, so der Vorwurf. Das bestreitet die Pornoseite vehement.

Es sind schwere Vorwürfe, die Laila Mickelwait erhebt. Die Pornoseite Pornhub profitiere von sexuellem Missbrauch, weil es nicht alle hochgeladenen Inhalte ausreichend kontrolliere. Sie fordert deshalb, dass die Website geschlossen und die Betreiber zur Verantwortung gezogen werden sollen.

Mickelwait ist Gründerin von Exodus Cry, einer Organisation, die sich unter anderem für das Ende von Menschenhandel einsetzt. Sie hat die Petition "Shut Down Pornhub" initiiert. Mehr als 400.000 Menschen (Stand: Dienstagnachmittag) haben diese bereits unterzeichnet. Der britischen Zeitung "The Guardian" sagte sie: "Es [Pornhub] ist ein Unternehmen, das Werbe- und Mitgliedereinnahmen in Millionenhöhe erzielt. Dennoch schaffen sie es nicht, die von ihnen gehosteten pornografischen Inhalte zu überprüfen."

Pornhub wehrt sich gegen die Vorwürfe

Ihre Vorwürfe stützt die Petition auf mehrere Fälle der vergangenen Monate, in denen dutzende Videos von zum Teil Minderjährigen, die sexuell missbraucht oder vergewaltigt wurden, auf der Pornoplattform hochgeladen und dort nicht gelöscht wurden. Darunter auch mehr als 50 Videos, die die Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens zeigten.

Pornhub wehrt sich gegen die Vorwürfe. Auf eine Anfrage von "jetzt.de", dem Millennial-Portal der "Süddeutschen Zeitung" antwortete Pornhub, dass man alles unternehme, illegale Inhalte zu bekämpfen. Die Plattform habe ein großes Team, welches manuell alle Uploads prüfe.

Wie eine Recherche von "Vice Deutschland" zeigt, ist das Gegenteil der Fall. Plattformen wie Pornhub und xHamster tun demnach zu wenig, um zu gewährleisten, dass alle Videos einvernehmlich entstanden und hochgeladen worden sind. Unterstützt wird das auch von Fällen wie dem um das Produktionsunternehmen "Girls Do Porn".

Recherchen und andere Fälle zeigen, Pornhub tut zu wenig

Im vergangenen Jahr hatten 22 Frauen das Unternehmen wegen Betrugs und Zufügung seelischen Leids verklagt. Die Frauen wurden ihren Aussagen zufolge unter falschen Angaben dazu gedrängt, in den Filmen mitzuwirken. Sie gewannen den Rechtsstreit. Pornhub löschte daraufhin die Videos der 22 Frauen – und verbannte wenig später auch den Kanal von seiner Seite.

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Allerdings reagierte die Plattform nicht sofort. Eine Erfahrung, die auch ein 14-jähriges Mädchen machte. Sie erzählte der BBC, wie schwierig es war, ein Video, das ihre Vergewaltigung zeigte, löschen zu lassen. Aus der Luft gegriffen scheint der Vorwurf der Petition also nicht zu sein.

Quellen: "New York Post" / "Computer Bild" / "Guardian" / "Vice" / "Jetzt" / BBC / "Chance.org" / Exodus Cry / Traffickinghub

rpw

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