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Deutsche Geiseln auf den Philippinen Terrorgruppe Abu Sayyaf will Ultimatum verlängern


Das Ultimatum der Terrorgruppe Abu Sayyaf endet um 9 Uhr: Doch die Entführer denken über eine Fristverlängerung nach. Sie verschonen die deutschen Geiseln, wenn das Lösegeld zugesichert wird.

Im Drama um zwei deutsche Geiseln auf den Philippinen hat die Terrorgruppe Abu Sayyaf wenige Stunden vor dem Ablauf eines Ultimatums von einer möglichen Fristverlängerung gesprochen. Er warte auf einen Anruf, in dem die Zahlung von Lösegeld zugesichert werde, sagte ein Sprecher der Islamisten dem Rundfunksender DXRZ in der Stadt Zamboanga. "Wenn wir keinen Anruf erhalten, wird der deutsche Mann hingerichtet", sagte der Mann, der sich Abu Rami nennt.

Abu Sayyaf hatte den 72-Jährigen und dessen 55 Jahre alte Partnerin im April entführt. Die Terrorgruppe verlangt vier Millionen Euro Lösegeld. Außerdem fordert sie, dass Deutschland seine Unterstützung des Kampfes gegen den Islamischen Staat (IS) in Syrien und im Irak einstellt.

Das philippinische Militär verlegte mehr als 3000 Soldaten auf die Insel Jolo, wo die Geiseln vermutet werden. "Wir sind zu allen möglichen Einsätzen gegen die Entführer bereit", sagte Oberst Allan Arrajado, Einsatzleiter der Eingreiftruppe in der Provinz Sulu. "Wir werden unser Bestes geben, damit ihre Leben nicht gefährdet werden."

Steinmeier schickt Krisenexperten auf die Philippinen

Unterdessen wurde bekannt, dass Frank-Walter Steinmeier den Krisenbeauftragten Rüdiger König gebeten hat, auf die die Philippinen zu reisen, verlautete es am Donnerstagabend aus dem Auswärtigen Amt. König sei bereits dort eingetroffen. Nach Informationen der Internetseite Bild.de soll König Gespräche führen, um die Freilassung der deutschen Geiseln zu erreichen. Allerdings wolle die Bundesregierung nicht direkt mit de3n Geiselnehmern verhandeln, heißt es.

Die beiden Deutschen, ein über 70-jähriger Mann und eine Frau Mitte 50, wurden im April mit Waffengewalt von ihrer Jacht zwischen der Insel Borneo und den Philippinen verschleppt. Das Auswärtige Amt in Berlin hat einen Krisenstab eingerichtet. Die Abu Sayyaf erlangte mehrfach mit Entführungen westlicher Ausländer Aufmerksamkeit.

Im April 2000 verschleppte die Gruppe mehrere Touristen von der malaysischen Insel Sipadan, darunter auch das deutsche Ehepaar Renate und Werner Wallert sowie deren Sohn, die nach zum Teil monatelanger Gefangenschaft freigelassen wurden.

mod/Reuters/DPA DPA Reuters

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