Sicherheit auf Flügen EU will Verbot von Flüssigkeiten kippen


Das EU-Parlament will die Sicherheitsvorschriften für Handgepäck überprüfen. Die Abgeordneten zweifeln am Sinn des Verbots von Flüssigkeiten auf Flügen. Jeden Tag entstünden dadurch Kosten von rund einer Million Euro. Mit den Unannehmlichkeiten müsse Schluss sein, fordert auch die CDU.

Das Europaparlament will das Verbot von Flüssigkeiten im Flug-Handgepäck kippen: Die Abgeordneten in Straßburg forderten eine kritische Prüfung der im November vergangenen Jahres eingeführten Sicherheitsvorschriften. Falls EU-Kommission und Mitgliedstaaten keine neuen Fakten zur Begründung der strengen Mengenbegrenzung beim Transport von Flüssigkeiten im Handgepäck vorlegten, sollte diese Vorschrift gestrichen werden, erklärte das Europaparlament in einer Entschließung.

Grüne: "Aktion, die nur Aktivität vortäuscht"

Die Regel, wonach Flugpassagiere Getränke, Zahnpasta oder Rasierschaum nur noch in 100-Milliliter-Behältern in geringer Anzahl an Bord bringen dürfen, ist seit Monaten umstritten. Ein Sicherheitsgewinn bei der Terrorismusbekämpfung sei nicht ersichtlich, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Konservativen im Europaparlament, Georg Jarzembowski. "Mit den Verzögerungen und den Unannehmlichkeiten für die Passagiere muss Schluss sein", forderte der CDU-Politiker. An deutschen Flughäfen würden täglich Flüssigkeiten im Wert von einer Million Euro beschlagnahmt.

Der SPD-Verkehrsexperte Ulrich Stockmann wies daraufhin, dass diese Flüssigkeiten kostspielig als Sondermüll entsorgt werden müssten, weil der Inhalt der Flaschen nicht einzeln überprüft werden könnte. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Michael Cramer, bezeichnete die Vorschrift als "Aktion, die nur Aktivität vortäuscht". Da Flüssigkeiten in geringen Mengen mit an Bord genommen werden dürften, könnten Terroristen diese auch zusammenschütten, wenn sie einen Anschlag auf ein Flugzeug verüben wollten, argumentierte Cramer.

AP AP

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