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USA Student stirbt bei Uni-Ritual an Alkoholvergiftung – Eltern erhalten fast 3 Millionen Dollar

Eine Literflasche Whiskey als Symbolfoto für einen Artikel zum Fall Stone Foltz
Stone Foltz starb an einer Alkoholvergiftung, nachdem er einen Liter puren Whiskey in18 Minuten trank (Symbolfoto)
© Getty Images
Vor einem Jahr starb ein 20-jähriger Student an einer Alkoholvergiftung, nachdem er an einem Aufnahmeritual für eine Bruderschaft teilgenommen und eine Flasche Whiskey auf einmal geleert hatte. Seine Eltern verklagten die Uni. Jetzt einigten sich die Parteien auf einen Vergleich.

18 Minuten – solange brauchte Stone Foltz um die Literflasche Evan Williams Whiskey zu leeren. Der 20-Jährige in Delaware im US-Bundesstaat Ohio wollte durch dieses gefährliche Ritual in eine Studentenverbindung an der Bowling Green State University (BGSU) aufgenommen werden. Am Ende bezahlte er mit seinem Leben.

Stone Foltz war Student im zweiten Studienjahr. Die Aufnahmeprüfung für neue Mitglieder der Pi Kappa Alpha-Burschenschaft fand in einem Haus außerhalb des Campus statt. Am Abend des 4. März 2021 wurden er und weitere neue Mitglieder der Studentenverbindung zunächst mit verbundenen Augen in einen Keller geführt. Dort sollten sie dann den hochprozentigen Alkohol trinken. Der 20-Jährige leerte die Flasche und übergab sich anschließend. Da er sich kaum auf den Beinen halten konnte, wurde er von anderen Mitgliedern in seine Wohnung gebracht, wo sie ihn auf der Couch zurück ließen.

Stone Foltz starb an einer Alkoholvergiftung

Als ein Mitbewohner nach Hause kam, rief er die Freundin des Studenten an, damit sie sich um den bewusstlosen Mann kümmerte. Foltz hörte schließlich auf zu atmen, seine Lippen liefen blau an und seine Freundin rief einen Rettungswagen, während der Mitbewohner Wiederbelebungsmaßnahmen durchführte. Trotz aller Bemühungen konnten ihn die Ärzte nicht mehr retten. Foltz starb an einer Alkoholvergiftung. Am 7. März stellten sie die lebenserhaltenden Maßnahmen ab und gaben seine Organe zur Transplantation frei.

Nach dem Vorfall klagten die Eltern des Studenten gegen die Burschenschaft, ihre Mitglieder und die Universität. In ihrer Klage warfen sie der Schule vor, sie habe es versäumt, Schikanen in Studentenverbindungen zu unterbinden, obwohl sie davon wussten. US-amerikanische Verbindungen und ihre Partys sind berüchtigt. Immer wieder berichten Medien über gefährliche Rituale, bei denen weit übers Ziel hinausgeschossen wird. Ein Trend dabei ist das sogenannte Komatrinken. Neue Mitglieder werden gezwungen, eine große Menge an Alkohol zu sich zu nehmen, um Teil einer Gruppe zu werden. Dabei bringen sie sich in eine lebensbedrohliche Lage, so wie Stone Foltz.

Am Montag endete die Klage der Eltern gegen die Universität wegen Schikane mit einem Vergleich in Höhe von drei Millionen Dollar. Beide Parteien erklärten, dass sie sich für die Beseitigung von Schikanen auf dem College-Campus einsetzen werden. "Dieser Beschluss bewahrt die Familie Foltz und die BGSU-Gemeinschaft davor, die Tragödie noch jahrelang im Gerichtssaal zu erleben und ermöglicht es uns, uns auf die Förderung unserer gemeinsamen Mission zu konzentrieren: das Schikanieren in Ohio und im ganzen Land auszurotten", heißt es in der Erklärung.

Der Vergleich mit der Universität kommt zu den mehr als 7 Millionen Dollar hinzu, die laut Gerichtsdokumenten von der Pi Kappa Alpha-Bruderschaft und denjenigen, die eine Rolle bei den Schikanen spielten, an die Familie gezahlt wurden. Nach dem Todesfall schloss Bowling Green Pi Kappa Alpha aus und erklärte, dass die Organisation nie wieder auf dem Campus anerkannt werden würde.

Acht ehemalige Mitglieder der Burschenschaft haben sich entweder schuldig bekannt oder wurden in verschiedenen Anklagepunkten für schuldig befunden, Schikane und Abgabe von Alkohol an Minderjährige.

Zwei der acht Angeklagten wurden jedoch im vergangenen Jahr von schwerwiegenderen Anschuldigungen wie fahrlässiger Tötung freigesprochen. Ihre Verteidiger hatten argumentiert, dass Foltz nicht gezwungen oder verpflichtet war, die gesamte Flasche auszutrinken, und dass er diese Entscheidung aus eigenem Antrieb getroffen hatte.

Die Eltern von Stone Foltz haben inzwischen eine Stiftung gegründet, die sich mit der Aufklärung über Schikanen befasst und Studenten an anderen Universitäten über die Gefahren von Schikanen informiert. "Wir können unseren Kampf fortsetzen und Leben retten", so die Mutter von Stone Foltz.

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Quellen: NBC-News, "The Columbus Dispatch", Associated Press

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