HOME

Madeleine McCann: London gibt mehr Geld für die Suche nach Maddie – "Letzter, wichtiger Ermittlungsstrang“

Die Suche nach Maddie gilt als eine der aufwendigsten und teuersten in der britischen Kriminalgeschichte. Jetzt pumpt London neues Geld in die Untersuchung.


Kate McCann mit einem Bild ihrer Tochter Maddie

14. Mai 2007: Dieses Foto zeigt Kate McCann mit einem Foto ihrer Tochter Maddie in Portugal, elf Tage, nachdem das Mädchen verschwand.

AFP

Für die Suche nach der vor etwa elf Jahren verschwundenen kleinen Maddie hat das britische Innenministerium weiteres Geld bewilligt. Wie hoch der Betrag ist, wurde offiziell nicht mitgeteilt. Die "Daily Mail" vermutet, dass weitere etwa 150.000 Pfund  (rund 171.000 Euro) in die Scotland-Yard-Untersuchung unter dem Titel "Operation Grange" fließen. In dem Bericht ist von einem "letzten, wichtigen Ermittlungsstrang" die Rede, den die Polizei verfolge. Einzelheiten, was damit gemeint sein könnte, gaben die Ermittler aber nicht preis. Maddies Familie zeigte sich hocherfreut über die weitere Finanzierung – auch vor dem Hintergrund staatlicher Ausgabenkürzungen. Insgesamt haben die Ermittlungen zu Madeleine McCann bisher mehr als elf Millionen Pfund gekostet.

Maddie war drei Jahre alt, als sie verschwand

Maddie war am 3. Mai 2007 im Alter von drei Jahren aus einer Ferienanlage in Portugal verschwunden. Um die Ermittlungen zu dem vermissten Kind gab es im Laufe der Jahre viel Streit. Unter anderem hatte die britische Polizei die portugiesischen Kollegen kritisiert, die Nachforschungen seien nicht ausreichend gewesen. Seit 2011 ermitteln die Briten selbst in dem Fall. Die portugiesische Justiz hatte ihre Arbeit zu dem Fall 2008 eingestellt, nahm sie im Oktober 2013 aufgrund neuer Indizien aber wieder auf.

Als Maddie aus dem Ferienappartement  verschwand, waren die Eltern Kate und Gerry McCann in einem nahegelegenen Restaurant essen. Die Ermittler gehen von einer Entführung aus. Zeitweise standen die Eltern sogar selbst unter Verdacht. Sie suchen seit Jahren auch auf eigene Faust nach ihrer Tochter, unter anderem mit einer eigens dafür eingerichteten Website "Findmadeleine.com". Im Mai wäre Maddies 15. Geburtstag.

Die finanzielle Unterstützung der britischen Ermittlungen wird inzwischen alle sechs Monate überprüft. Sie betrug zuletzt von Oktober bis Ende März 154.000 Britische Pfund (etwa 176.000 Euro). Daher die Schätzung zur Höhe der nun bewilligten Summe. Die Suche nach Maddie gilt als eine der teuersten Ermittlungen der britischen Kriminalgeschichte.

Hintergrund des Verschwindens von Maddie noch immer völlig unklar

Obwohl mehr als 600 Verdächtige überprüft wurden und Menschen Maddie in allen Teilen der Welt gesehen haben wollen – darunter in Brasilien, Paraguay, Indien, Marokko, in einem neuseeländischen Supermarkt oder in einem deutschen Flugzeug – ist noch immer völlig unklar, unter welchen Umständen das kleine Mädchen damals aus der Ferienanlage verschwand.


anb/vit
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?