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Ägypten: Britin droht Todesstrafe wegen Schmerztabletten im Gepäck

Seit einem Monat sitzt Laura Plummer in einem ägyptischen Gefängnis. Bei ihrer Einreise wurde die Britin festgenommen, weil sie Schmerzmittel dabei hatte. Nun droht ihr sogar die Todesstrafe. 

Ein Gefängnis in Ägypten

Ein Gefängnis in Ägypten: Einer Britin drohen bis zu 25 Jahre haft oder sogar die Todesstrafe, weil sie Schmerztabletten bei der Einreise dabei hatte (Symbolbild)

Picture Alliance

Die Britin Laura Plummer wollte in Ägypten nur ihren Mann Omar besuchen und mit ihm zwei Wochen lang in einem Resort am Roten Meer entspannen. Das Paar lernte sich vor vier Jahren kennen. Seitdem reist die 33-Jährige bis zu vier Mal im Jahr in die Heimat ihres Angetrauten. Als sie am 9. Oktober erneut nach Ägypten geflogen ist, hatte Plummer Schmerzmittel im Gepäck: 290 Tramadol-Tabletten und etwas Naproxen, wie der britische "Guardian" berichtet. Nach Darstellung der Familie der jungen Frau aus Hull waren die Tabletten für ihren Mann bestimmt, der seit einem Unfall vor zwei Jahren an Rückenschmerzen leidet.

Was Plummer aber offenbar nicht wusste: Tramadol ist in Ägypten verboten, weil das Medikament auch als Heroinsubstitut verwendet werden kann. Als die ägyptischen Behörden die Schmerztabletten entdeckten, hielten sie die Britin fest. Fünf Stunden lang sei sie am Flughafen ohne Dolmetscher festgehalten worden, erzählte ihre , Roberta Sinclair, der "Sun". "Die Schmerzmittel lagen dabei oben in ihrem Koffer. Sie hat sie nicht versteckt", betont die 63-Jährige. "Sie hatte keine Ahnung, dass sie etwas Falsches macht." Schließlich habe man ihrer Tochter ein 38-seitiges Dokument auf Arabisch vor die Nase gehalten. Im Glauben, es diene ihrer Freilassung, habe ihre Tochter es unterschrieben.

Bis zu 25 Jahre Haft oder sogar die Todesstrafe

Doch stattdessen wurde Plummer in ein ägyptisches Gefängnis gebracht. Dort teile sie sich nun fast schon einen ganzen Monat lang eine 25-Quadratmeter-Zelle mit 25 anderen Frauen. Ob sie Ägypten je wieder verlassen wird, ist unklar. Laut Anwälten drohen der Britin bis zu 25 Jahre Haft oder sogar die

Ihre Mutter und ihre Schwestern haben die Inhaftierte aber wenigstens besuchen können. "Sie ist nicht wieder zu erkennen", berichtete ihr Bruder über den Besuch dem " ". "Sie sagten, sie sehe aus wie ein Zombie."

"Sie trägt immer noch dieselbe Kleidung, wie an dem Tag, als sie gereist ist", erzählte Plummers Mutter der " ". "Als sie das erste Mal vor Gericht erschienen, waren ihre Augen tot und sie wurde mit Handschellen an einen Polizisten geschnallt, der ein Maschinengewehr in den Händen hielt."

Am kommenden Donnerstag findet die nächste Gerichtssitzung statt. "Wir unterstützen die Britin und ihre Familie", sagte ein Sprecher des britischen Auswärtigen Amtes. 


ivi

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