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Thüringen: Junger Polizist überführt mutmaßlichen Vergewaltiger in seiner Freizeit

Anfang August wurde in Erfurt eine Frau brutal niedergeschlagen und vergewaltigt, die Suche nach Hinweisen auf den Täter blieb erfolglos – trotz Hubschrauber, Hundertschaften und Hunden. Dann ging ein junger Polizist privat auf die Suche.

Ein Hubschrauber fligt über Baumwipfel

Obwohl Hubschrauber und Hunde eingesetzt worden waren, konnte die Polizei im August keine Hinweise auf einen Täter finden, der eine Frau brutal niedergeschlagen und vergewaltigt hat. Bis ein junger Beamter in seiner Freizeit loszog.

DPA

Anfang August gab es in Erfurt einen brutalen Überfall auf eine Frau: Sie wurde, vermutlich mit einem Stock, niedergeschlagen und war dem Angreifer anschließend hilflos ausgeliefert. Später wurde sie von Spaziergängern gefunden, die sogleich die Polizei verständigten. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Frau vergewaltigt worden war, suchte die Bereitschaftpolizei die Gegend um den Tatort bis zum Abend weiträumig ab, jedoch ohne Erfolg. Es konnten keine Hinweise auf den Täter sichergestellt werden, berichtet die "Thüringer Allgemeine".

Tagelang suchten die Beamten nach Beweisen wie zum Beispiel dem Mobiltelefon, dass der Frau entwendet worden war. Doch obwohl Hundertschaften, ein und Hunde im Einsatz waren, brachten die Ermittlungen keinen Erfolg. Weder der Stock noch das Telefon konnte in der Gegend um den Tatort geborgen werden.

Privates Engagement eines jungen Polizisten wird belohnt

Wie der Polizeisprecher der "Thüringer Allgemeinen" erklärte, ließ die erfolglose Suche einen jungen Polizisten nicht zur Ruhe kommen. Da er sich in der Region sehr gut auskennt, beschloss er, auf eigene Faust loszuziehen. Gemeinsam mit seinem Bruder durchforstete er auch Bereiche, in denen die zuvor nicht unterwegs war. In einem Waldstück waren die beiden erfolgreich: Sie entdeckten einen angebrannten Ausweis sowie Überreste des Handys, auf dem bei kriminaltechnischen Untersuchungen tatsächlich ein Fingerabdruck des mutmaßlichen Täters festgestellt werden konnte, der sogar registriert war. Wegen des dringenden Tatverdachts begann die Suche nach dem Mann, der eine Woche nach der Tat dem Haftrichter vorgeführt wurde. Bei der Festnahme soll sich der 32-Jährige heftig gewehrt haben.

Ohne die Eigeninitiative des jungen Beamten wäre der der Fall sicher nicht so schnell aufgeklärt worden. Für seinen Einsatz erhielt er eine Beförderung zum Polizeiobermeister sowie eine Belobigung durch seine Chefin, die Polizeidirektorin.

Gegen den Tatverdächtigen beginnt am Freitag, den 16. Februar, der Prozess am Landgericht in .

bal
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