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Rick Perry: US-Energieminister überzeugt: Kohlestrom verhindert sexuelle Übergriffe

Der Einsatz fossiler Brennstoffe kann sexuelle Gewalt verhindern. Das meint zumindest Rick Perry. Wie das funktionieren soll, erklärte der US-Energieminister auf einer Veranstaltung in Washington. 

Rick Perry glaubt, dass fossile Brennstoffe Vergewaltigungen verhindern können

Rick Perry glaubt, dass fossile Brennstoffe Vergewaltigungen verhindern können

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Am Klimaschutz ist die Trump-Regierung bekanntlich wenig interessiert. Das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft hat höchste Priorität. Um die Exporte anzukurbeln, wollen Trump und sein Energieminister Rick Perry den Abbau von fossilen Brennstoffen erhöhen. Dass Kohle, Erdgas und Erdöl der Umwelt schaden, davon will man im US-Energieministerium offenbar nichts wissen. Am Donnerstag verteidigte Perry diesen Standpunkt bei einer Diskussionsrunde in Washington. "Lassen Sie mich erklären, warum Menschen in Afrika sterben, der Mangel an Energie ist schuld", sagte er. Nicht etwa der Klimawandel.

"Und man wird fossile Brennstoffe brauchen, um Strom in die afrikanischen Dörfer pumpen zu können", fuhr Perry laut fort, wie etwa der britische "Guardian" berichtet. Erst vor kurzem habe ihm ein junges Mädchen aus Afrika erklärt, warum Elektrizität so wichtig sei: Man müsse dann nicht mehr im Licht eines Feuers lesen und die giftigen Gase der Flammen würden keine Menschen mehr töten. 

Aber Strom würde noch andere Vorteile für afrikanische Länder bedeuten, so Perry. Seiner Meinung nach kann Beleuchtung Frauen vor sexuellen Übergriffen schützen. "Wenn das Licht an ist, wird auch ein Licht auf solche Taten geworfen, wenn man es so sagen kann", sagte der US-Energieminister.

Rick Perry in der Bredouille 

Sexuelle Übergriffe dominieren aktuell die Schlagzeilen, nicht nur in den USA. Der Skandal um den Filmmogul Harvey Weinstein löste eine heftige Debatte aus. Doch mit seiner Verknüpfung zwischen Energiepolitik und sexueller Gewalt landete Perry prompt im Fettnäpfchen. 

"Frauen, insbesondere schwarze Frauen, sind am stärksten von der Klimakrise und sexueller Gewalt betroffen", kommentierte Michael Brune, Geschäftsführer der größten und einflussreichsten Umweltorganisation der USA, Sierra Club laut "Guardian". Dass Perry dieses Problem nun für seine eigenen Interessen ausnutze und damit den Einsatz fossiler Brennstoffe rechtfertige, sei inakzeptabel. "Es war bereits klar, dass Perry nicht in der Lage ist, das Energieministerium zu leiten. Die Annahme, die Förderung fossiler Brennstoffe habe einen Rückgang sexueller Übergriffe zur Folge, "ist nicht nur offenkundig falsch, es ist ein unverzeihlicher Versuch, ein ernstes und durchdringendes Thema kleinzureden".

Rick Perry ist seit März 2017 Energieminister. Sechs Jahre zuvor wollte er noch genau dieses Ministerium abschaffen.

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ivi