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Ukraine: Überladenes Ausflugsboot vor Odessa gekentert - 14 Tote

Mindestens 14 Menschen sind bei einem Schiffsunglück nahe der ukrainischen Stadt Odessa ums Leben gekommen. Das Passagierschiff "Iwolga" sank, weil es völlig überladen war und in einen Sturm geriet.

Rettungsboot auf der Suche nach den Opfern: 33 Passagiere und drei Mann Besatzung befanden sich an Bord des Schiffs.

Rettungsboot auf der Suche nach den Opfern: 33 Passagiere und drei Mann Besatzung befanden sich an Bord des Schiffs.

Tragisches Ende einer Bootstour: Beim Kentern eines überladenen Ausflugsschiffs nahe der ukrainischen Schwarzmeerstadt Odessa sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Den Behörden zufolge überlebten 22 Passagiere das Unglück der "Iwolga", die etwa 300 Meter vor der Küste in ein schweres Unwetter geraten war. Das berichtete der ukrainische Fernsehsender 112-Ukraine am Sonntag. Die Polizei nahm den Kapitän fest. Das Schiff habe nur ein aufblasbares Rettungsfloß für zwölf Menschen an Bord gehabt, zudem habe die Mannschaft kein Notsignal gesendet, sagte der Gouverneur von
Odessa und georgische Ex-Staatspräsident Michail Saakaschwili.

Schiff war völlig überladen

Vizeregierungschef Gennadi Subko sprach von "Schlamperei" der Crew. Vizegouverneur Wladimir Schmak sagte, die "Iwolga" habe lediglich eine Erlaubnis besessen für 12 Passagiere und 3 Mann Besatzung. "Das Schiff stach trotzdem mit 33 Passagieren und 3 Mann Besatzung in See." Zusätzliche Rettungswesten seien demnach nicht an Bord gewesen. Als weiteren Grund nannten örtliche Medien etwa sieben Meter hohe Wellen auf dem Schwarzen Meer. Saakaschwili-Mitarbeiterin Maria Gaidar zufolge wurden etwa 20 Gerettete in Krankenhäusern behandelt.

Tag der Trauer

Dem Kapitän drohen zehn Jahre Haft. Nach dem Eigentümer des Schiffs werde gefahndet, hieß es. Saakaschwili ordnete eine technische Überprüfung aller ähnlichen Boote in der Region an. Die Verwaltung von Odessa erklärte den Sonntag zum Tag der Trauer. Regierungschef Arseni Jazenjuk beauftragte in der Hauptstadt Kiew eine Sonderkommission mit der Untersuchung des Unfalls.

Die "Iwolga" hatte am Samstagmittag einen Privathafen bei Odessa verlassen. Bei der Rückkehr kenterte das Schiff dann. Saakaschwili brach einen Arbeitsbesuch in der Westukraine ab. Auch Vize-Infrastrukturminister Juri Waskow eilte nach Odessa. Die Millionenstadt ist der wichtigste Hafen der Ex-Sowjetrepublik und unterhält eine Städtepartnerschaft mit Regensburg in der Oberpfalz.

las/DPA
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