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Dreijähriger erstochen: 15-Jährige kommt in U-Haft – das passiert, wenn Kinder oder Teenies töten

Das Verbrechen aus Detmold schockiert: Eine 15-Jährige soll ihren dreijährigen Halbbruder erstochen haben. Wenn auch selten, so kommt es doch immer wieder vor, dass Kinder oder Jugendliche töten. Nicht alle Täter kommen ins Gefängnis.

Kerzen und Blumen am Tatort in Detmold; 15-jährige Verdcächtige

Am Tatort in Detmold haben Menschen Blumen und Kerzen niedergelegt. Eine 15-Jährige soll in dem Haus ihren dreijährigen Halbbruder erstochen haben

Die Fünfzehnjährige, die verdächtigt wird, am Mittwochabend in Detmold ihren dreijährigen Halbbruder erstochen zu haben, kommt in Untersuchungshaft. Das entschied ein Richter, nachdem die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Mordes gegen die Jugendliche beantragt hat. Sie habe die Tat ausdrücklich nicht bestritten, erklärte die Polizei nach den Vernehmungen, berufe sich aber auf Erinnerungslücken.

Die Schülerin soll den Jungen in einer Wohnung mit einem Messer angegriffen haben, er starb an "multiplen Stichverletzungen", so der vorläufige Obduktionsbericht. Als Motiv für die Tat nehmen die Ermittler ein "schwieriges familiäres Umfeld" und "eine tiefe Abneigung gegen den Halbbruder" an.

Verdächtige aus Detmold in Lemgo festgenommen

Nach rund zwölfstündiger Flucht war die 15-Jährige am Donnerstag im rund zehn Kilometer von Detmold entfernten Lemgo von einem Passanten erkannt und von Polizisten festgenommen.

Minderjährige Tatverdächtige sind bei Tötungsdelikten (Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen) in Deutschland eine große Ausnahme. Das zeigt der Blick in die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik des Bundesinnenministeriums. Von insgesamt 2823 Verdächtigen waren im vergangenen Jahr 173 jünger als 18 Jahre alt (rund sechs Prozent), 13 davon waren Kinder unter 14 Jahren. Die Zahl war in den vergangenen Jahren schwankend, bewegte sich aber stets auf niedrigem Niveau. Ein Trend ist aus der Statistik nicht abzuleiten.

JahrTat-verdächtige gesamtTat-verdächtige unter 18 JahrenAnteil in Prozentnur tat-verdächtige Kinder unter 14 Jahren
201828231736,1313
201726982007,4114
201627751425,1210
201524921365,467
201427141254,618
201326171525,8112
201225651515,894

Quelle: Polizeiliche Kriminalitätsstatistiken 2012 bis 2018

Jugendliche oder gar Kinder, die zu Mördern werde, rufen oftmals ein großes öffentliches Echo hervor. Fälle aus der jüngeren Vergangenheit zeigen das:

  • Im vergangenen Jahr gestand ein Zehnjähriger in Berlin einen Holzklotz aus einem 15-stöckigen Hochhaus geworfen zu haben, der einen Achtjährigen erschlug. Die Polizei ermittelte wegen des vorsätzlichen Tötungsdelikts. (Lesen Sie hier mehr zu dem Fall.)
  • Ebenfalls 2018 tötete ein 15-Jähriger in der Hauptstadt eine 14 Jahre alte Mitschülerin mit 23 Messerstichen. Er wurde wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von neun Jahren verurteilt. (Lesen Sie hier mehr zu dem Fall.)
  • Am Ortsrand der Kleinstadt Bad Schmiedeberg in Sachsen-Anhalt erschlug 2016 ein 13-Jähriger einen gleichaltrigen Freund mit einem Stein. (Lesen Sie hier mehr zu dem Fall.)
  • Im Landkreis Demmin (Mecklenburg-Vorpommern) erschoss ein 14-Jähriger im September 2001 im Wohnhaus der Familie seine Mutter und die siebenjährige Halbschwester – er wurde zu acht Jahren Haft verurteilt.

Diese und vergleichbare Fälle eint, dass die minderjährigen Täter von der Justiz anders behandelt werden als volljährige. Wer zum Tatzeitpunkt noch keine 14 ist, wird grundsätzlich nicht vor Gericht gestellt oder ins Gefängnis gesteckt. Kinder sind laut Strafgesetzbuch nicht schuldfähig.

"Es wird dann zwar ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, da die Polizei grundsätzlich einen Sachverhalt aufklären und ermitteln muss", sagte Rechtsanwalt Tommy Kujus nach dem Berliner Holzklotzfall dem stern. "Das Verfahren wird dann aber zwangsweise durch die Staatsanwaltschaft eingestellt, da keine strafbare Handlung vorliegt. Dabei ist es auch unerheblich, um was für eine Straftat es sich handelt oder ob das Kind planmäßig oder besonders brutal vorgegangen ist."

Allenfalls könnte in die Erziehung eingegriffen werden: "Die Maßnahmen, die das Familiengericht ergreifen kann, reichen von der Anordnung, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen oder die Einhaltung der Schulpflicht zu gewährleisten, bis hin zur Entziehung der elterlichen Sorge", ergänzte Kujus seinerzeit.

