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Pädophilenring im Breisgau: Mutmaßlicher Haupttäter war in Präventionsprogramm für Sexualstraftäter

Christian L., der mutmaßliche Haupttäter des Breisgauer Pädophilenrings, war Teilnehmer eines speziellen Präventionsprogramms von Polizei und Justiz. Dass er schon 2016 bei der Mutter und seinem neunjährigem Opfer übernachtete, fiel offenbar keinem der Kontrolleure auf.

Von Ingrid Eißele

Der Junge aus Freiburg soll seit 2015 von seiner Mutter und deren Lebensgefährten im Netz zum Sex angeboten worden sein

Ein Junge aus Freiburg soll seit 2015 von seiner Mutter und deren Lebensgefährten Christian L. im Netz zum Sex angeboten worden sein. 

Der mutmaßliche Haupttäter des Breisgauer war Teilnehmer eines speziellen Präventionsprogramms für entlassene Sexualstraftäter. Das haben Recherchen des stern ergeben. Der einschlägig vorbestrafte Christian L. sei nach seiner Entlassung im Februar 2014 ins Programm KURS ("Konzeption zum Umgang mit besonders rückfallgefährdeten Sexualstraftätern") aufgenommen worden, das im Jahr 2010 von drei Ministerien des Landes Baden-Württemberg "zum besseren Schutz der Allgemeinheit" eingerichtet worden war und die Führungsaufsicht der Justiz und die Gefahrenabwehr der Polizei besser verzahnen sollte, wie es bei der Einführung im Jahr 2010 hieß.

Der wegen sexuellen Missbrauchs eines Mädchens vorbestrafte Christian L. stand nach seiner Entlassung unter Führungsaufsicht, das Landgericht Freiburg verbot ihm Kontakte zu Kindern. Er sollte sich, so der , entsprechend der richterlichen Weisung mindestens einmal im Monat mit dem sogenannten Fachkoordinator des Landeskriminalamts treffen. Auch eine Bewährungshelferin und ein Therapeut, den Christian L. einmal pro Monat besuchte, sollten Auffälligkeiten melden.

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Christian L. wohnte offenbar seit 2016 entgegen der Weisung bei seiner Freundin

L. hielt sich nach Recherchen des stern seit Anfang 2016 regelmäßig in der damaligen Einzimmerwohnung von Berrin T. auf, die sie mit ihrem neunjährigen Sohn bewohnte. Dort soll er nach Aussage der Vermieterin, die nichts von seinen Vorstrafen wusste, auch übernachtet haben. Erst ein Jahr später, am 15. Februar 2017, schlug der Koordinator Alarm: L. wohne entgegen der Weisung bei seiner Freundin.

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