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Singapur: Schiedsrichter erhielt Nachhilfe-Videos von Wettmafia

Da ging jemand auf Nummer sicher: In Singapur übersandte ein Wettpate dem von ihm bestochenen Schiedsrichter YouTube-Videos zur Nachhilfe. Als Belohnung sollte es Sex mit Prostituierten geben.

Ein wegen Betrugs verurteilter libanesischer Fußball-Schiedsrichter ist nach eigenen Angaben mithilfe von Internetvideos in die Feinheiten der Spielmanipulation eingewiesen worden. Sein Auftraggeber, ein Geschäftsmann aus Singapur, habe ihm 20 bis 30 Links zum Videoportal YouTube geschickt, um "mir zu zeigen, wie ich falsche Entscheidungen zu treffen habe", sagte Ali Sabbagh am Montag zum Prozessauftakt gegen den singapurischen Unternehmer Eric Ding Si Yang.

Diesem wird vorgeworfen, Sabbagh und seine beiden Assistenten vor einem Spiel in Singapur im April bestochen zu haben. Er soll ihnen kostenlosen Sex mit Prostituierten angeboten haben. Der Schwindel flog noch vor dem Anpfiff auf. Sabbagh wurde im Juni zu sechs Monaten Haft verurteilt. Die beiden anderen Unparteiischen wurden ebenfalls schuldig gesprochen und in den Libanon abgeschoben.

Als sicherste Methode, Spiele zu verschieben, habe ihm Ding empfohlen, Elfmeter zu pfeifen, sagte Sabbagh vor Gericht. Sein Auftraggeber habe ihm versichert, dass er keine Manipulationen von Begegnungen vornehmen müsse, die seine Karriere im asiatischen Fußballverband gefährden würden.

Ding droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren und eine Geldstrafe von umgerechnet mehr als 61.000 Euro pro manipuliertem Spiel. Singapur hat eine lange Geschichte von Manipulationsskandalen. Kriminelle Netzwerke in dem Land sollen in einen weltweiten Wettskandal verwickelt sein.

kng/AFP / AFP