Höchststrafe im Jugendstrafrecht beträgt zehn Jahre

Anders sieht es aus bei jugendlichen Tatverdächtigen ab 14 Jahren, wie im aktuellen Detmolder Fall. Sie erwartet ein Verfahren vor dem Jugendgericht. Dessen Urteile dienen nicht in erster Linie der Bestrafung, sondern der Erziehung. "Die Anwendung des Jugendstrafrechts soll vor allem erneuten Straftaten eines Jugendlichen oder Heranwachsenden entgegenwirken", heißt es im Jugendgerichtsgesetz. "Sie ist 15. Und für Jugendliche im Strafverfahren – egal, was sie gemacht haben – gilt ein besonderer Schutz", betonte der Sprecher der Detmolder Staatsanwaltschaft, Christopher Imig, mit Blick auf die mutmaßliche Täterin. Die Höchststrafe für Mord im Jugendstrafrecht beträgt zehn Jahre.

Das Jugendstrafrecht wird auch bei Erwachsenen unter 21 Jahren angewendet, wenn sie zum Tatzeitpunkt ihrer "sittlichen und geistigen Entwicklung noch einem Jugendlichen" gleichstehen, so das Gesetz.

Die Diskussion um Absenkung der Strafmündigkeit von 14 auf beispielsweise zwölf Jahre flammt immer wieder auf. Im Juli stritten Polizeigewerkschafter Rainer Wendt und Jugendrichter Andreas Müller in der DISKUTHEK, dem Debattenformat des sternüber das Thema:

Wendt hatte darin seine Forderung nach einer Herabsetzung der Strafmündigkeit zumindest bei schweren Straftaten erneuert, während Müller die vorhandene Regelung beibehalten will: "Ich habe 14-jährige Pausbacken vor mir stehen, da weiß ich, die kriegen kaum mit, was im Saal passiert. Und dann soll ich Zwölfjährige verurteilen?"

Quellen: Bundeskriminalamt, Strafgesetzbuch, Jugendgerichtsgesetz, Polizeipräsidium Bielefeld, Nachrichtenagentur DPA

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VERNUFT -- grundsätzlich als KRIMINELL definiert ??
Kinder und Hartz4-Empfänger werden „zur Vernunft“ diszipliniert. Persönliches Fortkommen, ohne Stillstand, ist das, was man vorgibt. Zweifel seien unvernünftiges Verhalten; Widerspruch, krankhaftes. Rationales oder pragmatisches Verhalten wird nur der „Führung“ (also dem Regierungs- und Verwaltungsapparat) zugebilligt. Nirgends ist ein demokratische Verhalten hinsichtlich der „Führung“ definiert. Demokratie bedeutet: man gibt der gewählten Führung den Auftrag, dem Volk (exakt dem Wohl des Einzelnen) zu dienen. Statt dessen werden Gruppeninteressen vertreten, die ein starkes Veto einlegen oder die Richtung (eigene Vernunft) straffrei umsetzen dürfen. Was ist Vernunft ? Wir kennen nur „unsinnige“ Gruppeninteressen, wie a) den Bau eines Schutzwalles gegen Imperialisten b) den Bau eines weltbedeutenden Drehkreuz-Flughafens (als Abschreckung der Konkurrenz) c) die Einführung von Hartz4 (Motto: nur Billig-Arbeit macht reich) d) eine Mobilität, wo Jedem erlaubt wird so schnell zu fahren, wie er sich es finanziell leisten kann e) ein gewinnorientiertes Verhalten, das „Schwache“ (entgegen der Gesetzeslage) „übertölpelt und ausraubt“; 1) Menschen werden kaufsüchtig / spielsüchtig / sexsüchtig gemacht, mit staatlicher Förderung >> Vogelfreiheit 2) der Enkeltrick ist eine Ableitung des kapitalistischen Systems >> SUB-Randgruppe gegen SUB-SUB-Randgruppe Vernunft heißt ursprünglich: „den eigenen Trieben Einhalt zu gebieten -- Anderen Freiheiten zu geben !!“ (Antikes Rechtsmotto) „Vernunft heißt, Anderen Frieden zu gewähren und Selbst im Gegenzug zu beziehen“ (Biblisches Gemeinwohl ) Warum geht das nicht in einer DEUTSCHEN Demokratie ? Fehlt den Deutschen die Einsicht ? Fehlt den Deutschen ein demokratisches Verständnis ? .. oder sogar Beides ? Oder kann sich in Deutschland nur jemand (verhaltensgestörtes Egozentrisches) politisch an die Spitze setzen, der BEIDES eben gerade nicht praktiziert und umsetzt, gegen die Schwächeren „vernünftig Handelnden“ ???? ... ähnlich, wie das bei kriminellen Banden die Regel ist ? Ist kriminelle Egozentrik nicht die beste Vernunft ? ... Resumee: das sollten die Kinder und Hartz4-Empfänger angeleitet werden, solches ebenfalls umsetzen ? ... sich nicht manipulirren / ausnutzen zu lassen, um nicht in einer Endlosschleife einer Opferrolle zu verharren ?