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Parkplatzmörder-Prozess: Hinrichtungen ohne Motiv

Zwei Männer soll er im vergangenen Dezember hinterrücks auf Parkplätzen erschossen haben. Jetzt steht der Der 56-Jährige vor Gericht.

Anna Hunger, Stuttgart

Die Hände wurden ihm an die Hüfte gebunden, seine Füße liegen in Ketten. Detlef S., 56, sitzt mit versteinerter Miene im Landgericht in Stuttgart. Ab und zu scheint er zu schwanken. Es geht ihm nicht gut, der Frührentner - Glatze, Bart, blaue Joggingjacke - ist ein kranker Mann. Er hat Herzprobleme und schlimmer noch, er ist HIV-positiv. Angesteckt hat er sich, so vermutet er, im Kenia-Urlaub. Eine seiner Sexualpartnerinnen habe sich als Hermaphrodit, als zweigeschlechtlich, entpuppt, sagte S. der Polizei. Hass auf Homosexuelle, ist das sein Motiv?

Im Sommer des vergangenen Jahres soll Detlef S. zwei Männer hinterrücks erschossen haben, ein weiterer überlebte nur knapp. Die Anklage lautet auf zweifachen Mord. Von Detlef S. ist an diesem Tag nichts zu hören, nur ab und zu das leise Klirren seiner Fußfesseln.

Der erste Mord geschah am späten Abend des 8. Mai 2010. Der 30-jährige Heiko S. hatte sich den grünen Peugeot seines Bruders geliehen, um damit zum Baumarkt zu fahren. Danach hatte er in einer Kneipe ein Bier getrunken und war dann auf einen Parkplatz bei Magstadt gefahren, ein in der Szene bekannter Treff für Homosexuelle.

Heiko S. war ledig, hatte eine dreijährige Tochter, war als Zeitsoldat im Kosovo und in Afghanistan. Aber der Tod holte ihn nicht im Krisengebiet, sondern im Landkreis Böblingen bei Stuttgart. Kurz nach 23 Uhr drehte sich Heiko S. eine Zigarette, rekonstruierte die Polizei anhand der Tabakkrümel auf seiner Leiche, Sekunden später soll der Angeklagte dem jungen Mann von hinten kaltblütig eine Kugel in den Kopf geschossen haben. Zeugen meinten später, einen dunklen BMW auf dem Parkplatz gesehen zu haben.

Munition eines Sportschützen

Der zweite Mord geschah am 2. Juli an der A 5 bei Mörfelden-Walldorf in Hessen. Die Leiche des 70-jährigen Hans Friedrich L. aus dem Main-Taunus-Kreis lag nackt auf einem Parkplatz. Auch dieser Parkplatz war als Treff Homosexueller bekannt, und auch hier wurde dem Opfer von hinten in den Kopf geschossen – mit derselben Munition wie beim Mord in Magstadt – Kaliber .32 Wadcutter. Eine Munition, die seit 15 Jahren nicht mehr hergestellt und eigentlich von Sportschützen verwendet wird, "um ordentliche Löcher in Schießscheiben zu stanzen", wie der Leiter der Sonderkommission dem Gericht berichtete.

Drei Wochen lang überwachte die Polizei nach der Tat den Parkplatz bei Magstadt, nahm fast 800 DNA-Proben von Männern, die die beiden Parkplätze besuchten, untersuchte 1287 dunkle Fünfer-BMW mit Esslinger Kennzeichen, fahndete mit Flugblättern und über die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst".

Einweghandschuhe, Elektroschocker, Viagra-Pillen

Auf die Spur des Frührentners aus Esslingen kamen die Ermittler durch einen Überfall in Freudenstadt, der nun als versuchter Mord angeklagt wird. Am Nachmittag des 6. Juni soll Detlef S. auf dem Marktplatz in den Wagen eines 62-jährigen Touristen aus Belgien eingestiegen sein. Er drückte dem überraschten Autofahrer ein Messer mit 17 Zentimeter langer Klinge an die Hüfte und befahl ihm, er solle "um die Ecke" fahren. "Er hatte die Absicht, ihn auch zu töten", sagt der Soko-Chef vor Gericht. Doch der Belgier wehrte sich, nahm dem Angeklagten das Messer weg und fuhr davon. Abermals hatten Zeugen einen dunklen BMW gesehen.

Dann stießen die Fahnder auf den Siebener-BMW von Detlef S. Im Kofferraum fanden sie die Tatwaffe – vom Hersteller "Hämmerli", außerdem ein Päckchen der seltenen Munition, Einweghandschuhe, einen Elektroschocker, Viagra-Pillen und handschriftliche Zettel, auf denen sinngemäß stand: "Überfall, Geld her." Detlef S. musste zur DNA-Probe. Sie stimmte mit den Spuren an den Tatorten überein. Am 11.12.2010 wurde Detlef S. festgenommen.

Bilderbuchehe und missglückte Immobiliengeschäfte

Während seiner Vernehmung sagte er mehrfach "Ich war's nicht", versuchte den Tatvorwurf ins Lächerliche zu ziehen. Heute, nach acht Monaten Untersuchungshaft, lacht der sogenannte "Parkplatzmörder" nicht mehr. In der Haft versuchte er, sich mit Tabletten das Leben zu nehmen. Warum er zwei Menschen hinrichtete, dazu schweigt er. Auch seine Ehefrau, die aufgelöst vor dem Gerichtssaal steht, findet keine Antwort. Sie hat eine Freundin dabei, die sie stützt, die "Auge und Ohr" ist in einer Verhandlung, die die Ehefrau selbst nicht besuchen darf, weil sie als Zeugin aussagen soll. "Sie haben eine Bilderbuchehe geführt", sagt die Freundin. "Wir können uns nicht erklären, wie das passieren konnte." Detlef S. sei ein ruhiger, besonnener und überaus zuvorkommender Mann gewesen, sagt sie. Zumindest vordergründig. Tatsächlich steckte Detlef S., der sich selbst einmal als bisexuell bezeichnete, seit Jahren in einer tiefen Krise. Der Postbeamte war 1999 in den Vorruhestand entlassen worden, wegen "schwerer Depression, Angstzuständen und einer narzisstischen Krise", sagt der Böblinger Kripo-Beamte. Er hatte massive Geldnöte. 18 Konten soll er laut Polizei gehabt haben, neun Kreditkarten, zwei Darlehen, Schulden von insgesamt 40.000 Euro. Vom Konto seiner Frau, die eine Erbschaft gemacht haben soll, soll er sich rund 127.000 Euro auf sein eigenes Konto überwiesen haben. Verwendungszweck: "Aufwandsentschädigung". Die Polizei vermutet, ihm seien Immobiliengeschäfte missglückt.

Geldnot, Identitätskrise, Wut auf Homosexuelle? Ein diffuses Gemisch, doch nichts von alledem liefert dem Gericht am ersten Verhandlungstag einen Hinweis auf ein Motiv. Die Staatsanwaltschaft geht von besonderer Niedertracht aus: Er habe "aus Freude an der Vernichtung von Menschenleben" gehandelt, sagte Staatsanwalt Albrecht Braun, und würde mit großer Wahrscheinlichkeit "aus Lust am Töten weitere Straftaten begehen". Die Staatsanwaltschaft Stuttgart kündigte an, eine Sicherungsverwahrung zu fordern, für die Zeit nach Verbüßen seiner vermutlich lebenslangen Haftstrafe. Detlef S. sei eine "Gefahr für die Allgemeinheit". Vielleicht aber erklärt sich der schweigsame Postler im Laufe des Verfahrens. Er hat noch 19 Prozesstage Zeit.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.