Terror Atlanta-Attentäter verhaftet


Der mutmaßliche Bombenattentäter bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 ist am Samstag im US-Bundesstaat North Carolina verhaftet worden.

Eric Robert Rudolph sei im Morgengrauen von einem jungen Streifenpolizisten in der Ortschaft Murphy festgenommen worden, teilten Justizvertreter mit. Justizminister John Ashcroft begrüßte die Festnahme des "berüchtigtsten amerikanischen Flüchtigen auf der Liste der (Bundespolizei) FBI". Der 36-jährige Rudolph soll im Juli 1996 im Olympia-Park in Atlanta eine Bombe gelegt haben, durch die eine Frau starb und mehr als 100 Menschen verletzt wurden.

Rudolph wird auch für Bombenanschläge auf eine Abtreibungsklinik in Atlanta, bei der ein Polizist getötet worden war, und auf einen überwiegend von Homosexuellen besuchten Nachtclub verantwortlich gemacht. Seine Spur verlor sich nach dem Anschlag auf die Klinik Anfang 1998 als in der Ortschaft Murphy ein von ihm benutztes Fahrzeug sichergestellt wurde.

Niemand hat es je aufgegeben, ihn zu finden

"Niemand hat es je aufgegeben, ihn (Rudolph) zu finden. Die Suche ging weiter", sagte Chris Swecker vom FBI vor der Presse in Murphy. "Wir haben immer geglaubt, dass er sich hier oben in den Bergen aufhält." In den vergangenen beiden Jahren allerdings sei die Intensität der Suche verringert worden, weil man gehofft habe, die Polizei vor Ort werde Rudolph entdecken.

Der 21-jährige Streifenpolizist stieß nach eigenen Angaben an der Rückseite eines Ladens auf Rudolph. Der Mann sei weggerannt und habe sich versteckt, sagte er. Er habe gedacht, es handle sich um einen Einbruchversuch. Dass er einen der meistgesuchten Männer in den USA gestellt hatte, habe er nicht gewusst, sagte der Polizist. Murphy hat etwa 1500 Einwohner.

Rudolph nannte den Angaben zufolge zunächst einen falschen Namen, gab dann aber seinen richtigen an. Seine Identität sei später durch Fingerabdrücke bestätigt worden. Rudolph sei nicht bewaffnet gewesen. Die Behörden wollten nicht spekulieren, ob Rudolph Helfer gehabt hat. Die Ermittlungen dauerten noch an. Rudolph wird vermutlich am Montag dem Richter in Asheville vorgeführt.

Das FBI hatte eine Million Dollar Belohnung für Informationen ausgesetzt, die zur Ergreifung Rudolphs führen. Der Polizist wollte sich nicht dazu äußern, ob ihm dieses Geld zustehe. "Es ist einfach Alltagsarbeit", sagte er. "Ich verdiene nicht wirklich eine Belohnung. Ich habe eben gemacht, wofür ich eingestellt wurde."


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