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Seit anderthalb Jahren verschwunden Mutter von vermisster Rebecca: "Glaube, dass sie festgehalten wird" – das sagt die Staatsanwaltschaft

Mutter von Rebecca; vermisste Rebecca aus Berlin
Rund anderthalb Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter gab die Mutter der vermissten Rebecca aus Berlin ein Interview (Archivbilder)
© RTL / infoNetwork, Polizei Berlin
Seit anderthalb Jahren wird die damals 15-jährige Rebecca aus Berlin vermisst. Ihre Mutter hat die Hoffnung nicht aufgegeben, sie lebend wiederzusehen. Die Behörden gehen allerdings weiter davon aus, dass die Schülerin einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.

Wo ist Rebecca aus Berlin? Seit über anderthalb Jahren ist die Schülerin spurlos verschwunden – trotz Tausender Hinweise konnte die Polizei das Schicksal der damals 15-Jährigen bisher nicht aufklären.

Der Fall Rebecca ist einer der mysteriösesten und aufsehenerregendsten Vermisstenfälle der Hauptstadt in den vergangenen Jahren. Monatelang beherrschte das rätselhafte Verschwinden des Mädchens 2019 die Schlagzeilen. Nun hat sich die Mutter der Vermissten, Brigitte R., erstmals nach langer Zeit wieder ausführlich öffentlich geäußert und dem Youtuber Julian Jarow (rund zwei Millionen Abonnenten) ein Interview gegeben.

Mutter von vermisster Rebecca gibt Interview

In dem rund 25-minütigen Gespräch drückte R. erneut die Hoffnung aus, dass ihre Tochter noch am Leben sei. "Ich denke, sie wird festgehalten", sagte sie. Dass ihre Tochter freiwillig untergetaucht sei, schloss die Mutter kategorisch aus. Sie machte Andeutungen, dass die Aktivitäten Rebeccas bei Instagram eine Rolle in dem Fall spielen könnten. "Ich finde es sehr gefährlich. Die Mädels laden Bilder rauf und antworten vielleicht jemandem – und man weiß nicht, mit wem man eigentlich schreibt."

Staatsanwaltschaft und Polizei gehen dagegen davon aus, dass Mädchen einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen und tot ist. Eine Mordkommission ermittelt seit dem Verschwinden in dem Fall.

Die Mutter der Vermissten äußerte sich auch zu dem Fahndungsbild, mit dem die Polizei nach Hinweisen zu Rebecca sucht. Es zeigt die 15-Jährige stark gestylt und mit einem Kunstfilter, sodass die Aufnahme möglicherweise wenig dem tatsächlichen Aussehen der Schülerin entspricht. "Rebecca trug zu dem Zeitpunkt ihres Verschwindens die Haare kürzer und wir hatten kein aktuelles Foto", erklärte die Mutter. Eine Polizeibeamtin habe dann das bekannte Foto aus dem Instagram-Account Rebeccas vorgeschlagen. (Lesen Sie dazu im stern: "Warum sucht die Polizei mit diesem Foto nach Rebecca? Ein Kripo-Beamter klärt auf")

Vermisste Rebecca aus Berlin
Unter anderem mit diesem Foto sucht die Berliner Polizei nach der vermissten Schülerin Rebecca. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war sie 15 Jahre alt, zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß, schlank und hatte braunes, schulterlanges Haar
© Polizei Berlin

Die Schülerin verschwand am Morgen des 18. Februar 2019 spurlos. Sie hatte im Haus ihrer älteren Schwester und von deren Ehemann Florian R. in Berlin-Britz übernachtet und war am Morgen danach nicht in der Schule angekommen.

Berliner Polizei ermittelt weiterhin

Die Polizei ging schnell davon aus, dass das Mädchen das Haus nicht bei Bewusstsein oder sogar tot verlassen hat. In Verdacht geriet seinerzeit Rebeccas Schwager Florian R. Handydaten und zwei dubiose Autofahrten in Richtung Polen waren zwei der Indizien gegen ihn. Zwischenzeitlich war der damals 27-Jährige unter dringendem Tatverdacht sogar in Untersuchungshaft gekommen, wurde jedoch nach wenigen Tagen wieder freigelassen. Die Familie hatte öffentlich stets zu Florian R. gehalten. In dem aktuellen Interview äußerte sich Brigitte R. nicht näher zu dem Verdacht gegen ihren Schwiegersohn.

Sie schilderte dagegen, dass der Alltag der Familie auch anderthalb Jahre nach dem Verschwinden Rebeccas "katastrophal" sei. Immer noch kämen täglich Anrufe und Nachrichten – gut gemeinte von angeblichen Hinweisgebern, aber auch solche von "Spinnern, die gesagt haben: 'Wir haben sie.'" oder von Personen, die sich als die vermisste Tochter ausgeben. 

Die Berliner Staatsanwaltschaft teilte an diesem Montag auf stern-Anfrage mit, dass der Sachstand in den Ermittlungen gegenüber der Auskunft vor einem halben Jahr unverändert sei. Weiterhin untersuchen demnach Beamte der Mordkommission den Fall und gehen Hinweisen nach. Ein Cold Case, also ein Fall, der zu den Akten gelegt wird, ist das Verschwinden Rebeccas nicht.(Lesen Sie dazu auch: "Rebecca verschwand vor einem Jahr – 'bei weitem kein Cold Case'")

Die Mutter der Vermissten will trotz der quälend langen anderthalb Jahre seit dem Verschwinden ihrer Tochter ihren Optimismus nicht aufgeben. Im Interview mit dem Youtuber sagte Brigitte R.: "Ich hoffe immer noch das Beste: Dass sie irgendwann gefunden wird."

Hinweise zu dem Fall nimmt das Berliner Landeskriminalamt weiterhin unter der Telefonnummer (030) 4664911333 oder per E-Mail unter lka113-hinweis@polizei.berlin.de entgegen.

Quellen: Youtube-Video, Polizei Berlin


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