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Fahndungsaktion: Wo wurden diese Bilder aufgenommen? Helfen Sie Europol, Kindesmissbrauch aufzuklären

Mit dem Projekt "Stop Child Abuse – Trace an Object" will die europäische Polizeibehörde Europol Internetnutzer im Kampf gegen Kindesmissbrauch mit ins Boot holen. Können Sie Fragen zu den Bildern beantworten?

Schaukel

Mit dem Projekt "Stop Child Abuse – Trace an Object" will die europäische Polizeibehörde Europol Internetnutzer im Kampf gegen Kindesmissbrauch mit ins Boot holen. Können Sie Fragen zu den Bildern beantworten?


Zu diesem Foto fragt Europol: Wo steht die Schaukel?

"Stop Child Abuse – Trace an Object", "Kindesmissbrauch stoppen – ein Objekt aufspüren", unter diesem Namen startete die europäische Polizeibehörde vor rund anderthalb Jahren Projekt zur Strafverfolgung. (Lesen Sie hier im stern mehr zum Start des Projekts.)

Die Idee dahinter: Mithilfe des Internets und potenziell Millionen von Tippgebern Orte oder Gegenstände zu identifizieren, die in Fällen von Kindesmissbrauch eine Rolle gespielt haben. Dies können zum Beispiel markante Gebäude im Hintergrund sein, prägnante Gegenstände oder die Kleidung der Opfer.

Erklärvideo: "Stop Child Abuse – Trace an Object"

Fahndungsaktion: So können Sie Europol dabei helfen, Kindesmissbrauch aufzuklären

Die Ermittler hoffen, dass irgendjemand eines dieser Objekte oder die Umgebung wiedererkennt, vielleicht von einem Besuch bei einem Bekannten oder aus dem Urlaub. Diese besondere Form der "Schwarmintelligenz" soll helfen, die Täter zu identifizieren und mögliche weitere Kinder davor zu schützen, ebenfalls Opfer von sexuellen Misshandlungen zu werden.

Europol bittet um Hinweise zu Fotos

Europol hat Dutzende Bilder veröffentlicht, die allesamt aus Kinderporno-Aufnahmen stammen. Daher ist die Auflösung der Bilder auch zum Teil vermindert, zudem entfernten die Ermittler selbstverständlich die Opfer des Missbrauchs aus den Fotos. 

In der Bildergalerie oben können Sie sich durch die Aufnahmen und die Fragen von Europol dazu klicken. Können Sie zu einem der Bilder Angaben machen? Hinweise nimmt Europol direkt – auch anonym – entgegen (hier auf das betreffende Foto klicken, dann öffnet sich ein Kontaktformular), aber auch jeder Polizeidienststelle steht für entsprechende Angaben zur Verfügung. "Die kleinsten Hinweise können manchmal helfen, einen Fall zu lösen", so die europäische Polizeibehörde. "Je mehr Menschen die Bilder zu Gesicht bekommen, desto mehr kann letztendlich dazu beigetragen werden, Kinder zu schützen."

Seit Juni 2017 läuft das Projekt, jetzt zog ein Europol-Beamter im Interview mit der BBC eine Zwischenbilanz: Die Polizeibehörde habe mehr als 23.000 Hinweise zu den bislang über 100 veröffentlichten Aufnahmen erhalten. Insgesamt konnten demnach konkrete Spuren an Ermittler in gut 30 Ländern weitergegeben und von diesen überprüft werden. Ein Täter werde inzwischen strafrechtlich verfolgt, sagte der Beamte dem Sender. Acht Opfer seien mithilfe von "Stop Child Abuse – Trace an Object" identifiziert worden. "Wenn wir nur einem Kind helfen konnten, ist es schon ein Erfolg für uns. Jedes Kind mehr ist großartig." 

Trotz der Erfolge: Die veröffentlichten Bilder sind nur ein Bruchteil aus dem Archiv von Europol. Insgesamt lagern dort über 40 Millionen grausamer Aufnahmen von Kindesmissbrauch.

Quellen: Europol I, Europol II, BBC

wue