HOME

Südkorea: Mehr Sex nach Atomtest

In Südkorea ist die Nachfrage nach Kondomen und Stundenhotels stark angestiegen. Offenbar suchen viele Südkoreaner nach dem Atomtest im Nachbarland Nordkorea Trost in der Liebe.

Die Nachfrage nach Kondomen und Zimmern in Stundenhotels ist in Südkorea in den Tagen nach dem nordkoreanischen Atomtest deutlich angestiegen. Ob ein direkter Zusammenhang besteht, ist unklar. Der Leiter des Koreanischen Instituts für Geschlechtserziehung erklärte jedoch, es sei nicht ungewöhnlich, dass Menschen in Krisenzeiten Trost in den Armen eines Partners suchten. Sex werde dann zum Stressabbau genutzt, sagte Seong Gyeong Won.

Stundenhotels ausgebucht

Nach Angaben einer führenden südkoreanischen Supermarktkette stieg die Zahl der verkauften Kondome in der Woche nach dem Test vom 9. Oktober von durchschnittlich täglich 1508 auf 1930. Eine andere Kette verkaufte nach eigenen Angaben in der Woche nach dem Test Kondome im Wert von 3,54 Millionen Won (2957 Euro), 14,8 Prozent mehr als im September. Und nach einem Bericht der Zeitung "Chosun Ilbo" verzeichnete ein populäres Online-Buchungssystem in den zwei Wochen nach dem 9. Oktober einen Anstieg der Reservierungen für Stundenhotels. Laut dem Online-System sind die Zimmer bis zum November ausgebucht.

Die südkoreanische Regierung will unterdessen den Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Nordkorea folgen und bereitet entsprechende Reisebeschränkungen vor. Vereinigungsminister Lee Jong Seok kündigte am Donnerstag nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Yonhap an, dass neben einem Einreiseverbot für bestimmte Funktionäre des Nachbarstaates auch der innerkoreanische Handel stärker kontrolliert werden solle als bisher.

Die kommunistische Regierung im Norden hatte Südkorea davor gewarnt, sich den internationalen Sanktionen anzuschließen. Dies könnte zu einem völligen Zusammenbruch der Beziehungen zwischen beiden koreanischen Staaten führen, hieß es in einer Erklärung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Bericht: Nordorea hat Plutonium für bis zu sieben Bomben

Nach einem Bericht des südkoreanischen Verteidigungsministeriums hat der Norden vermutlich bis zu 50 Kilogramm Plutonium gewonnen, ausreichend für bis zu sieben Atombomben. Außerdem arbeite das Regime an einem kleinen Atomsprengkopf, der von einer ballistischen Rakete transportiert werden könne.

AP / AP
Themen in diesem Artikel