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College-Mord: Polizei suchte fast 47 Jahre nach dem Mörder einer Studentin und setzte nun neueste Technologien ein

Nach 47 Jahren konnte die Polizei von Indiana nun den Mord an der College-Studentin Pamela Milam abschließen. Es ist der jüngste von ungelösten Fällen, der mithilfe von DNA-Spuren und einer Abstammungsdatenbank gelöst wurde.

Bild einer 19-jährigen blonden Frau mit Brille

Der Mord an der College-Studentin Pamela Milam wurde nach fast 47 Jahren aufgeklärt

"Es ist 46 lange Jahre, sieben Monate und 20 Tage her", sagte Charlene Sanford, die Schwester des Opfers Pamela Milam, auf einer Pressekonferenz in Terre Haute, Indiana. "Je älter wir wurden, umso mehr dachten wir, dass wir sterben würden, bevor wir erfahren würden, wer unsere Schwester umgebracht hat." Pamela Milam war zuletzt am 15. September 1972 gesehen worden, als sie eine Verbindungsveranstaltung an der Indiana State University in Terre Haute, Indiana, verließ.

Das Auto der Studentin mit geöffnetem Kofferraum

In dem Kofferraum des Autos von Pamela Milam wurde der Leichnam der Studentin gefunden. Der Wagen trug auf dem vorderen Kennzeichen das Wort "Jesus".

Am folgenden Abend war der Leichnam der 19-Jährigen geknebelt und gefesselt im Kofferraum ihres Autos gefunden worden. Polizeichef Shawn Keen aus Terre Haute erklärte den Reportern auf einer Pressekonferenz: "Wir hatten keine Zeugen und keine Beschreibung eines Verdächtigen." Die Polizei hatte angenommen, dass ein Mann, der sieben Wochen später für eine Serie sexueller Übergriffe auf dem Campus festgenommen worden war, auch der Mörder von Milam gewesen sei. Doch sie konnten ihm die Tat nie nachweisen. Als Keen den Fall 2008 übernahm, konnte er den Verdächtigen als Mörder ausschließen – anhand von DNA-Proben, die an am Tatort zurückgelassenen Gegenständen genommen worden waren.

Im vergangenen Jahr begann Keen, mit den Parabon NanoLabs in Virginia zusammenzuarbeiten, die zur Strafverfolgung DNA, Abstammungsdatenbanken und herkömmliche genealogische Arbeit nutzt. Dort schickte er ein Datenprofil an eine öffentliche genetische Ahnenforschungsdatenbank. Anhand der Ergebnisse führte Keen Befragungen durch und reduzierte die möglichen Verdächtigen mithilfe der Genealogen auf ein einziges Mitglied einer Familie, Jeffrey Hand.

Der Mörder hatte nicht nur ein Opfer auf dem Gewissen

Hand war 1973 für den Mord an einem Tramper verhaftet, aber 1976 wegen Unzurechnungsfähigkeit für nicht schuldig erklärt und aus dem Gefängnis entlassen worden. 

Keen spürte Hands Witwe und zwei Söhne auf, erhielt deren DNA und schickte sie an das Kriminallabor. Die Ergebnisse kamen mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent zurück, dass die eingereichte DNA der des Tatorts entspreche. Hand war 1978 bei einem Schusswechsel während einer versuchten Entführung erschossen worden. Charlene Sanford, Milams Schwester, sagte: "Wir sind sehr glücklich zu wissen, dass er nicht 47 Jahre lang da draußen war und ein großartiges Leben geführt hat."

Keen war süchtig nach dem Fall geworden

Als Keen 2008 Polizeichef geworden war, teilte er den Polizisten ungelöste Fälle zu, fand es aber unfair, nicht auch selbst einen zu bearbeiten. Er wählte den von Milam. "Als ich die Akte zum ersten Mal öffnete, konnte ich nicht aufhören zu lesen", sagte Keen und ergänzte, dass seine Frau genervt davon sei, dass er die Beweismittel im ganzen Haus verstreute. "Ich hatte keine Ahnung, dass elf Jahre vergehen würden, bis wir ihn lösen würden", sagte er.

Keen glaubt, die Art der genetischen Genealogie, die er eingesetzt hat, könne auch in anderen ungelösten Fällen helfen. "Ich glaube, dass es noch andere Familien gibt, die auf eine Antwort warten", sagte Keen. Es sei eine Schande, neue Technologien nicht für alte Fälle wie Milam einzusetzen.

Quellen: "NBC News", Facebook

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bal
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