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Drogenkrieg: Zweiter Laster mit Leichen aufgetaucht: Mexiko weiß nicht wohin mit den vielen Toten

In dem mexikanischen Bundesstaat Jalisco mussten die Behörden kürzlich zugeben, dass sie einen Kühllaster für die vielen Leichen von Mordopfern angemietet hat. Nun stellte sich heraus. Es gibt einen zweiten Laster.

Die Polizei schaffte den Laster mit den 157 Leichen auf der Ladefläche weg 

Die Polizei schaffte den Laster mit den 157 Leichen auf der Ladefläche weg 

AFP

Mexiko ist berüchtigt für die tausenden Toten, die der Drogen- und Bandenkrieg seit Jahren kostet. Meldungen von Hinrichtungen, Verschwundenen und Massengäbern mit Dutzenden von Leichen sind fast alltäglich in dem lateinamerikanischen Land. Aber die jüngste Geschichte in dieser grausamen Tragödie stellt dennoch noch einmal eine bizarre Steigerung dar. 

Schon vor Tagen war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Jalisco einen Kühllaster angemietet hatte, weil in den Leichenhäusern kein Platz mehr ist, um alle Toten unterzubringen. Offenbar hat der Lkw immer wieder den Standort gewechselt, um möglichst unauffällig zu bleiben. Aber die Bewohner in der Stadt Tlaquepaque ließen sich nicht mehr täuschen, zu stark war der Gestank, der vom Leichen-Laster ausging. Außerdem beschwerten sich die Menschen über die große Zahl Fliegen, die in ihrer Gegend auftauchten. Die Stadt und die Polizei griffen ein und ließen den Laster entfernen. 

Zu viele Tote, zu kleine Leichenschauhäuser

Die Staatsanwaltschaft musste schließlich zugegeben, dass sich in dem Kühllaster 157 Leichen befinden. Da die Kapazitäten in den Leichenschauhäusern nicht mehr ausreichten, sei man auf diese provisorische Lösung angewiesen. Schon seit zwei Jahren würde diese Methode der Leichenaufbewahrung verfolgt, stellte sich heraus.

Doch das war nicht die ganze Wahrheit: Jetzt musste die Staatsanwaltschaft zugeben, dass es einen weiteren Laster mit 80 Leichen gibt. Das hatte der Ex-Direktor des Forensischen Instituts in der Bundeshauptstadt Guadalajara, Luis Cotero Bernal, zuvor enthüllt, wie die Internetseite "Borderland Beat" berichtete. Seinen Angaben zufolge seien sogar 144 Tote in dem zweiten Lastwagen verstaut, der auf dem Gelände des Forensischen Instituts stehe. Allein über das Wochenende seien 30 Tote hinzugekommen. Nach offiziellen Angaben wurden in dem Bundesstaat im Jahr 2018 bis einschließlich Juli  552 Morde registriert, über 3000 Menschen seien vermisst gemeldet. 

Staatsanwaltschaft kommt mit der Arbeit kaum nach

Die Enthüllungen über die Kühllaster sind für die Regierung des Bundesstaates Jalisco zu einer großen Belastung geworden, offenbaren sie doch einmal mehr, wie überfordert die Behörden mit der exzessiven Gewalt und den hohen Opferzahlen sind. Nach Angaben von Ex-Direktor Luis Cotero Bernal bestehe das Problem nicht nur in der hohen Zahl der Mordopfer, sondern auch darin, dass die Staatsanwaltschaft die Leichen nicht identifiziere. So könnten diese auch nicht an die Angehörigen überstellt werden und müssten vom Staat beerdigt werden. Allerdings: Auch die Kapazitäten der Friedhöfe seien erschöpft, sagte der Ex-Direktor.

tis
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?